Tag 1 – Wanderung vom Niederrhein ins Bergische Land

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In den kommenden 3 Tagen werde ich die Gegend zwischen Rheinberg (Niederrhein) und Solingen (Bergisches Land) wandernd erkunden. Es wird meine erste Wanderung mit Zeltübernachtung sein. Entsprechend groß ist meine innere Anspannung. Ich betrete mit dieser Wanderung teilweise Neuland und es fühlt sich im Vorfeld irgendwie nach Abenteuer an.

Wir haben heute Donnerstag, den 01. November 2018. Es ist Allerheiligen. Am kommenden Samstag (03. November) möchte ich mein Ziel im Bergischen Land erreicht haben.

Es warten ziemlich genau 105 km auf mich, die wandernd entdeckt werden wollen. Aufgeteilt habe ich diese 105 km folgendermaßen:

  1. Tag: Rheinberg  / Entenfangsee                        40 km

2. Tag: Entenfangsee / Unterbachersee              35 km

3. Tag: Unterbachersee / Solingen                        30 km

Es sind 2 Zeltübernachtungen eingeplant.

Für die erste Nacht werde ich mein Zelt am Entenfangsee im Duisburger Süden aufschlagen. Die zweite Nacht will ich am Unterbacher See bei Düsseldorf verbringen.

Der Spaß beginnt

Pünktlich um 06:30 Uhr schellt der Wecker.             

Mein Vater hat sich um 08:15 Uhr angekündigt, um mich netterweise mit dem Auto zum linksrheinischen Startpunkt meiner Wanderung zu bringen. Es verbleibt somit genügend Zeit, um erst einmal in Ruhe dem morgendlichen Kaffee-Ritual nachzugehen.

So richtig genießen kann ich den Kaffee jedoch nicht. Ich bin einfach zu aufgeregt. Zudem muss mein Rucksack noch gepackt werden.

Nachdem der Kaffee runtergekippt ist und auch ein kleines Müsli den Weg in meinen Magen gefunden hat, widme ich mich erst einmal meinem Rucksack.

Da ich meine komplette Ausrüstung bereits gestern in wasserdichten Packsäcken verstaute, geht das Packen des Rucksacks recht schnell. Nach 15 Minuten ist alles dort, wo es hingehört.

Mein TATONKA ist startklar

„In 45 Minuten kommt Papa!“ geht es mir durch den Kopf und ich beschließe, mir noch schnell eine kurze Duschsitzung zu gönnen. In den kommenden 3 Tagen wird die Körperhygiene eine untergeordnete Rolle spielen müssen. Auch mal eine interessante, neue Erfahrung …

Pünktlich um 08:15 Uhr steht das väterliche Taxi vor der Tür.        

Mit einem Lächeln im Gesicht wuchte ich meinen Rucksack in den Kofferraum und nehme mit einer tiefen, inneren Vorfreude auf dem Beifahrersitz Platz. Auf nach Rheinberg!

RHEINBERG

Nach knapp 25 Minuten Fahrt erreichen wir meinen Startpunkt.

Vadder mit frisch gewaschenem Auto am Startpunkt 😀

Ich schultere meinen Rucksack und erahne sofort, dass knapp 20 kg Gewicht nicht zu unterschätzen sind, wenn man ein Tagespensum zwischen 30 und 40 Kilometern anpeilt.

DerSchulle ist bereit …

In der Wander-/Trekkingszene wird hinsichtlich des mitgeführten Materials oft von „leicht“ und „ultraleicht“ gesprochen. Davon bin ich weit entfernt. Ich möchte allerdings betonen, dass ich den kompletten Proviant für 3 Tage und knapp 3 Liter Wasser mitführe. Das relativiert die knapp 20 kg ein wenig. Zudem ist mein TATONKA-Rucksack mit seinen knapp 2,5 kg Leergewicht kein leichter Geselle.

Mein Vater lässt es sich nicht nehmen, mich auf dem ersten Kilometer zu begleiten. Somit wird er auch Zeuge der ersten Kuriosität am Wegesrand.

Grüne Bank???

Nach 1 Kilometer verabschieden sich Vater und Sohn voneinander.

Kleiner Exkurs: Elterliche Sorgen

Ich kann meinem Vater ansehen, dass er ein wenig besorgt ist.

Einerseits freuen sich meine Eltern natürlich sehr für mich, dass ich solch einen Spaß an Erlebnissen in der Natur habe. Andererseits ist aber auch häufig die elterliche Sorge vorhanden, dass mir unterwegs etwas passieren könnte. Es spielt hierbei sicherlich auch eine Rolle, dass ich meistens alleine unterwegs bin.

