Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /homepages/35/d789708652/htdocs/freiraumoutdoor/wp-content/plugins/shapepress-dsgvo/includes/lib/tcpdf/tcpdf.php on line 17784

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /homepages/35/d789708652/htdocs/freiraumoutdoor/wp-content/plugins/shapepress-dsgvo/includes/lib/tcpdf/tcpdf.php:17784) in /homepages/35/d789708652/htdocs/freiraumoutdoor/wp-includes/feed-rss2.php on line 8
freiraum outdoor http://freiraumoutdoor.de Der Weg ist das Ziel ... Tue, 30 Jul 2019 18:17:59 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.10 https://i1.wp.com/freiraumoutdoor.de/wp-content/uploads/2018/08/cropped-Blog-Bild-1.jpg?fit=32%2C32 freiraum outdoor http://freiraumoutdoor.de 32 32 150819031 TAG 1 – Mehrtageswanderung Gardasee http://freiraumoutdoor.de/tag-1-mehrtageswanderung-gardasee http://freiraumoutdoor.de/tag-1-mehrtageswanderung-gardasee#comments Tue, 30 Jul 2019 17:49:57 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=2080 Donnerstag – TAG 1 meines kleinen Abenteuers am Gardasee. Was steht heute an? 22,72 km Streckenlänge / Höhenmeter: insgesamt 1.606 hinauf und 663 hinunter Der Wecker schellt um 7:00 Uhr. Freudig aufgeregt steige ich aus meinem Bett und schleiche leise in die Wohnküche unserer Unterkunft. Dort steht bereits mein gepackter

Der Beitrag TAG 1 – Mehrtageswanderung Gardasee erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Donnerstag – TAG 1 meines kleinen Abenteuers am Gardasee.

Was steht heute an?

22,72 km Streckenlänge / Höhenmeter: insgesamt 1.606 hinauf und 663 hinunter

Der Wecker schellt um 7:00 Uhr. Freudig aufgeregt steige ich aus meinem Bett und schleiche leise in die Wohnküche unserer Unterkunft.

Dort steht bereits mein gepackter Osprey-Rucksack und auch meine Trekkingstöcke lachen mir voller Erwartung entgegen.

„Heute startet sie also – meine 5-tägige Solowanderung …“ geht es mir durch den Kopf.  Bei einem leckeren Morgenkaffee schaue ich mir die gesamte Wegstrecke durch das Gebirge zwischen Garda-, Idro- und Ledrosee nochmals genauer an.

„Insgesamt 130 km, 7.451 positive und 7.436 negative Höhenmeter sind für 5 Tage schon eine Menge Holz!“ murmele ich demütig in meine Kaffeetasse hinein. Mein Blick fällt hierbei rein zufällig auf meinen 20kg-Rucksack. Aus dem Augenwinkel meine ich erkennen zu können, dass er mir irgendwie hämisch zuzwinkert. 😉

Gegen kurz vor 9:00 Uhr breche ich auf. Meine Frau und Schulle Junior sind auch schon aufgestanden, um Vadder noch kurz zu verabschieden, bevor sie dann für die nächsten Tage sturmfrei haben.

Auf dem Weg nach Malcesine darf ich mich zunächst auf 5 flachen Kilometern entlang des Seeufers langsam eingrooven.

Malcesine Gardasee
Malcesine – ich komme …

Hier mache ich erstmals Bekanntschaft mit meinem schweren Rucksack.

„Och, hier im Flachen fühlt sich das ganz OK an …“ stelle ich erfreut fest.

Von Malcesine aus kann ich mit einer Fähre nach LIMONE SUL GARDA auf die andere Seite des Gardasees übersetzen. Da der Weg über das Wasser auch ca. 5 km beträgt, reduziert sich die heutige, restliche Wanderstrecke nach dem Übersetzen auf bescheidene 12,72 km – zumindest auf dem Papier sieht das bescheiden aus.

Eine kleine Herausforderung ist hierbei allerdings, dass sich die kompletten Höhenmeter (1.606 hinauf / 663 hinunter) eben auch nur auf diese 12,72 km verteilen.

Wanderung Gardasee
Route Tag 1

Diesen Gedanken verwerfe ich aber sofort wieder, da ich mir meine gute Laune nicht durch unnötiges Schwarzsehen verderben lassen möchte.

Um 09:42 Uhr erreiche ich die Fähre in Malcesine. Manchmal hat man halt etwas Glück und ich wähne mich unter einem guten Stern, da wir bereits 3 Minuten später ablegen.

Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings bereits klar, dass ich ab Ankunft in Limone Sul Garda ein wenig improvisieren muss. Meine daheim geplante Route auf der anderen Seeseite startet nicht ab Limone, sondern ab dem einige Kilometer entfernten Nachbarort  CAMPIONE DEL GARDA.  Bei meiner Routenplanung sah es für mich allerdings so aus, als wenn eine direkte Fährverbindung von Malcesine nach Campione Del Garda bestehen würde. Da hatte sich der Schulle offensichtlich ein wenig getäuscht. Somit muss ich noch kurz mit dem Bus nach Campione fahren, um dann dort meinem geplanten Track weiter zu folgen.

Beim Betreten der Fähre schleicht mir wieder eine kleine Gänsehaut der Vorfreude über den Körper.

Fähre Gardasee
Mit Vollgas Richtung Limone Sul Garda

Der Himmel am Gardasee ist heute Morgen etwas bedeckt und es weht eine steife Brise. Ich bin exakt der einzige Passagier auf dieser Fahrt nach Limone und suche mir ein schönes Plätzchen im Heckbereich der Fähre.

Um kurz nach 10:00 Uhr legen wir in Limone an und ich laufe zunächst einmal etwas ziellos durch die Gassen dieses schönen Ortes.

Nachdem mir mehrere Passanten keine Info bzgl. einer Bushaltestelle geben konnten, frage ich in einem Hotel nach und habe schließlich Erfolg.

Gegen 10:40 Uhr erkenne ich die Bushaltestelle, entdecke vorher aber noch ein schnuckeliges Cafè.

„Hier erst noch kurz ein Käffchen trinken und pinkeln. Danach schaue ich, wann der Bus kommt.“

Diese Vorgehensweise stellt sich als erster kleiner Fehler des noch jungen Tages heraus.

Als ich gegen 10:55 Uhr vor dem Fahrplan stehe, muss ich diesem entnehmen, dass mein Bus nach Campione vor 10 Minuten – während ich noch genüsslich an meinem Kaffee nippte – abgefahren ist.

„Egal – nimmst Du halt den nächsten Bus.“ lasse ich mir meine gute Laune nicht verderben.

Ich studiere den Plan nochmals genau, finde allerdings erst um 13:07 Uhr die nächste Busverbindung.

„Das kann doch nicht sein – 2 Stunden lang kein Bus?!“ entfährt es mir lautstark.

Mittlerweile hat sich eine jüngere deutsche Frau mit Ihrem Sohn dazugesellt. Beide finden die Wartezeit von 2 Stunden auf den nächsten Bus ebenfalls „spitzenmäßig“. Sie gehen allerdings nochmals in Limones Shoppingbereich, um die Zeit etwas zu überbrücken.

Bummel durch Limone Sul Garda

Ich lasse mich an der Bushaltestelle neben meinem schweren Rucksack nieder und beobachte ein wenig das geschäftige Treiben um mich herum.

Mittlerweile ist auch die Sonne rausgekommen und mir wird bereits mächtig warm. Gegen 12:15 Uhr kommen Mutter und Sohn wieder. Es entsteht zwischen uns eine nette Unterhaltung, wobei ich unter anderem erfahre, dass sie aus Dortmund kommen. Der kleine Mann besucht nach den Ferien die 3. Klasse und seine Mutter war kürzlich in Berlin auf einem Metallica-Konzert. Die Wartezeit vergeht wie im Fluge.

Der Bus kommt, wir steigen ein und knapp 10 Minuten später erreiche ich bereits Campione.

Kurz vor meinem Aussteigen äußert die sympathische Dortmunderin noch, dass sie nun doch neugierig ist, wie mein kleines Wanderabenteuer ausgehen wird.

„www.freiraumoutdoor.de – Ihr könnt dort bald einen Bericht finden!“ rufe ich beiden noch zu und stehe auch schon im Straßenstaub der Bushaltstelle.

WINKE WINKE zum Abschied und um 13:30 Uhr geht meine Wanderung nun endlich weiter.

Es warten nun auf den letzten 12 Kilometern dieser Tagesetappe 1.600 Höhenmeter bergauf und 600 bergab auf den Schulle und sein 20 kg Rucksackmonster (Infos zu meiner mitgeführten Ausrüstung hier).

Campione del garda, Gardasee
ab jetzt geht es hinauf …

„Boah – ist der Rucksack schwer!“ ächze ich nicht nur einmal, während ich mich mit extremem Stockeinsatz die serpentinenartigen Pfade hinaufwuchte.

Zwischendurch fällt mir immer wieder die ausgeprägte, italienische Religiösität ins Auge.

Zwischendurch bieten sich mir wunderschöne Ausblicke auf den Gardasee und die Umgebung.

Gardasee

Es geht durch wirklich schnuckelige Ortschaften und gegen 17:30 Uhr erreiche ich das Örtchen MUSLONE. Hier gönne ich mir in einem winzigen Kiosk ein Eis am Stil und fülle meine Wasserflaschen wieder komplett auf, wobei ich sicherheitshalber noch 1 Liter zusätzlich mitnehme, da ich nachher noch kochen möchte und nicht genau absehen kann, wann ich am morgigen Tag wieder eine Möglichkeit erhalte meine Wasserflaschen aufzufüllen.

Bis oben hin vollgeladen begebe ich mich auf die letzten 3 Kilometer des Tages. Es wartet ein Aufstieg mit knapp 650 Höhenmetern und mir wird nochmals deutlich vor Augen geführt, wie langsam und schweißtreibend 3 Kilometer am Berg vergehen können.

Wandern Gardasee Wandern Gardasee

Wandern Gardasee

Langsam aber sicher geht mir die Power flöten.

„Das mit den 20 kg Zusatzgewicht durch den Rucksack hast Du kolossal unterschätzt. Bei den vielen Höhenmetern wird es für Dich in den kommenden Tagen noch ordentlich zur Sache gehen.“ stelle ich ernüchtert fest, während sich meine Stöcke in den Boden graben und ich mich und meinen Rucksack förmlich hochstemme.

Irgendwann ist jede Qual vorbei.

2 Stunden später – gegen 19:45 Uhr – erreiche ich in der Nähe des „Rifugio Alpini di Gargnano“ eine wundervolle Wildwiese.

