Letzte Wanderung in 2018, Sauerland (Plettenberg)

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Gegen 10:00 Uhr erreiche ich meinen Parkplatz in Böddinghausen, der gleichzeitig den Startpunkt meiner heutigen Wanderung darstellt.

Der geplante Rundkurs wird mich in den nächsten Stunden die Gegend um Plettenberg erkunden lassen.  Knapp 35 km und 1.300 Höhenmeter warten auf mich und wollen unter die Füße genommen werden.

Wanderung rund um Plettenberg

Bevor es allerdings losgeht, wird noch der obligatorische Kaffee im Auto getrunken. Meine Füße präpariere ich mit Hirschtalg-Creme. Dieses Eincremen der Füße vor einer Wanderung kann ich Euch wärmstens empfehlen. In Kombination mit guten sitzenden Socken und Schuhen, haben Blasen kaum eine Chance.

 letzte Vorbereitungen im Auto

Um 10:15 Uhr starte ich mein GPS-Gerät und es geht los.

Zum heutigen Wetter möchte ich ein Zitat von Mark Twain ins Feld führen.

Nichts kann einem die Tür zu sich selber besser öffnen als ein Spaziergang durch schlechtes Wetter.

Auch wenn es noch nicht regnet, so gibt es sicherlich schöneres Wanderwetter.

„Dann habe ich diese wunderschöne Gegend zumindest weitestgehend für mich alleine!“ denke ich mit einem Blick in den wolkenverhangenen Himmel.

Durch einen Hinweis am Wegesrand werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass anscheinend die eine oder andere „Tretmine“ auf mich warten könnte.

   

Nach einem Kilometer empfängt mich bereits die Natur mit offenen Armen. Die ersten Steigungen sorgen für ein angenehm warmes Klima unter meiner Jacke.

     

Zwischendurch schweift der Blick immer wieder in die Umgebung, wobei sich mir heute leider eine recht trübe Aussicht bietet.

Zwischen Kilometer 1 und 10 begegne ich keiner Menschenseele und kann mich völlig ungestört der Ruhe und Stille hingeben.

Folgend ein paar Impressionen dieses Teilstücks:

 

                 

 

Unterwegs fällt mir auf, dass es neben mir auch noch weitere einsame Gestalten in diesem Waldgebiet gibt.

  zwei einsame Gesellen in luftigen Höhen  

Nach ungefähr 2 Stunden erreiche ich das Randgebiet von Plettenberg.

Am heutigen Sonntag ist auf den Straßen des Städtchens nicht viel los.

Durch Zufall entdecke ich ein Relikt aus längst vergessenen Tagen meiner Kindheit.

Einen „Groschen“ eingeworfen und man konnte am schwarzen Schalter drehen. Es machte KLICK-KLACK und der Automat spuckte runde, harte Kaugummis aus. Es war immer eine kleine, aufregende Überraschung, wenn ich die kleine, silberne Klappe hob und entdeckte, welche Kaugummifarbe mir der Automat für meinen „Groschen“ bescherte.

Ein paar Meter weiter treffe ich auf den Weihnachtsmann, der anscheinend noch ein paar Nachsendungen zu tätigen hatte und sich nun auf dem Heimweg befindet.

radelnder Weihnachtsmann … bis nächstes Jahr!

Zwischenzeitlich geht es wieder stetig bergauf.

 endlich wieder bergauf … 😉

In einer hübschen Wohnsiedlung am Rande vom Plettenberg lasse ich meinen Blick etwas ausgiebiger schweifen.

 

Auch für meine kleine Hundeschilder-Sammlung finde ich wieder ein nettes Exemplar.

Ein kleines Stückchen weiter erhalte ich dann den Hinweise, dass ich mich im Gebiet der berühmt berüchtigten Plettenberger „WEED-Gang„ befinde.

   

Mittlerweile bin ich 3 Stunden unterwegs und mein nächstes Zwischenziel ist das Örtchen Pasel.

