Tag 3 – Wanderung vom Niederrhein ins Bergische Land

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Mitten in der Nacht sucht mich das Murmeltier meiner Wanderung auf.

Kennt Ihr diesen Film: Jeden Morgen um 6 Uhr wird Phil Connors durch seinen Radiowecker geweckt. Es ertönt der Song „I Got You Babe“. Anschließend kündigen die Radiomoderatoren den Murmeltiertag an, denn jeder Morgen im Leben von Phil Conners ist der 2. Februar.

Genau – es handelt sich um „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Mein persönliches Murmeltier taucht – wie bereits die Nacht zuvor – pünktlich um 03:00 Uhr morgens auf. Ich muss wieder dringend pinkeln …

Es ist halt insgesamt eine schlechte Kombination, wenn man abends noch einiges trinkt, sich um 20:00 Uhr ins Land der Träume begibt und die Blase bereits fast 50 Lenze auf dem Buckel hat. 😉

Diesmal sind die äußeren Umstände allerdings etwas anders als letzte Nacht am Duisburger Entenfangsee.

Zunächst horche ich im Dunkel meines Zeltes, ob Regen zu hören ist.

„Kein Regen – sehr schön!“ denke ich mir.

Noch tief in den Schlafsack gemummelt, setze ich meine Stirnlampe auf. Als der Lichtkegel auf den oberen Bereich meines Innenzeltes trifft, muss ich mir erst einmal erstaunt die Augen reiben.

„Was ist das denn? Hat es ins Zelt geregnet?“

feuchtes Innenzelt
überall Wassertropfen auf dem Innenzelt

Kleiner Exkurs – Kondensfeuchtigkeit im Zelt

Grundsätzlich bleibt kein Zelt von Kondesfeuchtigkeit verschont.

Kondensation ist das Gegenteil von Verdunstung.

Wenn in der warmen, feuchten Luft eines besetzten Zeltes verdunstete Wassermoleküle auf kaltes Zeltgewebe treffen, kondensieren sie auf der Oberfläche des Zeltes und bilden Wassertropfen.

Besonders stark zeigt sich dieses Phänomen bei kühleren Temperaturen. Denke an meine Erwähnung hinsichtlich der Temperatur am Ende des Beitrags zu Tag 2. Wir nähern uns heute Nacht dem Gefrierpunkt!

Ist die Luftfeuchtigkeit draußen höher als im Zelt, was hier am Unterbacher See eindeutig der Fall ist, verschärft die hereinströmende, feuchte Luft die Kondensationsproblematik eher noch.

Sobald es feucht und etwas kälter wird – wie zum Beispiel jetzt, Anfang November – ist das Zelt anfälliger für Kondensation. Eine Erfahrung, die man aus dem Alltag kennt: beschlagene Fensterscheiben in der Morgenfrische, wenn man sich ins Auto setzt.

Kondensation
Kondensation

Gerade in kleinen Zelten ist das Kondensationsproblem deutlich spürbarer als in größeren Zelten. Das liegt zum einen am engeren Innenraumvolumen und zum anderen an der körperlichen Nähe zu den Zeltwänden. Im größeren Zelt kann viel mehr Luft zirkulieren und die Zelttücher (und somit jede Kondensationsfläche) werden seltener berührt.

Kälte

Nachdem mir klar wird, dass es sich um keinen eingedrungenen Regen handelt, sondern „nur“ um Kondensfeuchtigkeit, atme ich tief durch.

Ich öffne den Reißverschluss meines Schlafsacks und fange auf der Stelle an zu frieren.

„Boah, ist das kalt!“        

Da ich zu faul bin mir etwas überzuziehen, schlüpfe ich nur schnell in meine Wanderschuhe. Dann geht es im Spurt und in langer Unterwäsche durch die eiskalte Nacht zum Sanitär-Haus.

Wieder zurück im Zelt springe ich förmlich in meinen Schlafsack und ziehe den Reißverschluss blitzschnell bis zur Kapuze hoch. Die Fleece-Mütze wird tief in die Stirn gezogen.

„So, jetzt noch ein paar Stündchen schlafen!“

Schlafsacktest      

Mein Schlafsack (Mountain Equipment „Starlight 2“) soll einem Mann in Unterwäsche bis minus 2 Grad einen angenehmen Schlafkomfort bieten. Soweit zumindest die offiziellen Infos des Herstellers und die Aussagen des Verkäufers.