„Hier baust Du Dein Zelt auf!“

Tarptent Rainbow
Tarptent Rainbow

Zur Belohnung für den heutigen, krassen Aufstieg gönne ich mir Nudeln mit Soja-Bolognese von TREK’n EAT. Das Zeug ist gefriergetrocknet, wiegt somit wenig und unter Zuführung von 500ml heißem Wasser wirklich eine leckere Mahlzeit, wenn man geschmacklich nicht gerade Pasta seines Lieblingsitalieners erwartet. 😉

hmmmm – lecker… 

Ich schreibe noch schnell ein paar WhatsApp-Nachrichten an Frau & Sohn, mache in meinem Notizblock ein paar Notizen über den heutigen Tag und beschließe gegen 21:00 Uhr den Tag zu beenden und mich in die wohlverdiente Regeneration zu begeben.

Erst beim Hinlegen auf meine Isomatte merke ich, dass der Untergrund nicht ganz eben ist. Als Folge rutsche ich des nachts immer wieder mit Matte und Schlafsack gegen eine Außenwand des Zeltes. In Kombination mit der absoluten Einsamkeit, den vielen ungewohnten Geräuschen um mich herum und den Gedanken an den morgigen Track, finde ich nicht wirklich viel Schlaf und wälze mich in einem unruhigen Halbschlaf von einer Seite auf die andere Seite.

„Na klasse, sind ja nur noch 3 Folgenächte und Tausende Höhenmeter …“

Auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt, welche Überaschungen an Tag 2 meiner Wanderung auf mich warten.

Euer Schulle

 

Der Beitrag TAG 1 – Mehrtageswanderung Gardasee erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/tag-1-mehrtageswanderung-gardasee/feed 1 2080
GARDASEE 2019 – 5 Tage Solowanderung http://freiraumoutdoor.de/gardasee-2019-5-tage-solowanderung http://freiraumoutdoor.de/gardasee-2019-5-tage-solowanderung#comments Sun, 28 Jul 2019 11:39:01 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=2057 Goethe sah den Gardasee und äußerte völlig begeistert: „Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich, dass sie sich der Aussicht erfreuen könnten, die vor mir liegt. Heute Abend hätte ich in Verona können sein, aber es lag mir noch eine herrliche Naturwirkung an der Seite, ein köstliches

Der Beitrag GARDASEE 2019 – 5 Tage Solowanderung erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Goethe sah den Gardasee und äußerte völlig begeistert:

„Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich, dass sie sich der Aussicht erfreuen könnten, die vor mir liegt. Heute Abend hätte ich in Verona können sein, aber es lag mir noch eine herrliche Naturwirkung an der Seite, ein köstliches Schauspiel, der Gardasee, den wollte ich nicht versäumen, und bin herrlich für meinen Umweg belohnt.“

Gardasee Gegend von Castello
DerSchulle am wunderschönen Gardasee

Der Gardasee entpuppte sich für uns bereits im letzten Jahr als fast perfekter Urlaubsort, weshalb wir auch dieses Jahr im Juli nochmals 12 Tage dort verbrachten.

Unsere Wahl fiel wieder auf den idyllischen Ort CASSONE.

Gardasee Cassone

Gardasse Brenzone
Ausblick in der Gegend von Brenzone
Gardasee Cassone
Abendstimmung in Cassone

Ich gehöre nicht zu den Vertretern, die sich den ganzen Tag an den See legen können. Daher beschloß ich dieses Jahr bereits im Vorfeld, mich während unseres Gardasee-Aufenthaltes mal für 5 Tage familiär auszuklinken und eine kleine Solowanderung mit Zelt & Co. durchs Gebirge zu machen. So können Frau und Sohn in Ruhe am Gardasee  chillen, während Vadder im Gebirge rumkraxelt und sich austobt.

Jedem das, was er für sich und seinen Seelenfrieden benötigt… Urlaub soll idealerweise für alle Beteiligten Erholungswert haben und keinen auferlegten Zwang darstellen.

„Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss, wie andere Menschen.“
(Astrid Lindgren)

Die Tour

Wanderung Gardasee Idrosee Ledrosee
Start/Ziel in Cassone (zwischen Malcesine und Brenzone)

Es wird ein schöner Rundkurs mit einer Streckenlänge von insgesamt 130 km.

Start:     Donnerstag (Cassone / unsere Unterkunft)

Zwischenstationen:       Idrosee und Ledrosee

Ziel:       Montag (Cassone / unsere Unterkunft)

Ich plane 4 Übernachtungen im Zelt ein, wobei ich hauptsächlich in freier Natur schlafen möchte.

Höhenmeter insgesamt:

  • 7.451 positive
  • 7.436 negative

Die Streckenlängen pro Tag werden zwischen 22 und 30 km liegen, aber halt mit sehr vielen Höhenmetern gespickt und einem knapp 20 kg „leichten“ Rucksack auf dem Rücken. Das wird bestimmt ein schweißtreibender Spaß! 😎

Osprey EXOS 38
Mein voll beladener Freund …

Da es vielleicht den einen oder anderen von Euch noch interessiert, was ich an Gepäck/Equipment mitführe, folgend die kurze Auflistung einiger Ausrüstungsgegenstände.

THE BIG FOUR

Rucksack:           Osprey EXOS 38

Zelt:                      Tarptent Rainbow

Schlafsack:         EXPED LiteSyn 600 (KuFa)

Isomatte:            KLYMIT Static V

 

Sonstiges Equipment

Wasserfilter:       MSR Guardian

Gas:                        kleine 100 g Kartusche von Optimus

Brenner:                OPTIMUS CRUX

Trekkingstöcke:  BLACK DIAMOND Trail Pro

Powerbank:          ANKER PowerCore 26.800 mAh

Navigation:           meine geliebte GARMIN EPIX

als Backup: LOCUS MAP FREE auf Smartphone

 

Zusätzlich findet noch der übliche andere Kleinkram seinen Weg in meinen Rucksack.

Meine Ausrüstung kommt somit auf ein Gesamtgewicht von ca. 12 kg.

Zudem führe ich den Großteil meines Proviants für die kompletten 5 Tage mit mir. Das sind 2 gefriergetrocknete TREK’N EAT Mahlzeiten (Nudeln mit Soja Bolognese), einige in Gefrierbeuteln vorportionierte Müslirationen, in Gefrierbeuteln vorportionierte Instantkaffeeportionen inkl. Milchpulver, verschiedene Riegel und 1 Packung NRG5-Notfallriegel.

tolles Zeugs … 👍

Der gesamte Proviant schlägt mit zusätzlichen 3 kg zu Buche.

Meine 4 Trinkflaschen fassen insgesamt knapp 4,0 l Wasser, was nochmals 4 kg Zusatzgewicht bedeutet.

Letztlich liegt das Rucksackgewicht all inklusive zwischen 18 und 20 kg.

Für solch ein hohes Gewicht ist mein OSPREY-Rucksack eigentlich nicht ausgelegt, daher bin ich gespannt, wie er sich auf der Tour schlagen wird und wie sich das nicht unerhebliche Gewicht auf meinem Schultern bemerkbar macht und anfühlen wird.

Meinen robusteren und massiveren TATONKA YUKON 60 + 10 Rucksack will ich nicht mitführen, da er nochmals 1,5 kg schwerer ist als mein OSPREY. Zudem sind die 60 bzw. 70 Liter verfügbares Packvolumen des TATONKA für die geplante Tour einfach überdimensioniert.

Es gilt bekanntlich die Devise: Je kleiner der Rucksack, desto weniger überflüssiges Zeugs findet den Weg hinein … 😉

Jetzt seid Ihr grob im Bilde und im kommenden Beitrag steigen wir dann auch gleich in Tag 1 meines kleinen Abenteuers ein.

Liebe Grüße, Euer Schulle

zu TAG 1: hier

Der Beitrag GARDASEE 2019 – 5 Tage Solowanderung erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/gardasee-2019-5-tage-solowanderung/feed 1 2057
EXTREM-EXTREM 2019 http://freiraumoutdoor.de/extrem-extrem-2019 http://freiraumoutdoor.de/extrem-extrem-2019#respond Sun, 30 Jun 2019 13:01:10 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1966 Es gibt Wanderevents, es gibt herausfordernde Wanderevents und es gibt EXTREM-EXTREM im Sauerland. Wer sein Event EXTREM-EXTREM nennt, muss auf jeden Fall etwas Richtung „Grenzerfahrung“ bieten, um auch wirklich ernst genommen zu werden. EXTREM-EXTREM bietet so etwas und noch vieles mehr. Here we go … Der EXTREM-EXTREM 2019 warf seine

Der Beitrag EXTREM-EXTREM 2019 erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Es gibt Wanderevents, es gibt herausfordernde Wanderevents und es gibt EXTREM-EXTREM im Sauerland.

Wer sein Event EXTREM-EXTREM nennt, muss auf jeden Fall etwas Richtung „Grenzerfahrung“ bieten, um auch wirklich ernst genommen zu werden.

EXTREM-EXTREM bietet so etwas und noch vieles mehr.

Here we go …

Der EXTREM-EXTREM 2019 warf seine Schatten bereits kurz nach meiner 2018er-Teilnahme voraus.

„Das mache ich auf jeden Fall nochmals!“ stand sehr schnell fest, nachdem die gröbsten, schmerzhaften Nachwirkungen meiner 2018er-Teilnahme abgeklungen waren.

Ich nahm – wie letztes Jahr – den elterlichen Fahrdienst in Anspruch und organisierte im Gegenzug die Buchung eines Pensionszimmers, da meine Eltern von Donnerstag bis Samstag vor Ort in Willingen bleiben wollten.

Die Wahl der Unterkunft fiel auf PENSION FERNBLICK.

Ausblick Pension Fernblick
Ausblick von Pension FERNBLICK

Wie sich herausstellte war dies ein Glücksgriff. Die Pension liegt ca. 3 km vom Willinger Trubel entfernt, wird von einem sehr netten Ehepaar betrieben, verfügt über ein klasse Preis/Leistungsverhältnis und man hat wirklich einen sensationellen Ausblick/Fernblick. Hier ist der Name FERNBLICK wirklich Programm …

Der Start- und Zielpunkt des EXTREM-EXTREM 2019 ist dieses Jahr das Besucherzentrum in Willingen.

Start und Ziel des EXTREM-EXTREM 2019

Klaus Hamel, Andrew Kesper und ihr tolles Team haben wieder einmal alles perfekt auf die Beine gestellt.

Bis 15:40 Uhr kann man das Veranstaltungs-Shirt abholen, sein obligatorisches Startbändchen fürs Handgelenk erhalten, Gepäck deponieren und sich entspannt mit dem Orga-Team unterhalten.