Auf dem Weg dorthin streife ich erneut durch völlig stille Waldpassagen.

    immer wieder Interessantes am Wegesrand

  

Nach 4 Stunden überquere ich die Lenne und durchschreite Pasel.

Lenne bei Pasel

Am Wegesrand fallen mir verlockend ausschauende Beeren ins Auge, die ich mir allerdings verkneife und den Vögeln überlasse. Sicher ist sicher …

     

Nun wartet nochmals eine 10 Kilometer lange Waldpassage auf mich.

   urige Waldwege

Plötzlich bleibe ich wie angewurzelt stehen und blicke zu Boden.

„Ups, wem mag denn dieser Knochen gehört haben?“

Wie es zu einer zünftigen Wanderung gehört, dürfen natürlich auch matschige Passagen nicht fehlen.

 Matsch vs Gore-Tex

Bei Pfützen und Matsch freue ich mich jedes Mal über meine wasserdichten Gore-Tex Trailschuhe.

Ich benutze übrigens seit langer Zeit den ASICS FujiTrabuco GTX als Wanderschuh. Der FujiTrabuco ist nicht ganz billig, glänzt aber vor allem mit seinem bequemen Sitz und seiner sehr wertigen Verarbeitung. Er macht einfach Spaß am Fuß, was beim Wandern bekanntlich nicht ganz unwichtig ist.

            

Solltet Ihr Fragen zum Schuh haben, schreibt mich einfach an …

Auch wenn das Wetter heute leider nicht sonderlich mitspielt, bieten sich trotzdem immer wieder wunderbare Ausblicke.

Langsam zieht die Dämmerung auf. Da ich noch etwa 1,5 Stunden vor mir habe, werde ich mein Auto wohl erst im Dunkeln erreichen.

 langsam wird es finster im Walde

Pünktlich um 17:00 Uhr ist es dunkel und ein leichter Sprühregen setzt ein. Ich erreiche Eiringhausen und laufe ein Stückchen an der Lenne entlang.

Ich komme am Lennestadion vorbei, in welchem auch manch interessante Leichtathletik-Veranstaltung stattfindet.

Gegen 17:45 Uhr stehe ich glücklich und zufrieden wieder vor meinem Wagen.

Ich entledige mich meiner Wanderklamotten und mache es mir erst einmal im Auto gemütlich. Bei einem Tässchen Kaffee, selbstgemachten Müsliriegeln und einem Blick auf die Fotos der letzten Stunden, ruhe ich mich ein paar Minuten aus.

Wohltuende Erschöpfung und tiefe Zufriedenheit machen sich in mir breit. Ich genieße diesen Zustand ein paar Minuten.

„Jetzt aber schleunigst nach Hause!“

Das Navi wird gestartet und DerSchulle rollt wieder Richtung Niederrhein.

Auf der Fahrt in die Heimat fliegen meine Gedanken kurz ins bevorstehende Wander-/Trekkingjahr 2019.

Ende Juni 2019 werde ich erneut beim EXTREM-EXTREM an den Start gehen.

 

Ich habe mit diesem „Langstreckenmonster“ noch eine Rechnung aus diesem Jahr offen – siehe Bericht (hier).

Mitte Juli 2019 ist eine 1-wöchige Solo-Alpentour geplant.

Ansonsten ist für 2019 noch vieles offen und mir fallen bestimmt noch ein paar Schelmereien ein. 😉

Auf Eurem persönlichen Weg durch das kommende Jahr 2019 wünsche ich Euch viele schöne Erlebnisse.

„Wenn Du nach draussen gehst, um die Natur zu geniessen, lass alle Erwartungen hinter Dir. Sei spontan. Schaue alles mit gleicher Neugierde an. Gehe in den Wald, um des reinen Vergnügens willen, irgendetwas zu erleben. Dann wird alles eine Quelle des Staunens und der Freude sein.“ TOM BROWN

In diesem Sinne,

Euer Schulle

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