Man bleibt halt immer das Kind seiner Eltern.

Wie heißt es so schön:

„Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen!“ 😉

Da ich mittlerweile selber Vater bin, kann ich die Sorgen meiner Eltern natürlich nachvollziehen. Nehmen kann ich sie meinen Eltern aber nicht. Das sind halt die Päckchen des Lebens, die jeder von uns mit sich herumtragen muss.

Letztlich weiß meine komplette Familie, dass ich mich nicht völlig naiv und blauäugig unkalkulierbaren Gefahren aussetze. Ich plane meine Unternehmungen im Vorfeld recht genau und wäge mit gesundem Menschenverstand ab, zu was ich in der Lage bin und wovon ich lieber die Finger lasse.

Anspruchsvolle Bergtouren kämen für mich augenblicklich zum Beispiel überhaupt noch nicht in Frage. Das wurde mir dieses Jahr bereits bei einer einfachen Wanderung am Monte Baldo klar.

So schön es ist – das muss warten …

Am Berg fehlt mir einfach noch die nötige Erfahrung. Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, sich etwas Zeit zu nehmen, um langsam in Dinge hineinzuwachsen.

Durch meine lange Erfahrung im Ausdauersport kann ich meinen Körper und dessen Leistungsvermögen  zudem sehr gut einschätzen. Das ist in meinen Augen bei Solo-Unternehmungen ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Mich treibt zudem nicht das Gefühl an, dass ich mir noch etwas beweisen müsste. In dieser Hinsicht habe ich mich in den letzten Jahren ausreichend im Ausdauersport ausgetobt.

Passieren kann einem natürlich immer etwas! Ein gewisser Grad an Grundrisiko gehört einfach zum Leben dazu. Wenn es das Schicksal schlecht mit Dir meint, kannst Du eh nichts daran ändern. Et kütt wie et kütt …

Nun aber wieder nach Rheinberg

Über typische, niederrheinische Feldwege bewege ich mich zunächst grob Richtung Rhein.

   

Der Himmel ist größtenteils bedeckt. Laut der Wetterprognosen soll es gegen Nachmittag regnen. Die Wetterfrösche irren sich aber auch gerne einmal, daher mache ich mir jetzt – um 10 Uhr – noch keine Sorgen über Regen und Feuchtigkeit.

Auf der anderen Rheinseite kann ich das Heizkraftwerk der STEAG in Duisburg Walsum erkennen.

EVERSAEL

Nach 5 km erreiche den kleinen Ort Eversael. Mir springen sofort einige Hinweisschilder von Hundebesitzern ins Auge.

Das Dokumentieren der Individualität solcher Hinweisschilder ist seit Längerem Bestandteil meiner Wanderungen. Ich freue mich regelrecht über jedes neue Hundeschild.

In einer kleinen Nebenstraße entdecke ich einen interessanten, mediterranen Baustil.

Südlicher Flair am Niederrhein

Das passt zwar nicht unbedingt an den Niederrhein, ist aber auf jeden Fall ein Blickfang.

Ein Stück weiter wecken zwei Farbkleckse mein Interesse.

               

Nun geht es in Richtung der Ortschaft Orsoy. Mein Weg führt an einer Hauptstraße entlang. Da heute jedoch Allerheiligen ist, sind kaum Fahrzeuge unterwegs.

Am Wegesrand gibt es immer wieder ein paar interessante Dinge zu entdecken.

              

ORSOY

Nach 9 km laufe ich in Orsoy ein.

Orsoy liegt direkt am Rhein und verfügt auch über eine Fährverbindung zur anderen Rheinseite (Duisburg Walsum). Demjenigen, der ein wenig an Stadtgeschichte interessiert ist, kann Orsoy einiges bieten (Link hier).

  

Orsoyer Impressionen

Von Orsoy aus geht es nun Richtung Duisburg und somit auch zu meiner anvisierten Rheinquerung.

Unterwegs treffe ich interessante Fortbewegungsmittel.

Endlich dürfen meine Füße wieder richtige Feldwege unter die Füße nehmen.

Lasse ich den Blick Richtung Rhein schweifen, ist unschwer zu entdecken, dass ich mich in Richtung „Ruhrpott“ bewege.

BAERL

Mittlerweile bin ich knapp 3 Stunden unterwegs und erreiche Duisburg-Baerl. Hier führt mich mein Weg das erste Mal unmittelbar an den Rhein.