  

Orgateam EXTREM-EXTREM
Klaus Hamel (vorne) und Andrew Kesper im Gespräch

Nach einem kurzen Briefing wegen kurzfristiger Streckenänderungen – Bienenvölker haben schließlich etwas Ruhe vor uns Wanderern verdient – und anderer organisatorischer Dinge, geht es pünktlich um 16:00 bei strahlendem Sonnenschein los.

Noch schnell ein Bild mit Mum and Dad und dann startet mein diesjähriges Sauerland-Abenteuer.

Zunächst einmal verlassen wir die Willinger Gefilde.

Nach ein paar Kilometern wartet der Langenberg mit seinen 843 m Höhe auf uns.

Schmale Pfade hinauf zum Langenberg

Psychologisch ist es auf jeden Fall von Vorteil die höchste Stelle der 157 km langen Strecke bereits auf den ersten 10 Kilometern in Angriff zu nehmen. Noch läuft es sich fluffig leicht …

Gegen 17:30 Uhr erreiche ich den Gipfel des Langenbergs und nehme mir etwas Zeit, um die wunderbare Umgebung in mich aufzusaugen.

Die Gegend ist einfach wunderschön und lädt förmlich zur Rast ein.

Das Thema „Zeit“ hat bei meiner diesjährigen Teilnahme eine Änderung erfahren. Letztes Jahr, bei meiner EXTREM-EXTREM-Premiere,  lief ich den Großteil der ersten 100 Kilometer mit Joerg König, einem äußerst erfahrenen Ultraläufer und Langstreckenwanderer. Das war einerseits sehr interessant und motivierend, aber andererseits einfach zu schnell für mich. Bei Kilometer 125 stieg ich 2018 verletzt aus. Der 2018er-Bericht findet sich hier.

Zumindest dieser Tempo-Fehler soll mir dieses Jahr nicht passieren. Daher lautet mein 2019er-Motto:

HEITERE GELASSENHEIT – EILE MIT WEILE

Der erste Verpflegungspunkt (VP) befindet sich bei km 22 (Usseln, Graf Stollberghütte).

Gegen 20:00 Uhr trudele ich dort ein und ein Hauch von Gulaschsuppe steigt mir in die Nase.

Klaus Hamel lässt es sich an diesem VP nicht nehmen, unsere Ankunfts- und Aufbruchszeit zu notieren.

Das wird übrigens an jedem VP gemacht – allerdings nicht immer höchstpersönlich von Klaus … 😉

Nachdem die Getränkevorräte aufgefüllt sind, geht es auf dem Uplandsteig weiter Richtung des zweiten VP in Goldhausen bei Kilometer 41.

Einfach traumhaft, oder?

Das Licht des langsam schwindenden Tages  sorgt für ein tolles Farbenspiel und lässt die ohnehin traumhafte Gegend noch mehr erstrahlen.

Einzelne Teilstücke der Strecke erfordern ein wenig Aufmerksamkeit, da schweres Gerät der Forstarbeiter seine Spuren hinterlassen hat.

Immer mal einen Blick auf den Boden riskieren …

Gegen 22:30 Uhr schwindet das Licht des Tages und Dunkelheit empfängt uns.

Die Stirnlampe wird aufgesetzt und ich folge weiter meinem GPS-Track.

Kleiner Exkurs: Navigation

Der EXTREM-EXTREM ist hinsichtlich der Wegführung wirklich vorbildlich ausgestattet.

Die Markierungen des Veranstalters variieren zwischen:

 

Auf einzelnen Teilstücken folgt man den Beschilderungen der offiziellen Wanderwege.

Zusätzlich kann man sich den GPS-Track der Strecke herunterladen.

Sollte man dann wirklich mal vom Weg abkommen, so handelt es sich meiner Meinung nach meistens um eigenes Verschulden durch Unachtsamkeit.

Grundsätzlich gilt in Wanderkreisen : UMWEGE erweitern die Ortskenntnis 😎

Zurück zur Dunkelheit

Ich wandere sehr gerne in der Dunkelheit – zumindest solange die Müdigkeit nicht das Steuer im Körper übernimmt und die inneren Schweinehunde weckt.

Um 23:40 Uhr erreiche ich den 2. VP in Goldhausen.

Wir haben mittlerweile 41 Kilometer in den Beinen und wer möchte, kann sich mit Leberkäse und Kartoffelsalat für den weiteren Marsch durch die Sauerländer Nacht rüsten.

Zu diesem Zeitpunkt fühle ich mich noch topfit und freue mich bereits auf das anstehende Wandergebiet am Edersee. Der nächste VP befindet sich bei Kilometer 56 in Herzhausen. Bis dahin sind es aber noch 3 Stunden durch die sternenklare Nacht.

Ab 1:30 Uhr macht sich langsam aber sicher Müdigkeit in mir breit und auch mein Appetit schwindet immer mehr. Irgendwie fühlt sich der Magen flau an und ich kann mich nicht dazu durchringen etwas zu essen. Auch das Trinken fällt mir immer schwerer. „Das geht gleich wieder vorbei – spätestens wenn das Tageslicht wiederkommt!“ mache  ich mir Mut und trotte weiter des Weges.

Um kurz vor 3:00 Uhr erreiche ich den VP in Herzhausen.

Wenn mein Magen mitspielen würde, könnte ich hier eine leckere Kartoffelsuppe und ein Bockwürstchen essen, jedoch ist mein Magen ein Spielverderber.

Wir befinden uns nun in unmittelbarer Nähe des Edersees. Das verspricht einige anspruchsvolle Kilometer auf dem Kellerwaldsteig und Urwaldsteig.

„Jetzt erst einmal zum VP bei Kilometer 74!“ sage ich mir und nehme wieder die Strecke des EXTREM-EXTREM unter die Füße.

In den frühen Morgenstunden erreiche ich den Edersee.

In den letzten Stunden hatte ich anstrengende Gefechte mit meinen inneren Schweinehunden auszutragen und fasste bereits den Plan am nächsten VP auszusteigen.

Doch nun, bei einsetzendem Tageslicht, kehren die Lebensgeister zurück in den Körper und auch die mentalen Schatten verschwinden ein wenig aus der Seele.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall der Urwaldsteig am Edersee. Nach einer zähen Nachtpassage erfordert er stellenweise schon erhöhte Aufmerksamkeit, da man sich auf sehr schmalen Pfaden an Steilhängen entlang bewegt.

 

Solche Passagen lassen das Herz eines Wanderers aber auch höher schlagen, da hier eine besondere Würze in die Wanderung kommt.

Gegen 7:15 Uhr trudele ich im VP Herzhausen (km 74) ein. In der letzten Stunde meldete sich zum Glück wieder mein Appetit zurück und ich stürze mich gleich auf die verführerisch duftenden Nudeln Bolognese.

Welch ein kulinarischer Genuss am frühen Morgen. War dat lecker …👍

Zwei  Portionen später sieht meine kleine Wanderwelt schon wieder viel rosiger aus.

Ich lege meine weitere Taktik fest: „Von nun an nur noch von VP zu VP denken!“

Da der Edersee nun hinter uns liegt, geht es wieder zurück nach Goldhausen.

„Wenn Du in Goldhausen bist, sind bereits 93 km eingesammelt. Los geht’s …“

Unterwegs begegnet mir ein Schild, welches genau die Art und Weise zum Ausdruck bringt, wie man an den EXTREM-EXTREM herangehen sollte.

„Blief gesund un kumm balle mool wedder

Mittlerweile haben sich die frühmorgendlichen Wolken verzogen und die Sonne begrüßt uns.

Sonne pur …

Den Wald haben wir zunächst einmal hinter uns gelassen und bewegen uns stattdessen durch eine recht ebene Feld- und Wiesenlandschaft.

 

Kurz vor dem VP in Goldhausen wartet nochmals ein knackiger Anstieg in der Mittagshitze. Dann ist auch Kilometer 93 gemeistert und bei belegten Brötchen und einem Käffchen werden die Depots wieder aufgefüllt.

Dafür, dass ich in den frühen Morgenstunden noch über einen Ausstieg bei km 74 nachgedacht habe, läuft es sich augenblicklich eigentlich ganz gut.

Nächstes Ziel: VP in Rhena bei Kilometer 103

Nach meinem Aufbruch in Goldhausen wird es eine sehr einsame Wanderung für mich.

Das Feld hat sich enorm auseinandergezogen und an einigen Verpflegungspunkten entscheidet sich mancher Teilnehmer zu einer Schlafpause oder auch einem kompletten Ausstieg.

Bei einem Ausstieg wird man übrigens von einem Shuttle-Service am Ausstiegspunkt abgeholt und zum Start-Zielpunkt zurückgebracht – in diesem Jahr halt nach Willingen. Das ist wirklich ein ganz toller Service, der auch ein wenig die Gefahr reduziert, dass sich Teilnehmer über Gebühr belasten und es zu unschönen Situationen für den Teilnehmer und den Veranstalter kommt.

Jeder wandert seinen eigenen EXTREM-EXTREM – bei den Finishern sind es die kompletten 157 km, bei anderen Teilnehmer halt 74, 103 oder andere Streckenlängen.

Die fordernde Strecke und auslaugende Wärme fordern langsam aber sicher ihren Tribut.

Als ich den VP in Rhena bei Kilometer 103 erreiche, zeichnet sich bei mir ab, dass auch mein diesjähriger EXTREM-EXTREM nicht über die volle Distanz gehen wird.

In Rhena esse ich 2 leckere Stückchen Kuchen und fülle meinen Cola und Wasservorrat wieder auf.

„Jetzt 11 Kilometer bis zum VP Adorf und dann hörst Du mal ganz tief in Dich hinein.“

Mit diesem Vorsatz geht es gegen frühen Nachmittag wieder auf die Strecke.

Auf den folgenden 11 Kilometern begegnet mir exakt ein einziger anderer Teilnehmer. Ansonsten habe ich die wundervolle Gegend für mich alleine.

Langsam aber sicher halten die Schmerzen Einzug in den Körper und auch die Power ist raus. Langsamen Schrittes laufe ich in Adorf ein und erreiche den VP, der sich direkt neben einer Tankstelle befindet und nicht zu verfehlen ist.

Ich setze mich erst einmal auf eine Bank und gönne mir eine Wurst mit ordentlich Senf und ein Brötchen.

„Wie geht es weiter? Ausstieg oder zum nächsten VP?“

Diese beiden Fragen kreisen in meinem Kopf herum, während ich an meiner Wurst knabbere.

Der nächste VP liegt bei Kilometer 135. Das sind 21 Kilometer, die es auch vom Höhenprofil her nochmals in sich haben, da man auf dem Diemelsteig und am Diemelsee unterwegs ist.

