SPORT – Erinnerungen an die Anfänge

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Kürzlich äußerte mein Sohn (13) recht beiläufig: „Papa, ich wurde in der Schule wieder gefragt, ob Du Sportler bist und viel Sport treibst.“

„Aha – und weshalb hat man Dich das gefragt?“ wollte ich wissen.

„Keine Ahnung. Wenn Dich andere sehen fragen sie mich halt, ob Du Sportler bist. Das ist schon häufiger passiert.“

„Interessant … darüber muss ich bei Gelegenheit mal nachdenken“ ging es mir durch den Kopf.

Sportler                                        Sportler

Laut WIKIPEDIA ist ein Sportler eine Person, die regelmäßig und intensiv eine oder mehrere Sportarten betreibt. Gut, das trifft weitestgehend auf mich zu.

Letztlich ist die Frage an meinen Sohn, ob ich intensiv Sport treibe, völlig legitim.

Aber warum ist das für Jugendliche so interessant?

Was verbindet die heutige Jugend mit einem „Sportler“?

Ist man heutzutage als Sportler eher nachahmenswertes Vorbild oder abschreckender Exot?

Wie war das damals bei mir, als ich in die Lebensphase der Pubertät hineinschnupperte?

Zeitreise – Sport und Bewegung gestern

Ich erblickte Anfang der 70er-Jahre das Licht der Welt. Ungefähr zur selben Zeit wurde auch die damalige Trimm-Dich-Bewegung ins Leben gerufen.

Wer von Euch erinnert sich noch an Trimmy?

                                                                                               Trimmy©DOSB

Initiator dieser Trimm-Dich-Bewegung war der Deutsche Sportbund.

In vielen Städten und Gemeinden wurden Trimm-Dich-Pfade errichtet. Diese Trimm-Dich-Pfade waren jedem Bürger kostenlos zugänglich und lagen größtenteils in bewaldeten Bereichen. Es handelte sich um einen Mix aus Laufstrecke und verschiedenen Übungsstationen (Bocksprung, Klimmzug, Hangeln etc.).

Bereits Anfang der 70er-Jahre war man sich der zunehmenden Bewegungsfaulheit und wachsenden Zahl der Übergewichtigen bewusst. Dieser Entwicklung versuchte man damals unter dem Motto „Trimm Dich“ entgegenzuwirken und die Gesundheit zu fördern.

DerSchulle meets „Trimm Dich“

Ich verbrachte meine gesamte Kindheit am Niederrhein. In Flüren, einem Stadtteil meiner Heimatstadt Wesel, existierte damals ein Trimm-Dich-Pfad. Mein Vater verabredete sich dort regelmäßig mit seinem Bruder, um ein brüderliches Kräftemessen zu veranstalten. Mein Cousin und ich wurden oftmals mitgenommen.

Armdrücken

Ich war damals ungefähr 10 Jahre alt und mein Cousin 1,5 Jahre älter. Wir waren unseren Vätern vom Lauftempo her natürlich noch hoffnungslos unterlegen.

Das Schöne an den Trimm-Dich-Pfaden war jedoch, dass nach ein paar Hundert Metern Laufstrecke immer eine Übungsstation folgte. Dort schlossen wir zu unseren Vätern auf und bewunderten, wie sie sich im Klimmzug, Liegestütz, Hangeln und einigen anderen Übungen duellierten.

Oftmals hieß es dann: „Jetzt seid Ihr dran!“

Mein Cousin und ich duellierten sich dann ebenso ehrgeizig an den Übungsstationen, wie unsere Väter es vorgemacht hatten. Nicht selten schlug ich meinen älteren Cousin und genoss es, den Stolz im Gesicht meines Vaters zu sehen.

Vater Sohn Stolz

Das Ende und ein Anfang

Im Laufe der 80er-Jahre ebbte das öffentliche Interesse an Trimm-Dich-Pfaden langsam ab. Sie wurden immer weniger genutzt und gerieten mehr und mehr in Vergessenheit. Schließlich verschwanden sie fast vollständig von der Bildfläche.