Heute Nacht kommen wir ziemlich nah an diesen Temperaturbereich heran. Ich stelle fest, dass man mir beim Kauf keinen Mist erzählt hat. Ein großes DANKESCHÖN an Michael von UNTERWEGS in Wesel!

Der Schlafsack hält mich in meiner langen Unterwäsche angenehm warm. Einzig im Bereich des Reißverschlusses merke ich die umgebende Kälte ab und an minimal. Das stört aber nicht wirklich.

Morgenstund

Gegen 07:30 Uhr werde ich wach.   

Eigentlich möchte ich noch nicht aus dem warmen Schlafsack steigen. Es hilft aber nichts – es muss Kaffee gemacht werden und Hunger habe ich auch. Also raus aus der Furzmulde und schnell im kalten Zelt anziehen.

Bevor ich den Kocher anschmeiße, steige ich aus dem Zelt, damit die Knochen mal richtig gereckt und gestreckt werden.

„Ahhh – das tut gut!“ stelle ich zufrieden fest.

Ein Blick auf mein Zelt und den mit Laub bedeckten Boden zeigt mir deutlich, dass die Nacht sehr kalt war.

„Jetzt schnell etwas Warmes in den Körper!“

Wieder wird der Dienst meines Brenners benötigt.

OPTIMUS CRUX
CRUX im Einsatz

Ich benutze übrigens einen OPTIMUS CRUX. Damit komme ich super klar und 500ml Wasser sind wirklich im Nu erhitzt.

Gegen 10:00 Uhr ist mein Rucksack gepackt und das Zelt abgebaut.

Ich bin startklar.

 DerSchulle ist wieder weg

Es geht quer über den Campingplatz zur Rezeption.

Dort muss ich einen Chip abgeben, der mir gestern Abend ausgehändigt wurde.

In einem Kühlschrank entdecke ich eine einzelne Packung Kakao, die mich unverschämt anlacht.

„Wow – ein Kakao!“ entfährt es mir und schon halte ich ihn in Händen.

Kakao TUFFI
Hmmmm – ein zweites Frühstück

Die Wanderung beginnt

Nach Verlassen des Campingplatzes geht es zunächst ein Stückchen am Unterbacher See entlang.

Sofort begegnen mir wieder interessante Dinge.

Ich laufe durch den Hasseler Forst und komme an einem Waldspielplatz vorbei.

hier macht das Herumtoben sicherlich Spaß 😃

„Welch kleines, wunderbares  Paradies für Kinder, wenn sie mit Mama und Papa einen Spaziergang im Wald machen.“ Noch in diesen Gedanken versunken, steht plötzlich der imposante Wächter dieses  Spielplatzes vor mir.

 Ich gehe dann mal lieber weiter …

HILDEN

Nachdem auch der Benrather Forst hinter mir liegt, streife ich den äußeren Rand des Hildener Stadtgebietes.

Vorbei am Reich der „Gartenfreynde“ geht es Richtung Garather Forst.

 .

Auf dem Weg dorthin macht immer wieder mal ein netter Farbklecks auf sich aufmerksam.

Beinahe hätte ich es vergessen …

Das heutige Wetter ist erneut absolut klasse. Es ist trocken, kaum ein Lüftchen weht und beim Blick in den Himmel sind immer mehr tiefblaue Stellen zu entdecken. Angenehme 10 Grad Außentemperatur lassen mich bei der heutigen Wanderung weder frieren, noch ins Schwitzen kommen. Es ist einfach ein rundum stimmiges Wetter-Paket.

Einem gewissen Dankbarkeits-Ritual folgend, blicke ich in Himmel und denke:

„Was bin ich doch für ein kleiner Glückpilz! DANKE, DANKE, DANKE!“   

Wieder im Wald

Im Garather Forst will ich meinen Augen nicht trauen. Auch heute bewege ich mich auf Teilstücken unbewusst entlang des Neanderlandsteigs.

Neanderlandsteig … und immer wieder grüßt der Neanderlandsteig

In diesem Waldstück muss ich nun ein Wildgatter durchqueren. Ein Warnschild zieht meine Aufmerksamkeit auf sich.

 Wildtiere – das kann vieles sein … auch Wildschweine!