Plötzlich werden meine Überlegungen unterbrochen und mir meine Entscheidungsfindung erleichtert.

Klaus Hamel betritt die Halle und hat bereits einen „Aussteiger“ bei sich.

Plötzlich höre ich mich sagen: „Hallo Klaus, ist bei Dir im Auto noch ein Plätzchen frei?“

Damit wäre auch das geklärt …😏

Auf dieses Signal hat mein Körper gewartet. Nun werden alle Pforten geöffnet und die Erschöpfung darf sich ungehemmt ihren Weg durch meinen Körper bahnen.

Gerade als wir losfahren wollen, gesellt sich noch ein Teilnehmer zu uns, der hier – bei km 114 – ebenfalls aussteigen will.

So füllt sich der Wagen von Klaus langsam aber sicher und die Rückfahrt nach Willingen lohnt sich wenigstens.

Im Besucherzentrum Willingen, wo vor über 26 Stunden mein diesjähriges EXTREM-EXTREM-Abenteuer begann, setze ich mich erst einmal zufrieden auf die Terrasse und löse meinen Verzehrgutschein ein.

Neben mir sitzen 2 Teilnehmer für die der EXTREM-EXTREM ebenfalls beendet ist, allerdings haben sie es fertig gebracht die kompletten 157 km in 25 Stunden zu bewältigen.

Absoluter WAHNSINN und RESPEKT vor dieser grandiosen Leistung!

Kleiner Farbtupfer irgendwo von unterwegs …

Als krönenden Abschluss bietet ein äußerst netter Mitorganisator an, mich noch schnell zur Unterkunft meiner Eltern zu bringen, damit ich kein Taxi rufen muss. Tausend DANK lieber Andrew!!!

Auch das ein Beweis dafür, um was für ein außergewöhnliches Event es sich beim EXTREM-EXTREM handelt.

So erreiche ich gegen 20:00 Uhr die PENSION FERNBLICK, dusche schnell und falle todmüde aufs Bett.

Bevor mich der wohlverdiente Schlaf empfängt, schleicht sich noch ein Lächeln in mein Gesicht.

„War das wieder ein tolles Erlebnis!“

Es folgen 11 Stunden Tiefschlaf.

Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass die gestrige Entscheidung des Ausstiegs bei km 114 goldrichtig war. Mein Gangbild ist zwar etwas unrund, aber es ist nichts verletzt und ich bin eigentlich schon wieder prima erholt.

Mir kommt das gestrige Schild wieder in den Kopf.

„Blief gesund un kumm balle mool wedder“

Ich bin gesund geblieben und natürlich komme ich bald wieder. Daher habe ich mich auch sofort für 2020 angemeldet. 😀

Wir sehen uns also in 2020 (18.06. bis 20.06.2020) zur 4. Auflage des EXTREM-EXTREM wieder.

Zum Abschluss noch ein großer Dank an Klaus Hamel, Andrew Kesper und alle anderen tollen Mitstreiter:

Auch dieses Jahr bin ich wieder absolut begeistert, mit welchem Elan, welcher Freundlichkeit und welcher Hilfsbereitschaft Ihr dieses Event zu etwas ganz Besonderem und Einzigartigem in der Wanderszene macht.

Liebe Grüße,

Karsten (DerSchulle)

 

Der Beitrag EXTREM-EXTREM 2019 erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/extrem-extrem-2019/feed 0 1966
MITTAGESSEN im Job – ein paar Vorschläge http://freiraumoutdoor.de/mittagessen-im-job-ein-paar-vorschlaege http://freiraumoutdoor.de/mittagessen-im-job-ein-paar-vorschlaege#respond Sun, 28 Apr 2019 06:57:21 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1913 Ich gehöre zu den Menschen, die ernährungstechnisch (auch beim Mittagessen) gerne an sich herumexperimentieren und Erfahrungen am eigenen Körper sammeln. Das ist in meinen Augen sehr wichtig, gerade wenn man anderen Menschen Tipps und Ratschläge in Sachen „Ernährung“ geben möchte. Ich persönlich unterhalte mich auch viel lieber mit Menschen, die praktische Erfahrungen

Der Beitrag MITTAGESSEN im Job – ein paar Vorschläge erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Ich gehöre zu den Menschen, die ernährungstechnisch (auch beim Mittagessen) gerne an sich herumexperimentieren und Erfahrungen am eigenen Körper sammeln. Das ist in meinen Augen sehr wichtig, gerade wenn man anderen Menschen Tipps und Ratschläge in Sachen „Ernährung“ geben möchte. Ich persönlich unterhalte mich auch viel lieber mit Menschen, die praktische Erfahrungen einbringen können und nicht nur mit theoretischem Wissen glänzen.

Wie bereits in einem anderen Beitrag beschrieben (Link HIER), nehme ich mein Mittagessen mit auf die Arbeit. Das Frühstück übrigens auch …

Bei meinem Mittagessen sah ich bereits seit längerer Zeit Optimierungspotential. Mich störte der hohe Obstanteil bzw. der hohe Fruchtzuckeranteil (Fruktose).

„Ersetze den bisherigen Obstanteil Deines Mittagessens größtenteils durch Gemüse!“

Diesen Vorsatz fasste ich und mit der konkreten Marschrichtung vor Augen, fing ich an ein wenig herumzuprobieren.

5 am Tag             

Das ist noch immer die offizielle Empfehlung der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) und bedeutet:

Esse mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag.

Unter dem Aspekt der geringen Nährstoffkonzentration in heutigem Obst und Gemüse, müsste man täglich sogar noch mehr Portionen zu sich nehmen. Das ist aber ein anderes Thema und wird von mir eventuell mal in einem gesonderten Beitrag näher erörtert.

Bleiben wir daher bei den klassischen 5 Portionen Obst und Gemüse.

Mittagessen Obst Gemüse

Obst esse ich durch mein üppiges Frühstück (Link HIER) bereits in ausreichendem Maße.

Es stellte sich mir die Frage, wie mein gemüselastigeres Mittagessen auf der Arbeit ausschauen könnte.

Ich landete schnell beim Thema „Vorkochen“ – also sonntags in der Küche bereits Portionen für die anstehende Arbeitswoche zaubern.

Was die geschmacklichen Erwartungen an mein Essens angeht, bin ich eher der Typ „Purist“. Mir gefällt es, wenn mein Essen noch weitestgehend nach den einzelnen Zutaten schmeckt. Ich brauche keine Saucen oder besonderen Würzungen.

Die folgenden Rezepte sättigen mich – erprobter Weise – in dem Maße, dass ich die nächsten Stunden nicht auf irgendwelche Zwischenmahlzeiten zurückgreifen muss.

ALLE Gerichte kommen ohne Fleisch aus!

Als Dessert esse ich anschließend immer ein Stück Obst (meist einen Apfel) – dann bin ich aber auch wirklich satt …

 

Meine 3 Rezeptvorschläge (für 4 Tage bzw. 4 Portionen):

Alle 3 Gerichte benötigen eine Zubereitungszeit von höchsten 60 Minuten.

Ich höre dabei im Radio meist das Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga und entspanne herrlich. Ihr findet bestimmt auch ein für Euch passendes Zeitfenster …

Hier nun meine Vorschläge:

Quinoa Allerlei I

  • 500g Quinoa (es gibt verschiedenste Sorten)
  • 400g Staudensellerie
  • 3 – 4  mittelgroße Zwiebeln
  • 1 kg tiefgefrorenen Blattspinat
  • Gewürze nach Bedarf und Geschmack (ich nehme meistens nur Pfeffer&Salz)
  • Olivenöl

    

  • Quinoa mit der doppelten Menge Wasser kochen
  • Spinat auftauen / erhitzen
  • kleingeschnittenen Sellerie und die Zwiebeln zusammen in etwas Olivenöl dünsten

Alles zusammen in eine Schüssel/einen Topf geben und gut vermischen. Nun noch die einzelnen Portionen in Schüsseln abfüllen. FERTIG

 

Gemüsepfanne mit Rote Beete

  • 1 große Aubergine
  • 500g Champignon
  • 3 – 4 mittelgroße Zwiebeln
  • 500g Linsen
  • 300g vorgekochte Rote Beete
  • 500g passierte Tomaten
  • 500g tiefgefrorener Blumenkohl
  • 1 Knoblaufzehe
  • 2 – 3 EL Oregano
  • andere Gewürze nach Bedarf und Geschmack (ich nehme meistens nur Pfeffer&Salz)
  • Olivenöl

Die Linsen mit der zwei- bis dreifachen Menge Wasser ca. 45 Minuten kochen (Kochzeit hängt von Linsensorte ab).

es gibt verschiedenste Linsensorten

Die kleingeschnittenen Zwiebeln / Champignons / Aubergine in etwas Olivenöl dünsten.

Knoblauchzehe, etwas Olivenöl, Oregano, Salz und Pfeffer in die passierten Tomaten geben.

Anschließend alles zusammen an das gedünstete Gemüse geben.

Rote Beete in kleine Stücke schneiden und den tiefgefrorenen (gerne auch frischen) Blumenkohl erhitzen.

 

Zum Schluss alles miteinander vermengen.

Noch kurz portionieren und FERTIG.

 

Quinoa Allerlei II

  • 500g Quinoa (es gibt verschiedenste Sorten)
  • 2 Paprikaschoten
  • 3 – 4  mittelgroße Zwiebeln
  • 1 kg tiefgefrorene Erbsen
  • 5 Tomaten
  • 1/2 Packung tiefgefrorene Petersilie
  • Gewürze nach Bedarf und Geschmack (ich nehme meistens nur Pfeffer&Salz)
  • Olivenöl

Tiefgefrorene Erbsen erhitzen und Quinoa mit der doppelten Menge Wasser kochen.

 

  • Champignons, Paprika, Zwiebeln dünsten
  • Tomatenstücke und tiefgefrorene Petersilie hinzugeben
  • nach Bedarf würzen

 

Nun noch alle Zutaten (Erbsen, Quinoa und Pfannengemüse) vermischen und portionsweise aufteilen.

 

GUTEN HUNGER!!!

Demnächst werden sicherlich noch weitere Mittagessen-Variationen folgen …

Euer Schulle

 

Der Beitrag MITTAGESSEN im Job – ein paar Vorschläge erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/mittagessen-im-job-ein-paar-vorschlaege/feed 0 1913
BIGGESEE – 55 traumhafte Wanderkilometer http://freiraumoutdoor.de/biggesee-55-traumhafte-wanderkilometer http://freiraumoutdoor.de/biggesee-55-traumhafte-wanderkilometer#respond Sun, 21 Apr 2019 07:42:20 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1783 Obwohl der Biggesee im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge liegt, war er bisher niemals Bestandteil meiner unzähligen Wandertouren in sauerländischen Gefilden. Das soll sich nun ändern … Ein Arbeitskollege (hallo Robert 😃 ) erzählte mir kürzlich, dass er Karfreitag an einer geführten 40 km-Wanderung am Biggesee teilnehmen wolle. Das weckte natürlich mein Interesse.