In den 80er-Jahren herrschte in Sachen „Bewegung“ ein anderer Zeitgeist als in den 70ern.

Es schwappte eine riesige Fitnesswelle aus den USA zu uns rüber. Der eigene Körper bzw. die Optik des eigenen Körpers erhielt eine neue Bedeutung in unseren Köpfen. Es entwickelte sich langsam aber sicher ein regelrechter Körper-Kult.

Bodybuilder Bulldog

Innerhalb von recht kurzer Zeit öffneten jede Menge Fitnessstudios ihre Pforten.

Die Laufszene

Gleichzeitig bildete sich in den 80er-Jahren eine immer größer werdende Laufszene. Anfänglich wurde der verschwitzt vor sich hin hechelnde Gelände- und Straßenläufer noch verständnislos belächelt. Langsam aber stetig entwickelte sich das Laufen aber zur Lebenseinstellung und zum gesellschaftlichen Phänomen.

Lebenseinstellung Laufen          

Der heutige, milliardenschwere Laufmarkt verdankt seine Existenz ein paar vereinzelten „Verrückten“. Diese „Verrückten“ zogen vor 40 Jahren einfach regelmäßig ihre Turnschuhe an, um sich in der Natur zu bewegen.

Surfer auf der Fitnesswelle

Im damaligen Zeitschriftenladen meines Vertrauens sah ich Mitte der 80er-Jahre immer mehr Fitness-Zeitschriften ausliegen. Auf den Covern sah man wahnsinnig muskulöse Männer und hübsche „Fitness-Babes“.

Sport Revue

Auf mich, einen 15-jährigen Jungen in der Blütephase des hormonellen Pubertäts-Chaos, übten solche Zeitschriften-Cover damals eine ungemeine Anziehungskraft aus.

„Diese Bauchmuskeln, Arme und das Mädel will ich auch irgendwann haben!“ träumte ich vor mich hin. Erst später erkannte ich, dass Träume nicht immer in Erfüllung gehen. Ein 48er-Oberarm blieb jedenfalls Utopie. Das mit den Mädels klappte dann schon etwas besser … 😁

Eisen im Keller

Zur selben Zeit schaffte sich mein Vater eine Hantelbank an, die ihren Platz in unserem Keller fand. Eine Langhantel, zwei Kurzhanteln und ein paar Gewichte – mehr brauchte man damals nicht.

Bankdrücken

Immer häufiger trainierte ich mit Freunden bei uns im Keller. Mit einer tiefen Genugtuung nahmen wir nach einiger Zeit des Trainings die ersten „Muskel-Hügelchen“ an unseren Körpern wahr.

California in Germany

Ende der 80er-Jahre beschlossen mein Freund Michi und ich, dass wir uns mal ein richtiges Fitness-Studio von innen ansehen wollten. Das Studio unserer Wahl hieß damals „California“ und lag mitten in der Weseler Innenstadt.

Was wir dort vorfanden, verschlug uns die Sprache. So viele verschiedene Trainingsgeräte hatten wir noch nie auf einem Haufen gesehen. Kein Wunder – kannten wir bislang doch nur die Hantelbank und Hanteln im heimischen Keller.

Der Trainer im „California“ war selber ein waschechter Bodybuilder. Er hätte auch dem Cover einer meiner Fitness-Zeitschriften entsprungen sein können.

Kurze Zeit nach unserem Besichtigungstermin wurden Michi und ich Mitglied im „California“. Der Monatsbeitrag sprengte allerdings ein gewaltiges Loch in unseren Taschengeld-Etat. Das war es uns damals aber mehr als wert!

Wachablösung beim Waldlauf

Mein Vater gehörte in den 80er-Jahren dem noch sehr überschaubaren Kreis der regelmäßigen Jogger an. Er lief häufig seine 20 km lange „Hausrunde“, die größtenteils durch waldiges Gebiet führte.