Es ist immer wieder ein schönes Gefühl direkt am Wasser zu wandern.

Am Wegesrand begegne ich manch interessiertem Beobachter.

     

Ab und zu sehe ich interessante Schilder, bei denen sich mir die Bedeutung jedoch nicht erschließt.

Hä???

Von Duisburg-Baerl bis nach Duisburg-Homberg gehe ich knapp 4 Kilometer am Rhein entlang.

  

HOMBERG

Duisburg-Homberg ist dann wieder eine willkommene Abwechslung.

Ich komme durch städtisches und industrielles Gebiet.

                   

Auf einem großen Plakat entdecke ich folgendes Bild.

Ich bleibe stehen und schaue mir das Plakat längere Zeit an.

Ein kleines Mädchen steht mitten in den Trümmern eines Wohngebiets und springt Seilchen. Obwohl das Zuhause des Mädchens offenbar größtenteils zerstört wurde, hat das Mädchen ein ungekünsteltes, lebensbejahendes Lächeln im Gesicht. Das Mädchen strahlt trotz der Widrigkeiten pure Lebensfreude aus.

Über dieses Bild muss ich auf den nächsten Kilometern intensiver nachdenken.      

Mir kommt unentwegt folgender Gedanke in den Kopf.

„Man, uns geht es hier in Deutschland so verdammt gut und trotzdem sind so viele Menschen in diesem  Land ständig am Jammern. Es wird über den Job gejammert, es wird über das Wetter gejammert, es wird über den Lebenspartner gejammert. Überall in Deutschland begegnet einem lautes Gejammer. Die Mundwinkel vieler Deutscher hängen verdammt tief herunter. 🙁 Es ist häufig eine depressive Grundstimmung wahrnehmbar. Traurig, traurig, traurig … Warum ist das so? Sind wir Deutschen nicht mehr in  der Lage, den wahren Wert und die wahre Schönheit des Lebens zu erkennen? Sind wir zu einem Volk der „Jammerer“ mutiert?“

Während dieser Gedankengänge schleicht sich in mir wieder ein Gefühl der Dankbarkeit ein.

Dankbarkeit dafür, dass es mir möglich ist das zu machen, was ich gerade mache. Einfach durch die Gegend wandern, meinen Gedanken freien Lauf lassen und den Zauber des Moments spüren.

In solchen Momenten blicke ich oftmals in den Himmel und danke einer höheren Macht, die es mir ermöglicht, mein Leben so zu führen, wie ich es führe.

Am Rande von Duisburg-Homberg entdecke ich am Straßenrand einen knallroten Porsche 968, der mich förmlich zu einem Foto einlädt.

Porsche 968
Porsche 968

Den Porsche 968 sieht man nicht mehr ganz so häufig auf deutschen Straßen, daher freue ich mich um so mehr über dieses gut erhaltene Exemplar.

Ein paar Meter weiter komme ich an einem Wohnkomplex vorbei, welcher direkt am Rhein liegt. Bis zum Wasser sind es höchstens 50 Meter.

Wohnen in 1. Reihe

Es gibt schon schöne Wohnlagen! Leider hat so etwas auch immer seinen Preis und geht wohl in die Richtung „unerschwinglich für Otto Normalverbraucher“.

Der Weg führt weiter am Rhein entlang.

Hinter Homberg erstrecken sich teilweise wieder weite Rheinauen vor mir.

Mittlerweile sind bereits 25 km zurückgelegt. Ich fühle mich noch recht frisch. Pro Stunde nehme ich zwischen 150 und 200 kcal in Form von Energie-Riegeln (gekauft und selbstgemacht) zu mir.

Da fällt mir ein, dass ich Euch längst ein Rezept für selbstgemachte Energieriegel zur Verfügung stellen wollte. Das werde ich in den nächsten Wochen wirklich machen – versprochen!

Gestank

Plötzlich steigt mir ein komischer Geruch in die Nase.

Felder, die mit Jauche gedüngt werden, sind weit und breit nicht zu entdecken. Der Geruch muss eine andere Ursache haben. Dann erfahre ich den Grund des Wohlgeruchs.

    lecker Klärschlamm 😉

In den Rheinauen werde ich Zeuge einer kleinen Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Eseln. Den Ausgang dieser „Eselei“ bekomme ich allerdings nicht mehr mit.

Dann erblicke ich endlich die Hochfelder Brücke.

Sie stellt den Ort meiner Rheinüberquerung dar. Duisburg-Kenner wissen natürlich, dass es sich um die „Brücke der Solidarität“ handelt.