„Nur keine Wildschweine!“ geht es mir direkt durch den Kopf. In der Vergangenheit hatte ich bereits eine Begegnung mit diesen Waldbewohnern, die mich anscheinend etwas prägte und vorsichtiger macht. Von dieser Begegnung habe ich bereits in einem vorangegangenen Beitrag kurz berichtet (Link hier).

Es liegen nun 10 Kilometer hinter mir und ich erreiche den Orkkaussee.

Von hier führt mich mein Navigationsgerät über Feldwege Richtung Richrath.

RICHRATH

In Richrath bin ich zunächst etwas irritiert.

 Gladbach???

Soll ich mich denn so verlaufen haben, dass ich bereits Gladbacher Gefilde erreicht habe?!

Gut gelaunt durchquere ich das Richrather Stadtgebiet.

Dem Schulle geht es gut 😎

Seit meinem heutigen Start am Unterbacher See sind 3,5 Stunden vergangen.

Am Rande von Richrath führt mich die Route durch ein Gewerbegebiet.

Hier gibt es unerwartet viele, interessante Gebilde am Wegesrand zu begutachten.

Als nächstes steht die Querung der A3 an. Hiernach werde ich mich eine Zeit lang in der Gegend von Wiescheid aufhalten.

WIESCHEID

In Wiescheid begegnen mir endlich wieder ein paar Hundeschilder für meine Sammlung.

           

Interessant sind auch die Warnhinweise, welche auf spielende Kinder aufmerksam machen sollen.

 nicht zu übersehen

An Hausnummer-Schildern ist normalerweise nichts Besonderes festzustellen. Hier in Wiescheid begegnet mir aber ein sehr seltenes Exemplar.

41 mal anders

Begleitung

In Höhe des städtischen Waldfriedhofs stößt ein lieber Bekannter zu mir und begleitet mich ein Stück des Weges.

Diesem Bekannten habe ich übrigens auch das Ziel des heutigen Tages und somit den Endpunkt meiner 3-tägigen Wanderung zu verdanken.

Er empfahl mir im Vorfeld bereits die Übernachtungsmöglichkeit in „Casa N“. Hierbei handelt es sich um eine Privatunterkunft in der Gegend von Solingen. Laut meines Bekannten haben es sich die Betreiber von „Casa N“ zur Aufgabe gemacht, Weitwanderern eine luxuriöse und dennoch kostengünstige Übernachtungsmöglichkeit anzubieten.

„Casa N“ stellt für mich somit einen runden Anschluss meiner 3 Wandertage dar. Dort erwarten mich hoffentlich eine heiße Dusche, ein schmackhaftes Abendessen, ein paar leckere Getränke und ein weiches, warmes Bett.

Alleine der Gedanke an diese Dinge verleiht mir Flügel.

Der Müllerhof 

Zwischen Ziegwebersberg und Unterberg kommen wir an einem imposanten Anwesen vorbei.

Müllerhof
imposant, imposant …

Irgendwie schaut das alles aber danach aus, als ob jemand vor einiger Zeit mit einer Menge Kohle ein Bauprojekt begann, dieses aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht zum Abschluss bringen konnte.

Mein Bekannter geht mit seinem Smartphone schnell ins Internet. Nun wissen wir, dass es sich um den „Müllerhof“ handelt.

Dieses Anwesen kann eine lange, interessante Geschichte vorweisen (Link hier).

Folgend ein kurzes Video, in welchem man den Müllerhof aus der Vogelperspektive betrachten kann.

Auf den nächsten Kilometern entdecken wir immer wieder Dinge und Motive, die einfach nur schön sind.

     

Durch unsere angeregten Unterhaltungen fliegen die Kilometer nur so dahin. Zwischenzeitlich ist Kilometer 24 erreicht.

Wasserburg „Haus Graven“    

Vor uns liegt die Wasserburg „Haus Graven“.

Wasserburg "Haus Graven"

Auch „Haus Graven“ kann eine beeindruckende und umfangreiche Geschichte erzählen (Link hier).

Im Innenhof machen wir ein Päuschen und gönnen uns im dortigen Café einen leckeren Kaffee.

Durch Zufall ist die Betreiberin des „Haus Graven“ vor Ort und wir kommen mit ihr ins Gespräch. Sie teilt uns mit, dass abends noch eine größere Veranstaltung stattfindet. Eine Kölner Karnevalsgröße hat sich samt Gefolge zum Feiern angekündigt.