Irgendwann – ich werde zwischen 16 und 17 Jahre alt gewesen sein – begleitete ich meinen Vater mal wieder auf seiner „Hausrunde“.

In der Vergangenheit war es bereits vorgekommen, dass ich während des Joggens Seitenstiche bekam und nicht mehr richtig weiterlaufen konnte. Mein Vater ärgerte sich dann wahrscheinlich jedes Mal darüber, dass er wegen mir ausgebremst wurde und die Runde nicht vernünftig absolvieren konnte. Gesagt hat er das zwar nie, aber man hat als Kind bekanntlich Antennen für Stimmungen der Eltern.

Temporausch

An jenem Tag war allerdings alles ein wenig anders als sonst. Wir waren auf unbefestigten Waldwegen unterwegs und hatten noch knapp 10 km vor uns, als sich folgende Situation ereignete:

„Papa, macht es Dir etwas aus, wenn ich ab hier mein eigenes Tempo laufe?“

„Kennst Du denn den Weg bis nach Hause?“ fragte er mich.

„Klar – laufe Du ruhig Dein Tempo weiter!“ entgegnete ich.

Mein Vater dachte vermutlich, dass ich wieder Seitenstiche habe oder einfach erschöpft bin.

Mit dieser Vermutung lag er diesmal allerdings völlig falsch!

Ich gab einfach Gas und schoß davon. Meine Füße schienen förmlich über den lockeren, federnden Waldboden zu fliegen.

Daheim erfuhr ich von meinem Vater, dass er meinen Antritt zunächst für jugendlichen Übermut hielt. Er war sich sicher, dass in Kürze mein Einbruch folgen würde und er dann lächelnd an mir vorbeiliefe.

Auch hier hatte er sich an diesem Tag getäuscht!

Nach kurzer Zeit verlor mich mein Vater auf den schmalen Waldwegen aus den Augen.

I believe I can fly

An diesem Tag wurde mir eine außerordentliche Ehre zuteil. Ich durfte das erste Mal die Bekanntschaft mit dem sagenumwobenen „Runners High“ machen.

Ein regelrechter Endorphin-Sturzbach flutete meinen Körper. Es fühlte sich alles so leicht an. Ich hatte das Gefühl, als wenn ich ewig so weiterlaufen könnte.

Ein Blick zurück verstärkte mein Hochgefühl noch, da mein Vater außer Sichtweite war.

Ein Lauf für die Familienchronik

Über das Ende dieses Lauferlebnisses, welches mittlerweile schon 30 Jahre zurückliegt, sprechen mein Vater und ich noch heute ab und zu.

Mein Vater kam damals Tag völlig erschöpft nach Hause. Er hatte versuchte mich einzuholen und sich dabei enorm verausgabt.

Ich ließ es mir an diesem besonderen Tag nicht nehmen, ihm frischgeduscht, lächelnd und mit Stolz geschwellter Brust die Haustür zu öffnen.

Bei uns daheim wurde an diesem Tag die läuferische Wachablösung eingeläutet.

DerSchulle meets Triathlon

Wie eingangs bereits angeführt, galten Läufer Anfang der 80er-Jahre noch als Exoten. Ganz selten traf man damals jedoch auf Läufer, die zusätzlich noch schwammen und mit dem Rad fuhren. Diese Spezies nannte sich „Triathleten“. Sie besaßen anfangs den Ruf der „Total Verrückten“.

  

1991 fand am Weseler Auesee ein „Jedermann-Triathlon“ statt. Prominentes Zugpferd dieser Veranstaltung war niemand Geringeres als Willi Wülbeck.

Gemeinsam mit meinem Freund Michi meldete ich mich dort spontan an. Wir liebten es damals beide ungemein, uns beim Sport zu duellieren.