HOCHFELD

Mit Duisburg-Hochfeld wartet nun der Duisburger Stadtteil auf mich, welcher  mir im Vorfeld etwas Bauchschmerzen verursachte. Ein Arbeitskollege, selbst Duisburger Urgestein, erzählte mir kürzlich anschaulich von den Hochfelder Problemvierteln. Dort soll sich selbst die Duisburger Polizei nicht so gerne sehen lassen.

„Sauber – und da willst Du lang!“ ging es mir bereits bei den Planungen der Wanderung durch den Kopf.

Mein Arbeitskollege beruhigte mich allerdings dahingehend, dass meine geplante Route durch das Hochfelder Industriegebiet führt, welches nicht als problematisch gilt. Sein Wort in Gottes Ohr!

Innerlich recht angespannt überquere ich den Rhein und betrete Hochfelder Boden.

Mein Weg führt in den „RheinPark“.

Heute ist Allerheiligen und somit ist auf den Straßen entsprechend wenig los. Der Himmel hat sich immer mehr zugezogen, wodurch nun alles recht trist und grau wirkt.

Alles in allem eine sehr unwirtliche Atmosphäre. Ich bin froh, wenn ich gleich den benachbarten Stadtteil Wanheimerort erreiche.

Plötzlich stehe ich allerdings vor einer Duisburger Institution des Nachtlebens – dem PULP.

Die Geschichte dieser Diskothek ist recht interessant – siehe hier.

WANHEIMERORT

Bei Erreichen der 30 km-Marke befinde ich mich Mitten in Wanheimerort. An manchen Häusern grüßen bunte Blümchen und die letzten Überbleibsel von Halloween stehen noch vor einzelnen Haustüren.

      

Mittlerweile ist es bereits Nachmittag. Ich muss zu meinem Leidwesen feststellen, dass die Wetterprognose leider stimmt. Es fängt an zu regnen.

Zunächst toleriere ich den Regen und laufe ohne jeglichen Regenschutz weiter.

„Immer optimistisch bleiben! Das ist bestimmt nur ein kleines Schäuerchen.“ mache ich mir Mut.

Der Regen wird jedoch stärker. An einer Unterführung halte ich an und krame meine Regenjacke aus dem Rucksack. Den Rucksack schütze ich mit der dazugehörigen Regenhülle. Das müsste zwar nicht unbedingt sein, da alle Dinge im Rucksack mit wasserdichten Packsäcken geschützt sind. Schaden tut es aber auch nicht …

Hinter Wanheimerort laufe ich durch ein kleines Wäldchen.

Hier bin ich zumindest ein wenig vor dem Regen geschützt und meine Füße freuen sich über den weichen Waldboden. Langsam aber sicher macht sich das dauernde Laufen auf Asphalt und die knapp 20 kg Gepäck auch an den Füßen bemerkbar.

Sechs-Seen-Platte

Dann komme ich an die Duisburger Sechs-Seen-Platte. Bei schönem Wetter ist das wirklich eine traumhafte Gegend im Duisburger Süden. Bei dem augenblicklichen Regen kann man die wahre Schönheit allerdings nur erahnen.

         leider Schmuddelwetter

Mehr Infos zur Sechs-Seen-Platte findet Ihr hier.

Mit dem Erreichen der Sechs-Seen-Platte ist mir klar, dass mein Übernachtungsdomizil, der Campingplatz am Entenfangsee, nicht mehr weit entfernt ist.

Mittlerweile zieht auch die Dämmerung auf und ein Blick auf meine GPS-Uhr verrät, dass nun bereits 40 km hinter mit liegen.

„Jetzt wird es aber auch Zeit, dass ich mein Zelt aufschlage und endlich aus den Schuhen herauskomme!“ spukt es mir durch den Kopf.

Am Ziel des ersten Tages

Noch kurz über eine Brücke und ich stehe endlich am Entenfangsee.

Der Campingplatz liegt sehr idyllisch direkt am See. Mir fällt jedoch bereits vor dem Betreten des Geländes auf, dass ein stetes Grundrauschen von einer Autobahn (A3) in der Luft liegt. Zudem führt in ein paar Hundert Metern Entfernung eine Bahnlinie am Campingplatz vorbei.

links Bahngleise / rechts die A3

Idyllisches Zelten hatte ich mir ruhiger vorgestellt.

„Egal, Du bist nachher eh total müde und schläfst bestimmt wie ein Stein!“ mache ich mir Mut.