Der Beitrag BIGGESEE – 55 traumhafte Wanderkilometer erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Obwohl der Biggesee im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge liegt, war er bisher niemals Bestandteil meiner unzähligen Wandertouren in sauerländischen Gefilden. Das soll sich nun ändern …

Biggesee
wenig See – viel Steg

Ein Arbeitskollege (hallo Robert 😃 ) erzählte mir kürzlich, dass er Karfreitag an einer geführten 40 km-Wanderung am Biggesee teilnehmen wolle. Das weckte natürlich mein Interesse.

Ich schaute mir seine Wanderroute an und dachte: „OK, ich nehme Roberts 40 Kilometer, baue noch eine schöne, höhenmetergeschwängerte Schleife mit ungefähr 15 Zusatzkilometern ein und fertig ist meine kleine Trainingswanderung.“

Anmerkung am Rande: Vom 27.06. – 29.06.2019 folge ich dem Ruf des „EXTREM-EXTREM 2019“, einem der schönsten Nonstop-Weitwanderevents in Deutschland (Link HIER). Daher erklärt sich der erhöhte Streckenumfang. 

Der Biggesee sollte es Karfreitag also werden. Ich setzte mich daheim an den Rechner und plante auf GPSies die genaue Streckenführung.

Runde Biggesee
54 km mit ca. 1.500 Höhenmetern

Robert und ich vereinbarten, dass wir uns Karfreitag irgendwo auf der Strecke treffen. Seine Gruppe läuft im Uhrzeigersinn und ich werde entgegengesetzt unterwegs sein – Treffpunkt also irgendwo im Nirgendwo.

Karfreitag

Der Wecker schellt zuverlässig um 05:15 Uhr.

„Das wird ein langer aber bestimmt wunderbarer Tag!“ geht es mir noch im Bett durch den Kopf.

Irgendwie trödel ich ein wenig herum und bin erst um 06:30 Uhr startklar.

Nach 165 staubefreiten Autobahn-Kilometern erreiche ich gegen 08:15 Uhr den Wanderparkplatz, der meinen heutigen Start- und Zielpunkt markiert.

Es wird noch gemütlich ein Käffchen getrunken, die Füße bekommen eine ordentliche Portion Hirschtalgcreme und es werden ein paar Nachrichten in die virtuelle Welt versendet.

Gegen 8:40 Uhr schultere ich meinen Rucksack und es geht los.

Das Wetter ist bereits am frühen Morgen absolut traumhaft. Gleich auf den ersten Metern erahne ich, was für schöne Momente der Biggesee am heutigen Tag für mich bereithalten wird.

Biggesee

Biggesee

Die ersten Kilometer bis Bremge führen mich, aufgrund der noch tiefstehenden Morgensonne, durch einige schattige und somit erfrischend kühle Waldstücke.

  

In Bremge startete Roberts Wandergruppe heute Morgen bereits um 08:00 Uhr, allerdings in entgegengesetzter Richtung.

„Naja, irgendwo und irgendwann werden wir uns unterwegs schon treffen …“

  Fachwerk Bremge am Biggesee

Direkt hinter Bremge entferne ich mich zunächst vom Biggesee und begebe mich auf die höhenmetergeschwängerte Zusatzschleife, welche ich in meine Wanderroute eingebaut hatte.

Wanderung Biggesee 

Mich beschleicht in sonnigen Abschnitten ein mulmiges Gefühl. Ich fühle mich von einem komischen Typen beschattet, der mir zudem noch völlig lautlos auf Schritt und Tritt folgt.

 irgendwie kommt er mir bekannt vor …

Die Gegend ist wirklich sehr abwechslungsreich und bietet unzählige Fotomotive.

 

Umgebung Biggesee

Kleiner Exkurs:

Ich wurde in letzter Zeit häufiger darauf angesprochen, was ich beim Wandern als Wegzehrung empfehlen kann.

Hier 3 Tipps:

Wenn Ihr gemütlich wandert, ist das Thema „Ernährung“ nicht so kompliziert, wie z.B. im ambitionierteren Lauf-  oder Radsport, wo der Magen und der Darm teilweise sehr sensibel auf Fehler in der Verpflegung reagieren können.    

  1. Egal was Ihr mitnehmt – es MUSS Euch schmecken!
  2. Meine Favoriten sind selbstgemachte Müsli-/Energieriegel (Rezept HIER) und die Klassiker in Form von belegten Broten oder Brötchen. Erlaubt ist eigentlich alles, was Euch Energie gibt, Eure Geschmacksknospen erfreut und gut verdaulich ist. 
  3. Als Getränk nehme ich immer stilles Wasser, also ohne Kohlensäure. Es ist aber grundsätzlich auch nichts gegen Saftschorlen einzuwenden, wenn Ihr pures Wasser nicht in ausreichender Menge runterbekommt. Achtet hier nur darauf, dass Ihr den Saftanteil recht gering haltet.

Nach 2 Stunden gönne auch ich mir den ersten kulinarischen Genuss – ein leckeres Käsebrot.

Zufrieden auf meinem Schnittchen herumkauend blicke ich in den strahlendblauen Himmel und denke mir: “Man, bin ich ein Glückspilz!“

Natur pur am Biggesee

Zwischendurch sorgen Verkehrsschilder immer wieder für eine grobe Orientierung.

Meine Route führt nun wieder zurück zum Biggesee. Auf teilweise urigen Waldpfaden genieße ich die Stille des Waldes, das Zwitschern der Vögel und die Geräusche des Windes, wenn er durch die Baumwipfel streift.

  

Trotz GPS-Unterstützung ist man nicht davor geschützt, ab und an mal durchs Unterholz zu stapfen oder den Weg vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Das sind die Momente, wo das Salz in die Wandersuppe kommt und sie erst so richtig geschmackvoll wird …

 

Nach 15 Kilometern und 3 Stunden Wanderzeit erreiche ich wieder den Biggesee.

Biggesee

Biggesee

Hier findet sich auch der Biggedamm.

 

Diese Stelle markiert das Ziel von Roberts heutiger Wanderung.

Biggedamm
Blick auf den Biggedamm

Ich lege kurz einen Halt ein und gönne mir meinen zweiten Snack.

Hmmm – selfmade und heute mal mit Granatapfel (die roten Dinger 😎)

Da die Mittagssonne nun doch recht ordentlich vom Himmel „plästert“,  wird Lichtschutzfaktor 30 aus dem Rucksack gezaubert.

Nun kann es weitergehen.

Die Route führt mich recht schnell wieder etwas vom See fort. Dieses Wechselspiel zwischen See-Panorama und Wald-/Wiesengebiet ist wirklich phänomenal und äußerst kurzweilig.

Umgebung Biggesee

 

Roberts 40 km-Route führt übrigens komplett über ein Teilstück des Bigge-Lister-Wegs (Link HIER).

Somit erfreue auch ich mich regelmäßig an diesen hellblauen Markierungsschildern.

 

Zwischendurch geht es auch mal durch kleine Ortschaften und vorbei an bunt blühenden Vorgärten.

 

Nach ca. 5,5 Stunden laufe ich durch das verschlafene Örtchen Herpel. In einiger Entfernung sehe ich eine Gruppe Wanderer auf mich zukommen.

„Ob das Roberts Gruppe ist?“

Noch ist die Gruppe zu weit weg, doch beim Näherkommen sticht mir ein unverwechselbares Detail bei einem Gruppenmitglied ins Auge.

„Gelbschwarze Kniestrümpfe – das kann nur Robert sein!“ freue ich mich.

In der Tat ist es Robert. Mit seinen mindestens 195 cm Körpergröße ist er eh schwer zu übersehen, aber diese Borussia Dortmund Strümpfe … echt der Knaller! 😂

Wie bei Männern üblich, die wichtige Dinge erledigen müssen und noch große Aufgaben vor sich haben

  • kurzer Plausch
  • Selfie     
  • die besten Wünsche für den Rest der Strecke

und weiter geht es.

Zwischen den Orten Erpel und Sondern bietet der Bigge-Lister-Weg höchst interessante Waldpassagen. Es handelt sich um die KuLTour (Link HIER), eine wunderbare Symbiose von Kunst und Natur.

Auf mehreren Kilometern des Wanderwegs gibt es in regelmäßigen Abständen interessante Objekte am Wegesrand zu entdecken.

   

Vor allem wird mir hier der Beweis erbracht:

„Big Tree is watching you!“

Sehende Bäume am Biggesee      Sehende Bäume am Biggesee

Mittlerweile bin ich 7 Stündchen unterwegs und fühle mich noch immer spitzenmäßig. Es ist nun fast windstill und die Nachmittagssonne lässt diese tolle Gegend in einem wunderbaren Licht erscheinen.

 

Nicht nur bei mir am Niederrhein ist die Welt der Kühe noch in Ordnung. Auch hier im Sauerland grast es sich anscheinend vorzüglich.

Da heute Karfreitag ist, darf natürlich auch ein christliches Fotomotiv nicht fehlen.

Als ich kurz vor Olpe bin, erhalte ich von Robert eine Nachricht auf mein Handy:

„Zieleinlauf!“

 Die schwarzgelbe Bergziege … 😃

Er hat anscheinend mit seiner Gruppe die 40 Kilometer bravourös gemeistert und den Biggedamm erreicht. Wohlverdientermaßen lässt er es sich nun gutgehen. Selbstverständlich setzt er mich mit einer zweiten Nachricht auch darüber in Kenntnis.

„Na dann Prost – hast Du Dir verdient, mein Lieber!“ freue ich mich mit ihm.

„Ich darf dafür aber noch locker 3 Stunden dieses kleine Paradies genießen!“ schmunzel ich ein wenig in mich hinein und sauge die wunderbaren Natureindrücke in mich auf.

Ab Olpe sind es noch knapp 10 Kilometer bis zu meinem Parkplatz.

Auf diesen 10 Kilometern will der Biggesee anscheinend nochmals einen bleibenden Eindruck hinsichtlich seiner Schönheit bei mir hinterlassen.

Biggesee
Nä, wat is dat schön …

Ich über- und unterquere große und kleine Brücken.

Brücke Biggesee  Brücke Biggesee

An einer Brückenunterführung weckt ein Graffiti meine Aufmerksamkeit.