Die Vorbereitung

 Triathlon war uns beiden bis dahin als Sportart fremd. Wir konnten schwimmen, wir konnten mit dem Rad fahren und wir konnten laufen. Aus unserer Sicht der Dinge sprach also nichts gegen eine Teilnahme.

Das war das Herrliche an der damaligen Zeit – man ging so erfrischend unbefangen an die Dinge heran …

Als einzige Vorbereitung absolvierten wir knapp 1 Woche vor dem Wettkampf eine Generalprobe.

Zunächst wurden 10 Bahnen im Freibad geschwommen. Dann stiegen wir schnell aus dem Wasser, zogen uns um und schulterten unsere Rucksäcke. Nun wurden 20 km am Deich entlang geradelt. Die Räder stellten wir anschließend bei uns daheim ab und quälten uns noch eine kurze Jogging-Runde aus den erschöpften Beinen.

Völlig geplättet krochen wir danach in mein Zimmer und dachten nur: „Oh mein Gott! Wie sollen wir das nächste Woche nur schaffen?“

Die beiden Duellanten                               

Michi kam aus dem Schwimmsport. Seine Stärke war also die erste Disziplin.

Meine Stärke war das Laufen und somit die letzte Disziplin.

Beim Radfahren schätzten wir uns ebenbürtig ein. Es konnte somit eine spannende Angelegenheit werden.

 Material vs Geldnot

Wir hatten beide gerade unsere Ausbildungen begonnen. Die Höhe des Ausbildungsgehaltes konnte nicht als üppig bezeichnet werden und erlaubte uns keine großen Sprünge. Da wir auch von unseren Eltern kein großes Sponsoring erwarten konnten, waren Ausgaben für teures Sport-Equipment völlig ausgeschlossen.

Aus diesem Grunde gingen wir bei diesem Triathlon mit Dingen an den Start, welche wir zuhause auftreiben konnten und die uns irgendwie sinnvoll erschienen. Die guten, alten Tennissocken gehörten natürlich auch dazu …

Von Funktionskleidung hatten wir damals noch nichts gehört und ein Rennrad war für uns halt jedes Rad, was mehr als 3 Gänge besaß.

Glaube vs Wissen

Für uns zählte damals nur der Glaube daran, dass wir diesen Triathlon irgendwie meistern konnten. Das Wissen über Mittel und Wege zum Erfolg war nicht vorhanden und uns auch völlig unwichtig.

Kurz vor dem Start aß ich zum Beispiel eine Tafel meiner damaligen Lieblingsschokolade „Die Weisse Crisp“ und trank noch schnell einen halben Liter Orangensaft.

Ich glaubte einfach daran, dass mich die Schokoladentafel und der Saft energietechnisch ins Ziel bringen.

Der Glaube versetzt bekanntlich oftmals Berge!

Kohlenhydrat-Riegel, Kohlenhydrat-Gels und andere Nahrungsergänzungsmittel waren uns noch völlig fremd.

Der große Tag

Aufgeregt standen Michi und und ich am Ufer des Auesees und warteten auf den Startschuss. Die Meute stürzte sich ins Wasser und Michi setzte sich erwartungsgemäß direkt an die Spitze des Feldes. In sauberem „Freistil“ pflügte er durchs Wasser.

Ich hatte mich für die Variante „Brustschwimmen“ entschlossen und paddelte irgendwo im hinteren Mittelfeld hinterher.

Michi stieg nach 500 m tatsächlich als Erster aus dem Wasser und eilte zur Wechselstation. Als ich ihn aus dem Wasser steigen sah, hatte ich noch fast 1/3 der Schwimmstrecke zu bewältigen.

Wieder an Land

Endlich hatte auch ich wieder festen Boden unter den Füßen. Das Schwimmen hatte mich ordentlich Zeit gekostet.

„Jetzt beginnt der Spaß!“ dachte ich mir. Meine mieseste Disziplin war absolviert. Jetzt konnte es nur besser werden … Ich blieb in meinem nassen Surf-Short und zog mir nur ein Baumwoll-Shirt an. Probleme bereiteten mir allerdings meine Tennissocken, die nicht so richtig über die nassen Füße wollten. Als dann auch die Laufschuhe verschnürt waren, konnte es endlich losgehen.