Nachdem wir unseren Kaffee genossen haben, brechen wir auf. Am Wegesrand können wir beobachten, wie Heißluftballons „angeblasen“ werden.

             

Es handelt sich offenbar um Vorbereitungen für den angekündigten Besuch der Kölner Karnevalsgröße. Halt ein typisch, kölscher Empfang … 😉

SOLINGEN

Wir kommen nun langsam in Solinger Gefilde.   

Die „neongrünen Jungs“ machen weiterhin auf spielende Kinder aufmerksam.

Für ein paar Kilometer umschließt uns nochmals ein traumhaftes Wald- und Heidegebiet.

     

An einem kleinen Weiher ist wunderbar zu erkennen, wie trocken und regenarm das Jahr 2018 war.

nur noch eine kleine Pfütze

Erinnerungen

Es geht am Solinger Vogel- und Tierpark vorbei und plötzlich offenbart sich uns ein denkwürdiger Anblick.

Wir befinden uns auf dem Hermann-Löns-Weg. 

Fußball-Liebhabern wird dieser Name etwas sagen. Mein Bekannter – selbst eine wandelnde Fußball-Enzyklopädie – gibt mir ein paar Hintergrundinfos zum Hermann-Löns-Stadion.

Das 1929 erbaute Stadion war unter anderem die Heimspielstätte der Fußballvereine SG Union Solingen und 1. FC Union Solingen. Der 1. FC  Union Solingen hatte zu seinen besten Zeiten Spieler wie Dirk Hupe, Werner Lenz, Helmut Pabst, Wolfgang Schäfer, Volker Diergardt und Demir Hotic unter Vertrag.

Aktuell bietet sich nur noch das Bild einer riesigen Baustelle.

Dort, wo damals regelmäßig Mannschaften wie Bayer Leverkusen, Schalke 04 sowie der SC Freiburg aufliefen, erinnert nicht mehr viel an ein Fußballstadion.

Bis 2020 werden hier neue Wohnhäuser ihren Platz gefunden haben.

Adieu, Du gute, alte Fußball-Zeit!  

Ankunft in Casa N

Nach den heutigen rund 30 Kilometern ist es vollbracht.

Ich bin am Ziel meiner 3-tägigen Wanderung angekommen.

Freudig werde ich von den Betreibern des „Casa N“ begrüßt.

Man zeigt mir zunächst meine Schlafstätte. Es handelt sich um ein wunderbares Dachzimmer mit tollem Ausblick.

Als nächstes darf ich mein nasses Zelt (die Kondensfeuchtigkeit der letzten Nacht war doch enorm!) auf der Dachterrasse aufbauen und dort über Nacht zum Trocknen stehen lassen.

„Ein Königreich für eine Dusche!“ denke ich mir nach dem Zeltaufbau und schlendere ins Badezimmer.

Nach 3 Tagen ohne richtige Körperhygiene, fühlt sich das Wasser auf der Haut paradiesisch an. Ich gönne mir wirklich eine sehr ausgiebige Duschsitzung.

Hiernach wird mir ein superleckeres Abendessen kredenzt.

Das Schöne an entbehrungsreichen Zeiten ist bekanntlich, dass man die „normalen“ Dinge im Nachgang wieder mehr zu schätzen weiß.

„Hach, wie köstlich doch frischer Salat und ein paar Spaghetti Bolognese schmecken können!“

Nach einem Absacker (oder waren es doch 3 – 4 😀) und einem netten Gespräch mit den Betreibern des „Casa N“, krabbele ich die steile Treppe in mein Dachzimmer hinauf.

Dort falle ich völlig erschöpft, aber sehr glücklich, auf mein Bett.

Ich bin einfach zu müde, um den Tag nochmals Revue passieren zu lassen.

„Das hole ich nach! Jetzt einfach nur noch die Augen zu und ab ins Land der Träume!“

Mit diesem Gedanken beende ich glücklich und zufrieden den letzten Tag meines kleinen Wander-Abenteuers. Augenblicklich fallen meine Augen zu und wohltuender Schlaf empfängt mich.

FAZIT

Ich betrat mit dieser mehrtägigen Wanderung wieder einmal persönliches Neuland. Es war kleines, überschaubares Neuland, aber immerhin Neuland.

Bisher war ich auf Wanderungen noch nie mit einem Zelt unterwegs. Durch die Komponente des Neuen und Unbekannten bekam diese Wanderung für mich eine besondere Würze.