„Farbe ins eigene Leben bringen“ ist in meinen Augen ein elementares Thema im Leben eines jeden Menschen. Unser Leben sollte mehr sein, als das Verwalten unserer Alltagspflichten. „Grau in Grau“ muss nicht sein – es gibt so tolle andere Lebensfarben …

Wir dürfen die Farben unseres Lebensanstrichs frei wählen – das ist in meinen Augen ein wahnsinniges Privileg und birgt enormes Potential!

Sobald wir den Farbpinsel in unserem Leben schwingen, halten zwangsläufig mehr Begeisterung, Freude und Zufriedenheit Einzug in uns.

Viel Spaß beim Renovieren! 😎

Auf den letzten Kilometern warten auch noch ein paar knackige Anstiege auf mich.

  

„Hier ist Robert heute Morgen auch langgelaufen, allerdings von oben nach unten …“ kommt es mir plötzlich in den Sinn. Ich male mir aus, wie Robert heute Morgen – so gegen 09:30 Uhr – diese Passage mit noch ordentlich Power in den Beinen und fröhlich pfeifend bergab lief. Wahrscheinlich hat er überhaupt nicht wahrgenommen, wie steil und langgezogen diese Passage ist.

„Ich pfeife auch gerade – allerdings nach über 45 Kilometern eher aus dem letzten Loch!“ 😀

Humor ist halt, wenn man trotzdem lacht …

Irgendwann erreicht man fast immer den Gipfel eines Hügels. Oben angekommen werde ich mit einem phantastischen Ausblick belohnt.

Abendstimmung Biggesee

Zudem begegnet mir völlig unverhofft noch Hermann Hesse.

Herman Hesse am Biggesee

Ungeschriebenen Gesetzen folgend kommt nach einem „bergauf“ auch immer wieder ein „bergab“. Die letzten 5 Kilometerchen laufen sich entsprechend geschmeidig.

Unentwegt gibt es etwas am Wegesrand zu entdecken.

Skuriles am Biggesee 

Völlig unverhofft muss ich mich kurz vor dem Ziel meiner Wanderung auch noch mit „Political Correctness“ auseinandersetzen.

 

Nicht nur Vor- und Familiennamen können eine Strafe sein … 😉

Einmal geht es noch übers Wasser.

Dann ist es geschafft! Nach 10:45:00 Stunden, 54 Kilometern und knapp 1.500 Höhenmetern stehe ich gegen 19:30 Uhr doch tatsächlich wieder auf dem Wanderparkplatz, wo dieser sensationelle Biggesee-Wandertag heute Morgen begann.

Erst einmal hinsetzen, die Schuhe ausziehen und den Augenblick der Ankunft genießen.

Diese doppellagigen Wandersocken von WRIGHTSOCK kann ich Euch übrigens wärmstens empfehlen. In Kombination mit Hirschtalgcreme unschlagbar im Kampf gegen unerwünschte Blasen!

Wenig später werfe ich den Motor an und düse zurück in die Heimat.

Während der Rückfahrt lasse ich den Tag nochmals Revue passieren. Letztlich komme ich zu dem Ergebnis, dass die heutige Wanderung eine der schönsten war, die ich bisher im Sauerland unternommen habe.

Hier stimmte wirklich alles – tolles Wetter, wahnsinnig schöne und abwechslungsreiche Landschaft und auch die Kombination aus Streckenlänge/Schwierigkeitsgrad der Route war sehr harmonisch (nicht zu fordernd und nicht zu lasch).

Um 21:30 Uhr schließe ich die Haustür auf und springe sogleich unter die langersehnte Dusche.

Einige Stunden später liege ich im Bett und muss nochmals an das Graffiti denken, welches mir heute an einer Unterführung ins Auge fiel.

„Mensch, was bin ich doch ein Glückpilz, dass mir das Leben solch eine reichhaltige Farbpalette zur Verfügung stellt!“

Die Augen fallen zu und DerSchulle bricht zu einer weiteren Wanderung auf – diesmal im Land der Träume …

THE END

 

Der Beitrag BIGGESEE – 55 traumhafte Wanderkilometer erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/biggesee-55-traumhafte-wanderkilometer/feed 0 1783
Duisburg/Köln – warum nicht mal zu Fuß? http://freiraumoutdoor.de/duisburg-koeln-warum-nicht-mal-zu-fuss http://freiraumoutdoor.de/duisburg-koeln-warum-nicht-mal-zu-fuss#respond Sat, 16 Mar 2019 14:39:24 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1692 Freundschaften müssen gepflegt werden. Aus diesem Grunde zieht es mich ungefähr 3 Mal pro Jahr nach Köln in die Südstadt. Dort lebt ein lieber Mensch, der mich bereits seit meinen Jugendtagen durchs Leben begleitet. Üblicherweise setze ich mich ins Auto und düse über die A57 nach Köln. Augenblicklich befinde ich

Der Beitrag Duisburg/Köln – warum nicht mal zu Fuß? erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Freundschaften müssen gepflegt werden. Aus diesem Grunde zieht es mich ungefähr 3 Mal pro Jahr nach Köln in die Südstadt.

Dort lebt ein lieber Mensch, der mich bereits seit meinen Jugendtagen durchs Leben begleitet.

Üblicherweise setze ich mich ins Auto und düse über die A57 nach Köln. Augenblicklich befinde ich mich jedoch in der Vorbereitungsphase  auf die „EXTREM-EXTREM“-Wanderung (Link hier), welche diesjährig zum 3. Mal im Sauerland veranstaltet wird.

Um das Gute (Besuch in Köln) mit dem Nützlichen (Training) zu verbinden, kam mir diesmal eine interessante Anreisealternative in den Sinn.

Inspiriert von meinem heimischen Kalender mit Wandersprüchen, beschloss ich ein Teilstück der Strecke zu Fuß zurückzulegen.

„Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.“ (J. W. von Goethe)

Mit diesem Leitgedanken im Hinterkopf stieg ich in die konkreten Planungen der Wanderung ein.

Letztlich entschied ich mich für einen Startpunkt am Duisburger Hauptbahnhof. Zwischen mir und meinem Kölner Freund lagen somit knapp 67 Kilometer, die „per pedes“ entdeckt werden wollten.

67 km zwischen Duisburg Hbf und Kölner Südstadt

„Das wird bestimmt interessant und ist ein schönes Training!“ ging es mir spontan durch den Kopf, als ich die fertige Strecke nochmals am heimischen Rechner betrachtete.

Samstag, 09.03.2019

Der Tag beginnt bereits um 4:30 Uhr. Nach einem gemütlichen Frühstück und dem Packen meines Rucksacks, steige ich ins Auto und erreiche gegen 06:15 Uhr das Parkhaus am Duisburger Hbf.

Ich durchlaufe noch kurz mein Vorbereitungsritual und creme die Füße mit einer ordentlichen Portion Hirschtalg-Creme ein. Gegen 06:30 Uhr begebe ich mich an meinen Startpunkt.

Köln – ich komme

Ein beginnender Tag – vor allem am Wochenende – hat für mich immer einen besonderen Zauber. Es herrscht noch eine angenehme Ruhe und der lebendige Trubel hält in ganz kleinen Schritten Einzug.

Mein Weg führt mich zunächst durch das Duisburger Stadtgebiet.

    

Ich durchquere die Stadtteile Neudorf, Wedau, Großenbaum und Buchholz. Teilweise bin ich parallel und in Sichtweite zur Bahnlinie unterwegs.

Gegen 7:30 Uhr laufe ich am „Karl-Dölzig-Platz“ vorbei. Hier ist der TUS Viktoria Buchholz zuhause. Wie es der Zufall so will, ist die Viktoria in dieser Saison einer der Gegner unseres Hamminkelner SV in der Fussball-Bezirksliga.

Unterwegs fallen mir die ersten Farbtupfer der Natur ins Auge. Der Frühling klopft bereits zaghaft an die Tür.

 

10 Kilometer liegen bereits hinter mir, als ich in Rahm endlich die Bahnlinie unterquere.

Kurze Zeit später wird es ländlicher. Das dicht bebaute Duisburger Stadtgebiet liegt nun erst einmal hinter mir.

       

Es geht an Angermund vorbei und ich habe ein klares Zwischenziel vor Augen.

Auf zum Rheinufer

Sobald ich den Rhein bei Düsseldorf überquere, wird die erste Hälfte meiner Wanderung geschafft sein. Bis dahin sind es allerdings noch einige Kilometer.

Immer wieder gibt es interessante Dinge am Wegesrand zu entdecken.

In Kaiserswerth erhalte ich dann auch endlich ein weiteres Motiv für meine persönliche Hundeschildersammlung.

Das ist mittlerweile ein fester Bestandteil meiner Wanderungen. Hundeschilder (natürlich nicht alle) werden fotografiert.

In Kaiserwerth lege ich nach knapp 4 Stunden Wanderzeit an einer ARAL-Tankstelle auch meinen ersten Zwischenstopp ein.

Mein Wasservorrat wird aufgestockt und ein Käffchen muss her.

Auch zwischen den Düsseldorfer Stadtteilen Stockum und Golzheim gibt es etwas für die Fotolinse.

Nach 24 Kilometern stehe ich endlich am Düsseldorfer Rheinufer.

Gevatter Rhein

Das Wetter ist heute nicht sonderlich einladend. Der Wind weht sehr stark und es herrscht ein stetes Wechselspiel zwischen Regenwolken und freundlicheren Abschnitten.

Jetzt, gegen 11 Uhr, sind trotzdem einige Jogger und Spaziergänger an der Promenade unterwegs. Sehr lobenswert! 😃

Nach 4 weiteren Kilometern kehre ich dem Rheinufer zunächst wieder den Rücken und stiefele durch Unterbilk Richtung Rheinbrücke.

Halbzeit und Erkenntnis

Mit Überquerung des Rheins, befinde ich mich auf der „richtigen“ Rheinseite meiner Wanderung.

Schilder am Wegesrand weisen auf die nächsten Etappenziele hin.

Hinter Uedesheim geht es nochmals direkt am Rhein entlang.

Wenig später betrete ich den Gehweg an der Bundesstraße 9 (B9).

Mit einem Blick auf mein Navigationsgerät wird mir bewusst, dass ich bei meiner Streckenplanung das Hauptaugenmerk auf die kürzeste Strecke von Duisburg nach Köln gelegt hatte. Auf was für Wegen ich unterwegs sein werde fiel dabei etwas unter den Tisch.

Das rächt sich nun ein wenig. Die B9 wird auf den nächsten 20 Kilometern meine ständige Begleiterin sein.

„Zum Glück ist heute Samstag und nicht ganz so viel Verkehr unterwegs.“ versuche ich mir diesen Umstand schön zu reden.