Auf 2 Rädern

 Frohen Mutes ging es auf die 20 km lange Radstrecke. Da ich noch ordentlich Power in den Beinen hatte, schaltete ich in den höchsten Gang und ließ die Tretkurbel kreisen.

Michi und ich hatten sogenannte „Hakenpedale“ an unseren Rädern.

 die guten, alten Hakenpedale

Somit konnte man mit seinen Laufschuhen auf dem Rad unterwegs sein. „Klick-Pedale“ kannten wir beide noch nicht.

Mein Surf-Short und das weite T-Shirt flatterten munter im Fahrtwind. Ich kämpfte mich Position um Position nach vorne und wunderte mich, dass ich selber fast nicht überholt wurde.

Es keimte die kleine Hoffnung in mir auf, irgendwo vor mir das rote Shirt von Michi zu entdecken. Sein Vorsprung schien jedoch zu groß zu sein. Er war nirgends auszumachen.

Knapp 1 km vor der Wechselstelle zum Laufen sah ich ihn dann. Das entfachte neues Feuer in mir. Meter um Meter verkürzte sich die Distanz zwischen uns. Mit knapp 100 m Vorsprung erreichte er vor mir die Wechselzone.

Letzter Wechsel

Der abschließende 5 km Lauf war eindeutig mein Terrain. Ich wusste, dass ich Michi hier überlegen war – ähnlich, wie es sich umgekehrt beim Schwimmen verhielt.

„Gleich hab ich Dich!“ war ich mir ziemlich sicher, als er kurz vor mir die ersten Meter der Laufstrecke unter die Füße nahm.

Doch was war das? Als ich die ersten schnellen Schritte über den Asphalt machte, fühlten sich meine Beine plötzlich wie Pudding an. Dies ist ein typisches Phänomen beim Wechsel der Disziplinen – vor allem bei relativ untrainierten Neulingen, wie wir es waren.

Panik stieg in mir auf und nervös schaute ich nach vorne zu Michi. Ihm schien es ähnlich zu ergehen, denn sein Vorsprung verkürzte sich mehr und mehr.

Der Pudding in meinen Beinen verschwand zum Glück so plötzlich, wie er gekommen war.

Nach 1 km lief ich von hinten auf Michi auf, sagte noch schnell „Bis gleich!“ und zog an ihm vorbei.

Das Ziel         

Der Zieleinlauf erfolgte im Weseler Aue-Stadion, das auch heute noch direkt neben dem Auesee angesiedelt ist.

Es war damals meine erste Teilnahme an einer größeren Sportveranstaltung und somit auch mein erster Zieleinlauf. Die Zuschauer im Stadion jubelten jedem Teilnehmer zu. Man wurde von den Anfeuerungen und dem Jubel förmlich über die letzten 400 m im Stadion getragen.

Als ich im Endspurt die Ziellinie überquerte, war mein inneres Chaos perfekt. Freude, Schmerz, Stolz, Dankbarkeit und vieles mehr machten sich auf einmal in mir breit.

Der Gedanke daran beschert mir noch heute eine wohlige Gänsehaut!

Unterm Strich

Wenn ich mich richtig erinnere, waren wir bei dieser Veranstaltung knapp 400 Starter. Ich landete irgendwo unter den Top 50. Das war jedoch nebensächlich.

Wirklich wichtig war mir, dass ich mein Bestes gegeben hatte und dafür mit einem persönlichen Erfolg belohnt wurde. Meine Triathlon-Feuerprobe hatte ich bestanden und nebenbei noch meinen Freund Michi besiegt.