Um es vorwegzunehmen – müde war ich in der Tat, nur mit Schlaf eines Steines sollte es nicht so ganz klappen.

Ich melde mich kurz in der Rezeption des Campingplatzes, die glücklicherweise noch besetzt ist. Eine nette Empfangsdame nimmt meine 16,50 EUR Platzgebühr entgegen und zeigt mir sogar persönlich die Stelle auf dem Platz, wo ich mein Zelt aufschlagen kann. Das nenne ich Service!

Mittlerweile ist es dunkel und im Licht meiner Stirnlampe baue ich mein ROBENS-Zelt auf.

Obwohl ich den Aufbau erst einmal bei uns im Garten probeweise geübt hatte, geht der Aufbau sehr fix.

              

 Zunächst die wasserdichte Plane auslegen und dann das Zelt darauf aufbauen

Nach ein paar Minuten steht das Zelt und ich kann meinen Rucksackinhalt im Inneren des Zeltes ausbreiten.

ROBENS Merlin
Home Sweet Home

Als alles an seinem Platz ist, nehme ich auf meiner Isomatte Platz und erwärme auf meinem Kocher das Wasser für meine vorportionierten Asia-Nudeln. Zu den Asianudeln gönne ich mir noch ein paar kalte Falafel, die ich bereits gestern Abend daheim vorbereitet habe.

Erstklassiges 2-Gänge-Menue unter freiem, regnendem Himmel

„Hm, gleich gibt es endlich etwas Herzhafteres als den Riegel-Kram!“ Alleine bei diesem Gedanken läuft mir das Wasser bereits im Munde zusammen.

Wenn Du den ganzen Tag über Energieriegel, die meist recht süß sind, zu Dir genommen hast, möchtest Du abends auf keinen Fall nochmals etwas Süßes. Außer zum Dessert vielleicht …

Wie eingangs bereits angedeutet, führe ich meine komplette Verpflegung für die 3 Wandertage mit mir und fülle unterwegs nur meine Wasserflaschen auf. Ich habe mein Essen für jeden Tag vorportioniert und in normalen Gefrierbeuteln abgepackt. So schaut das dann aus:

Mächtig viel Energie

Nach meinem opulenten Abendessen muss ich erst einmal ins Sanitär-Haus, um meine Küchenuntensilien etwas zu säubern. Also ziehe ich die Wanderschuhe wieder an und stampfe im Schein der Stirnlampe durch den Regen.

Wo ich schon einmal an einer Wasserquelle bin, fülle ich am Wasserhahn schnell meine Wasserflaschen auf, damit ich zum Frühstück meinen Instant-Kaffee und mein Müsli zubereiten kann.

Gegen 20:30 Uhr suche ich nochmals das Sanitär-Haus auf und mache eine kurze Katzenwäsche für die Nacht.

Dann geht es zurück ins Zelt und ich krieche in meinen kuscheligen Schlafsack.

Es regnet noch immer und ich bin gespannt, wie mein Zelt dieses feuchte Wetter verpackt.

Regen, Regen, Regen …

Gegen 21:00 Uhr versuche ich einzuschlafen, was trotz meiner Müdigkeit nicht ganz so einfach ist.

Ich bin von daheim absolute Stille beim Einschlafen gewohnt. Hier, in direkter Nachbarschaft zur A3, ist jedoch ein dauerhafter Geräuschpegel vorhanden. Zudem weiß ich noch nicht so genau, wie ich mich auf meiner Isomatte hinlegen soll. Eigentlich bin ich Seitenschläfer. Diese Lage ist aber im Schlafsack, in Kombination mit der Isomatte, nicht so bequem, wie ich es gewohnt bin.

„Bringe erst einmal diese erste Nacht hinter Dich. Morgen fällt dann bestimmt alles etwas leichter!“ mache ich mir Mut und falle kurz darauf auch in ein Art Halbschlaf.

Es ist in der Tat ein sehr unruhiger und leichter Schlaf. Dauernd tut mir etwas anderes weh. Mal schmerzt es an der oberen Fußsehne, mal zwickt eine Sehne am Knie, mal meldet sich die Hüfte.

Mein Körper hat nun – während ich schlafe – anscheinend einiges an Reparaturarbeit vor sich.

Ein sehr anstrengender, abwechslungsreicher und aufregender erster Wandertag liegt hinter mir.

So kann es morgen gerne weitergehen – allerdings bitte ohne Regen!

Gute Nacht,

Euer Schulle

 

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