Dormagen                           

Als ich das Randgebiet von Dormagen erreiche, bin ich mittlerweile schon 7 Stunden unterwegs.

Der Wind ist zwischenzeitlich wirklich heftig geworden und unterwegs begegnen mir einzelne Opfer dieser starken Böen.

Manch niedlicher Geselle hält seine Nase trotzdem gelassen in den Wind.

Ab Dormagen geben sich Regenschauer und sonnige Abschnitte die Klinke in die Hand.

Aber auch das Kind im Manne wird bedient. Für ein paar Minuten beobachte ich eine Schiffsentladung.

Immer weiter an der B9 entlang

Das ständige Entlanglaufen an der B9 habe ich mir nerviger vorgestellt. Die Strecke ist wirklich recht abwechslungsreich und kurzweilig.

Langsam erkennt man auch, dass sich Kölner Gefilde ankündigen.

    

Mein Schlachtplan ist klar umrissen: Zunächst wird Fühlingen gestürmt und dann fällt Köln …

Im stündlichen Wechsel gönne ich mir belegte Brötchen und selbstgemachte Müsliriegel (Rezept hier).

Nä wat lecker …

Ich komme an Kölner Stadtteilen vorbei, die ich noch nie gehört habe: Seeberg, Weidenpesch, Mauenheim.

Und immer wieder schlägt das Männer-Herz etwas höher.

Kölle am Rhing

Als ich den Stadtteil Nippes unter den Füßen habe, zieht die Erkenntnis in mir ein, dass ich in knapp einer Stunde am Ziel bin und die Klingel in der Mainzer Straße drücken werde.

Ich steuere nochmals eine Tankstelle an und gönne mir ein Käffchen für den Endspurt.

Obwohl ich bereits 11,5 Stunden unterwegs bin, läuft es sich noch recht geschmeidig – ein gutes Zeichen im Hinblick auf den EXTREM-EXTREM Ende Juni.

In der Kölner Innenstadt erwischt mich dann aber auch der erste richtig üble Regenschauer dieses Tages.

Vorbei an Kölner Urgesteinen

stehe ich dann um 18:26 Uhr vor ihm.

immer wieder ein imposanter Anblick

Ab hier sind es noch 3 Kilometerchen mitten durch die Innenstadt. Ich zwänge mich mit meinem Rucksack durch die proppenvolle Fußgängerzone und erreiche um Punkt 19:00 Uhr – nach 12 Stunden und 30 Minuten – die Mainzer Straße in der Kölner Südstadt.

Ausklang

„Da ist ja der Verrückte!“

Mit diesen Worten werde ich von meinem Freund begrüßt und in die Arme geschlossen.

Unser übliches Begrüßungsritual (Kölsch und Gin-Tonic) lassen wir dieses Mal ausfallen.

Stattdessen gibt es jede Menge stilles Wasser und Magerquark. Nach der stundenlangen Kohlenhydrat-Verpflegung dürstet es mich förmlich nach Eiweiß.

„Jetzt noch schnell duschen und dann die Beine hoch!“

Die Duschsitzung ist wirklich eine Wohltat.

Als der Körper dann erst einmal auf der Couch zur Ruhe kommt, melden sich recht schnell die Körperstellen, welche arg beansprucht wurden und nun eine Extraportion Regeneration benötigen.

Folglich ist mein Gangbild für den Rest des Abends etwas unrund.

Wir bestellen noch 2 leckere Pizzen und gammeln den Rest des Abends einfach nur herum.

Gegen 1:00 Uhr schluffe ich ins Bett und mir fallen augenblicklich die Augen zu.

Der Tag danach

Nach einem opulenten Frühstück begebe ich mich gegen 11:45 Uhr auf den knapp  3 km langen Fußweg zum Kölner Hbf, um den Zug nach Duisburg zu nehmen.

Die regenerativen Bauarbeiter meines Körpers haben über Nacht einen super Job gemacht. Bis auf ein leichtes Zwicken im linken Kniebereich, läuft es sich schon wieder wunderbar.

Köln Hbf
                                                                                    Köln Hbf

Ab Duisburg begebe ich mich noch auf einen kurzer Ritt über die A3 und gegen 14:30 Uhr begrüßt mich die Ortseinfahrt von Hamminkeln.

Ich bin zurück in meiner Heimat – immer wieder ein schönes Gefühl.

„Gehe in die Welt, um zu erfahren, was Heimat ist.“ (Carl Peter Fröhling)

Ich war dann mal wieder unterwegs …

Euer Schulle

Der Beitrag Duisburg/Köln – warum nicht mal zu Fuß? erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/duisburg-koeln-warum-nicht-mal-zu-fuss/feed 0 1692
Kreuztal – DerSchulle kommt ins Schliddern http://freiraumoutdoor.de/kreuztal-derschulle-kommt-ins-schliddern http://freiraumoutdoor.de/kreuztal-derschulle-kommt-ins-schliddern#respond Sun, 10 Feb 2019 17:06:19 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1624 Was interessiert einen „Outdoor-Süchtel“ vor allem, wenn er eine Unternehmung plant? Genau – das Wetter!                     Die Wettervorhersage für den gestrigen Tag war äußerst vielversprechend: Nass und kalt, mit stellenweisen Windböen in der Stärke 8 (Wettervorwarnung). Das Wort „Wettervorwarnung“, was nicht mit

Der Beitrag Kreuztal – DerSchulle kommt ins Schliddern erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Was interessiert einen „Outdoor-Süchtel“ vor allem, wenn er eine Unternehmung plant?

Genau – das Wetter!                    

Die Wettervorhersage für den gestrigen Tag war äußerst vielversprechend: Nass und kalt, mit stellenweisen Windböen in der Stärke 8 (Wettervorwarnung).

Das Wort „Wettervorwarnung“, was nicht mit „Unwetterwarnung“ verwechselt werden sollte, übt auf mich immer eine magische Anziehungskraft aus. Wettervorwarnungen versprechen häufig interessante Outdoor-Erlebnisse außerhalb der Komfortzone. Halt ein kleiner Hauch von Abenteuer …

„Dann hörst Du ja endlich mal wieder den zauberhaften Klang des Windes, wenn er durch die Baumwipfel streift!“ ging es mir spontan durch den Kopf, als ich am Vorabend nochmals einen Blick auf die Wettervorschau warf.

Ankunft in Littfeld     Littfeld Kreuztal

Punkt 09:00 Uhr treffe ich mit meinem Wagen am Friedhof in Littfeld (südwestliches Sauerland / Kreuztal) ein. Friedhöfe stellen für mich einen idealen Startpunkt für Wanderungen dar, da man dort eigentlich immer einen kostenlosen Parkplatz findet. Zudem liegen Friedhöfe meist etwas außerhalb von Ortschaften und ich bin somit recht schnell in der Natur.

Heute wird es recht happig, da knapp 52 km mit ungefähr 1.600 Höhenmetern geplant sind.

Ich nutze zur Planung meiner Wanderungen meistens das Portal GPSies. Wer möchte, kann sich dort gerne mal meine hinterlegten Routen anschauen.

Kurze Beschreibung der Vorgehensweise:

  • unter „Entdecken“ den Punkt „Erweiterte Suche“ auswählen
  • dann unter „Benutzername“ DerSchulle (zusammengeschrieben!!!) eingeben und auf „Suche“ gehen
  • wenn Ihr auch Routen außerhalb Deutschlands sehen möchtet, einfach „Land“ = blanko

Das Portal GPSies hatte ich bereits vor längerer Zeit in einem anderen Beitrag beschrieben (bei Interesse: hier).

3, 2, 1, los …

09:15 Uhr sind meine obligatorischen Vorbereitungen (Kaffee trinken, Füße eincremen, Klamotten anziehen …) abgeschlossen und es kann losgehen.

Es weht wirklich ein ordentliches Lüftchen und der wolkenverhangene Himmel trägt auf jeden Fall Regenpotential in sich.

Start am Friedhof Littfeld

Nach 3 Kilometern – mitten im ersten Anstieg – wird mir klar, dass die heutige Wanderung länger dauern wird, als ich eingeplant hatte.

Warum? Nun, es regnete im Sauerland zwar die letzten Tage und die Temperaturen lagen weitestgehend über dem Gefrierpunkt, doch das reichte anscheinend nicht, um Schnee und Eis von den Wegen verschwinden zu lassen.

Es ist glatt! Es ist sogar stellenweise spiegelglatt!

Ursprünglich – daheim am Rechner und das Thema „Schnee/Eis“ völlig ignorierend – plante ich einen Schnitt von ungefähr 5 km/h. Das ist unter den heutigen Bedingungen jedoch völlig illusorisch.

„Alter Schwede – da wirst Du anstatt der einkalkulierten 10 bis 10,5 Stunden wahrscheinlich 1 bis 2 Stunden mehr benötigen!“

Vor allem eine Frage spukt mir im Kopf herum.

Wie gefährlich wird die Sache, wenn ich ab 17:30 Uhr oder 18:00 Uhr im Dunkeln – nur im kleinen Lichtkegel meiner Stirnlampe – über solche Waldwege schliddern muss?

„Egal, erst einmal abwarten, ob es überall so ausschaut.“

Das tut es zum Glück nicht! Erst ab 450/500 Meter Höhe wird es meist weiß und glatt. Darunter läuft es sich fluffig und angenehm.

Unterwegs

Zwischendurch riskiere ich immer mal wieder einen Blick in die Umgebung.

 

Aufgrund des Wetters sind diese Ausblicke jedoch keine sonderlichen Aha-Erlebnisse. Alles wirkt ein wenig trist und grau.

An einigen idyllischen Plätzen laden immer wieder Bänke zum Verweilen ein.

Bank Kreuztal

Ich lehne jedoch dankend ab und stapfe munter weiter.

Auf einem Berggipfel wecken orangene Flecke mein Interesse. Aus der Nähe betrachtet wird klar, was es ist – Überbleibsel eines Silvester-Feuerwerks.

Erfreut und gleichzeitig enttäuscht denke ich mir: “Sicherlich schön, von hier oben Raketen ins neue Jahr steigen zu lassen! Es wäre aber auch sehr schön, wenn man den Müll wieder mit ins Tal nimmt!“

Auf teils urigen Wegen führt mein Weg unentwegt durch Waldgebiet.

                    

Am Wegesrand erfreuen mich immer wieder kleine Botschaften anderer Naturfreunde.

Gefahr im Verzug

Sobald mich mein Weg wieder etwas höher führt, bedarf es geschärfter Sinne, damit ich nicht unfreiwillig von den Beinen geholt werde.