Wie heißt es so schön:

„Niemand, der sein Bestes gegeben hat, hat es später bereut.“ George Halas

Neue Herausforderungen

Nach diesem phantastischen Erlebnis schwamm ich tagelang auf einer Euphoriewelle. Ich war damals davon überzeugt, dass mir die Türen zur Ausdauerwelt von nun an weit offen standen.

In dieser Phase kam mir zudem das Buch „Faszination Marathon“ in die Hände.

Dort las ich das erste Mal vom berühmtberüchtigten „Mann mit dem Hammer“. Mich faszinierte vor allem die Schilderung des inneren Kampfes, dem sich Marathonläufer häufig ab km 30 stellen müssen.

„Irgendwann will ich auch mal einen Marathon laufen!“ spukte es mir damals, als 19-Jähriger, durch den Kopf.

Auf die Realisierung dieses Wunsches musste ich allerdings noch etwas mehr als 10 Jahre warten.

Ablenkungen und Besinnung

In den 90er-Jahren kamen viele Ablenkungen in mein Leben und der innere Fokus war nicht mehr so sehr auf den Sport gerichtet.

               

Pünktlich zur Jahrtausendwende bekam ich sporttechnisch jedoch wieder die Kurve und reaktivierte meine Ausdauerfähigkeiten. Mein alter Marathon-Wunsch war erwacht und drang auf Erfüllung.

Es folgten für mich eine Menge sehr toller Sporterlebnisse im Marathon- und Ultramarathon-Bereich, deren Schilderung jedoch den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde.

Zurück zum Ausgangspunkt

Wie eingangs beschrieben, beschäftigte mich die Frage, ob sich die heutige Jugend noch an sportlichen Erwachsenen aus Ihrem Umfeld orientiert?

Finden es heutige Jugendliche noch erstrebenswert selber sportlich zu sein?

Eine definitive Antwort kann ich nicht geben. Das wird eine höchst subjektive Sache sein.

Die gedankliche Reise in meine eigene Jugend machte mir allerdings wieder einmal bewusst, wie prägend mein Vater auf meine sportliche Entwicklung war. Er lebte mir Bewegung vor und diente mir eine Zeit lang als Maßstab. Auch das gemeinsame Sporttreiben mit meinem Freund Michi weckt sehr schöne Erinnerungen und Gefühle in mir.

Vorbild Eltern

Sport und Bewegung sollte Kindern Spaß machen und idealerweise von den eigenen Eltern vorgelebt werden. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Das ist meines Erachtens ein sehr elementarer Punkt.

Bewegung und Sport schaffen die Möglichkeit, seinen eigenen Körper sehr gut kennenzulernen und eine tiefe, vertrauensvolle Freundschaft zu ihm aufzubauen.

Ein starker und gesunder Körper trägt Dich durch viele Widrigkeiten des Lebens!

Zum Schluss noch 2 gut gemeinte Vorschläge an die Jugend

Liebe Jugendliche, die Ihr bisher eventuell noch nicht intensiver mit dem Thema „Sport und Bewegung“ in Berührung gekommen seid.

Eure Eltern tragen nicht für alles in Eurem Leben die Verantwortung!

Schaut doch einfach mal, ob Ihr nicht ein bisschen mehr Eigeninitiative in Sachen „aktiv sein“ an den Tag legen könnt!

  • Lasst die Playstation, den Computer und das Smartphone einfach öfters ausgeschaltet. Geht nach draußen vor die  Tür und entdeckt, was Euch das Leben zu bieten hat. Schnappt Euch regelmäßig Euer Fahrrad, die Inliner oder das Skateboard und erkundet die Umgebung.
  • Versucht Euch in verschiedenen Sportarten und testet diese eine gewisse Zeit lang. Findet heraus, welche Bewegungsform Euch am meisten liegt und Spaß macht. Es gibt für jeden etwas passendes. Manchmal muss man nur ein wenig suchen und ausprobieren!

Ich verspreche Euch eines auf jeden Fall:

ES LOHNT SICH!!!     

 

Euer Schulle

 

 

 

 

 

 

 

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