Nun habe ich meinen Horizont um diese Erfahrung der Zeltübernachtung erweitert. Meinem Naturell entsprechend folgt in absehbarer Zeit der nächste Schritt – das Wildcampen.

Und danach dann … und danach dann … und danach dann …      

So funktioniert meine kleine Welt der Selbsterfüllung. Stillstand ist für mich in diesem Lebensbereich – meiner raren Freizeit – Rückschritt.

Bewegung ist mein persönliches Synonym von Leben und Freiheit.

Zudem liebe und brauche ich es, in meinem Leben simplen Grundsätzen zu folgen.

Für mich gilt beispielsweise:

  • Wenn sich mein Herz nicht mehr bewegt, es nicht mehr schlägt, bin ich körperlich tot.
  • Wenn mein Herz von nichts mehr bewegt und berührt wird, bin ich emotional tot.

Um zu leben benötige ich also Bewegung. Bewegung in den unterschiedlichsten Ausprägungen.

Nicht mehr und nicht weniger! Simpel und einfach, oder?! 😉

Gedankenspiele zum Schluss

Für jeden Einzelnen von uns geht es eigentlich nur darum, das „Drama“ des realen Lebens anzunehmen.

Drama des Lebens

Michel de Montaigne sagte einmal: „Unsere vornehmste Aufgabe ist es zu leben.“

„Mein Leben leben“ heißt: Man darf einen Lebensweg wählen, der nicht als Norm für Andere gelten muss.

Kein Lebensweg ist ein gerader Weg. Kein Lebensweg verläuft auf absolut sicheren Wegen. Leben ist Risiko, Leben ist Herausforderung, Leben ist BEWEGUNG!

Quelle: https://www.flickr.com/photos/h-k-d/
Unser Leben ist eine endliche, begrenzte Größe

Diese Endlichkeit des irdischen Daseins ist uns allen bekannt. Dennoch kommt es zu folgendem Phänomen:

Wir leben oftmals im täglichen Alltagstrott einfach nur vor uns hin. Ein ereignisloser Tag löst einen anderen ereignislosen Tag ab. Wir leben in Monotonie und Gewohnheit, ohne unserem zeitlich begrenzten Dasein neue, lebendige Impulse zu verleihen.

In der Folge scheint der Sand in unserer persönlichen Lebensuhr immer schneller durchzurieseln.

Sanduhr des Lebens

Irgendwann fragen wir uns: „Wo sind die Jahre geblieben?“

Zwangsläufig werden wir zum Ende unseres Lebens eine persönliche Lebensbilanz aufstellen müssen. Ein finaler Rückblick auf das Gewesene ist irgendwann unausweichlich. An diesem Punkt im Leben muss man sich selber schonungslos Antworten auf existenzielle Fragen geben. Fragen, die man sich eventuell einige Jahrzehnte früher hätte stellen sollen, um noch Richtungsänderungen auf dem eigenen Lebensweg vornehmen zu können.

  • Habe ich den Mut gehabt mein Leben so zu führen, wie ich es führen wollte oder habe ich mein Leben so gelebt, wie andere es von mir erwarteten?
  • War ich glücklich und zufrieden in meinem Leben bzw. habe ich mich überhaupt bewußt auf die Suche nach Glück und Zufriedenheit in meinem Leben begeben?
  • Kann ich mit tiefer Dankbarkeit auf mein Leben zurückblicken?

Kinder als Vorbild                              

Hinsichtlich der Art und Weise, wie man durch sein Leben gehen sollte, müßten wir uns viel mehr an unseren Kinder orientieren. Sie sind in dieser Hinsicht sehr nachahmenswerte Vorbilder!

Unsere Kinder probieren regelmäßig – auf spielerische und unbefangene Art und Weise – Dinge aus, die ihnen unbekannt und neu sind. Hierdurch entdecken sie die Welt und das Leben immer wieder aufs Neue. Unsere Kinder saugen diesen wunderbaren Zauber, der allem Neuem zugrunde liegt, förmlich in sich auf.

Das ist meines Erachtens ein wichtiges Puzzle-Teil auf dem Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben.

Wir alle haben zwei Leben. Das Zweite beginnt, wenn wir erkennen, dass wir nur Eines haben.“ Tom Hiddlestone 

In diesem Sinne,

Euer Schulle

 

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