Mittlerweile ist es Mittag und ich habe bisher ungefähr 15 Kilometer hinter mich gebracht. Da noch ein langer Weg vor mir liegt, denke ich öfters darüber nach, wie ich mit dem Umstand umgehen soll, dass die Wege teilweise gefährlich glatt sind.

„Wenn das Tageslicht verschwunden ist, steigt die Gefahr unglücklich zu stürzen überproportional. Du hast letztlich 2 Optionen: Einfach weiter und volles Risiko eingehen oder irgendwie abkürzen und versuchen bei Einbruch der Dunkelheit zumindest in schnee- und eisfreiem Terrain zu sein. “

Mir ist klar, dass ich in den nächsten 2 bis 3 Stunden eine Entscheidung treffen muss.

Müsen                

In der Nähe von Müsen führt mich mein Track ein wenig querfeldein.  Solche Pfade liebe ich, da sie etwas sehr Ursprüngliches an sich haben.

                 

Dann geht es wieder bergauf und eine neuerliche Rutschpartie beginnt.

Hier tritt nun genau das ein, was ich die ganze Zeit befürchtete:

Der Weg ist erneut spiegelglatt. Ich gehe auf der rechten Wegseite und will auf die linke Seite wechseln. Kaum setze ich einen Schritt in die Wegmitte, verliere ich auf einer Eisplatte jeglichen Halt und krache hin.

Kurzer Flug, harte Landung, zum Glück nix passiert.

In diesem Moment treffe ich eine Entscheidung:

„Du schaust Dir jetzt schleunigst auf Deinem Navi an, wie Du die vor Dir liegende Strecke abkürzen kannst!“

Gesagt – getan!

Silberg              

Da ich mittlerweile bereits 36 km abgespult habe und mich kurz vor Silberg befinde, streiche ich eine größere Schleife und suche mir stattdessen einen kürzeren Weg von Silberg zurück nach Littfeld.

Das Tageslicht beginnt nun langsam zu schwinden.

Als mich die Dunkelheit empfängt, habe ich bereits den Ortsrand von Littfeld erreicht.

Um 18:45 Uhr entdecke ich im Licht meiner Stirnlampe die Umrisse des Friedhofs und stehe ein paar Schritte später vor meinem Wagen, der dort mutterseelenalleine ausharrte und auf mich wartete. Braves Auto!

Suchbild: Wo ist das Auto? 😁

Angenehm erschöpft und mit einem zufriedenen Gefühl starte ich das Navi und rolle gen Heimat.

Fazit:

Es wurden heute keine 52 Kilometer, sondern – meiner Abkürzung geschuldet – „nur“ 46 Kilometer. Das kann ich jedoch gut verschmerzen, da diese fehlenden 6 km in keinem Verhältnis zum Sturzrisiko gestanden hätten. Eventuell liegst Du – irgendwo im sauerländischen Nirgendwo – verletzt im dunklen Wald und kannst versuchen Hilfe aufzutreiben. Kein schöner Gedanke …

Solche Entscheidungen zeigen mir aber auch, dass ich langsam „altersweise“ werde. 😉

Vor ein paar Jahren wäre solch eine Abkürzung des Weges absolut nicht in Frage gekommen. Da hätte noch die Devise „Augen zu und mit Volldampf hindurch!“ gegolten.

Es ist halt nichts beständiger als der Wandel!

In diesem Sinne,

Euer Schulle

Der Beitrag Kreuztal – DerSchulle kommt ins Schliddern erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/kreuztal-derschulle-kommt-ins-schliddern/feed 0 1624
45 km rund um Warstein (Sauerland) http://freiraumoutdoor.de/45-km-rund-um-warstein-sauerland http://freiraumoutdoor.de/45-km-rund-um-warstein-sauerland#respond Sat, 26 Jan 2019 21:47:39 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1546 Das Jahr 2019 hat nun bereits einige Tage auf dem Buckel. Damit meine diesjährigen Outdoor-Highlights keine Rohrkrepierer werden,  müssen meine Beine und Füße langsam und gemächlich auf das vorbereitet werden, was ihnen Mitte 2019 abverlangt wird. Aus diesem Grund ging es letztes Wochenende ins Sauerland. Diesmal fiel meine Wahl auf die

Der Beitrag 45 km rund um Warstein (Sauerland) erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Das Jahr 2019 hat nun bereits einige Tage auf dem Buckel. Damit meine diesjährigen Outdoor-Highlights keine Rohrkrepierer werden,  müssen meine Beine und Füße langsam und gemächlich auf das vorbereitet werden, was ihnen Mitte 2019 abverlangt wird. Aus diesem Grund ging es letztes Wochenende ins Sauerland. Diesmal fiel meine Wahl auf die Stadt Warstein. Ja genau – da wo das Bier herkommt … 😁

Wanderung Warstein

Es geht los

Laut der Planung am heimischen Rechner (Portal: GPSies) sollen es diesmal rund 44 km mit knapp 1.000 hm werden. Die Praxis lehrte mich jedoch in der Vergangenheit, dass es unter realen Bedingungen meist 1 bis 2 km mehr sind.

Mal kurz überschlagen: 45 km bei einem Schnitt von 5,0 km/h bedeutet eine reine Wanderzeit von 9:00 Stunden.

Nach 1:45 Stunden Fahrt erreiche ich um kurz vor 9:00 Uhr meinen Parkplatz in Warstein.

Ich suche mir bei der Planung meiner Wanderungen meist Parkplätze an Kirchen oder Friedhöfen aus, da man dort unkompliziert Parkmöglichkeiten findet.

Den obligatorischen Kaffee trinke ich noch schnell im Auto und erfreue mich an den ersten Sonnenstrahlen. Die Temperaturen liegen am Gefrierpunkt.

Um 09:10 Uhr breche ich auf. Nach wenigen Minuten muss ich jedoch die erste Pause einlegen.

Ich stehe an einem Grundstück, dessen Besitzer anscheinend ein eingefleischter Miniatur-Eisenbahner ist. Das muss ich mir genauer anschauen.

Nach einem Kilometer verlasse ich langsam aber sicher das besiedelte Warsteiner Stadtgebiet und werde von angenehmer Stille und Einsamkeit in Empfang genommen.

    

Mir fällt schon zu Beginn meiner Wanderung auf, dass mir rund um Warstein vermutlich viele Bäche zu Gesicht kommen werden.

          

Auf den Gehwegen ist teilweise Vorsicht geboten, da es auf zugefrorenen Pfützen schnell zu ungewollten Rutschpartien kommen kann.

Pfütze gefroren
irgendwie schön – aber auch verdammt rutschig …

Nach knapp 10 Kilometern stoße ich auf ein kleines, nasses Problem. Vor mir fließt ein knapp 4 Meter breiter Bach.

Verdammt – wo sind die Gummistiefel?

Springen ist keine Option.

„Wie soll ich hier trockenen Fußes rüber kommen?“ geht es mir durch Kopf.

Es ragen zum Glück ein paar Steine aus dem Wasser und ich versuche mein Glück einfach mal.

Dank meiner wasserdichten Asics FujiTrabuco bleibt mein Abrutschen am vorletzten Stein ohne Folgen und die Socken sind weiterhin trocken.

Das Wetter meint es heute wirklich gut mit mir.

Vorbei an kleinen Gewässern im Wald und weiteren Bachläufen,

erreiche ich die erste denkwürdige Stelle am heutigen Tag.

Die Recherche, wer dieser ominöse Joh. Fr. Borchatz gewesen ist, überlasse ich Euch … 😉

“Vom Baum erschlagen zu werden ist natürlich verdammtes Pech.“ denke ich mir und erfreue mich meinerseits – zum Glück sehr lebendig – am blauen Himmel.

Der Wunschzettel

Gedanklich bin ich heute oftmals bei den Outdoor-Vorhaben, die bis jetzt noch unrealisiert auf meinem 2019er-Wunschzettel schlummern.

Das wären:

  • Die Teilnahme am „Extrem-Extrem“, welcher dieses Jahr vom 27.06. bis zum 29.06. im Sauerland stattfindet (hier mein Bericht aus 2018).
  • Eine 5-tägige Solo-Trekkingtour am Gardasee in bergigem Terrain.

Meine heutige Wanderung stellt den Anfang der Vorbereitungsphase auf den „Extrem-Extrem“ dar. Bis Ende Juni werden noch einige Trainings-Wanderungen dazukommen. Alle 3 bis 4 Wochen ist ein „langer Schinken“ geplant. Die jeweilige Streckenlänge wird während der Vorbereitung sukzessive bis auf 65 höhenmetergeschwängerte Kilometer ausgedehnt.

Dann kann Ende Juni das 156 km-Monster mit seinen 3.200 Höhenmetern kommen … 😎

Plötzlich werde ich durch die zweite denkwürdige Stelle des heutigen Tages aus meinen Gedanken gerissen. Ein Kreuz am Wegesrand zieht meinen Blick auf sich und ich schaue mir das beiliegende Foto genauer an.

Auf dem Kreuz kann man noch ganz schwach den Namen RAINER erkennen.

Mein Blick senkt sich wieder auf das Bild und ich stelle mir die Frage, wer aus der Gruppe wohl Rainer war.

„RIP Rainer!“ geht es mir durch den Kopf und ich setze meinen Weg fort.

Wieder steht eine Bachquerung an,  allerdings diesmal mit kleiner Brücke.

… immer wieder schön!

Ich lasse meinen Gedanken wieder freien Lauf und genieße weiterhin die schönen Eindrücke um mich herum.

   

Nach 25 Kilometern erreiche ich den kleinen Ort Föckinghausen und entdecke dort ein recht idyllisch liegendes Schullandheim.

Auf einsamen, teils schneebedeckten Wegen ziehen die Kilometer an mir vorbei.

Es offenbart sich die Schönheit der kleinen Dinge am Wegesrand.

Und es ist erneut Zeit für eine Bachquerung, allerdings auch hier wieder mit Brücke …

     

Richtung Ziel

Knapp 10 Kilometer liegen noch vor mir. Da es bereits 16:00 Uhr ist, werde ich das Auto erst im Dunkeln erreichen. Allerdings bedeutet dies auch, dass mir wahrscheinlich noch ein schöner Sonnenuntergang geboten wird.

Die Wege werden nochmals etwas unwegsamer

und dann passiert genau das, was einem bei Dunkelheit einige Probleme bereiten kann – ich komme von meinem Track ab.

… und nun?!

Plötzlich stehe ich mitten im Wald und kann keinen Weg mehr erkennen. Zum Glück ist es noch nicht dunkel! Ich hätte aber zur Not auch eine Stirnlampe – meine kleine, mich stets treu begleitende „PETZL Tikkina“ – in der Hinterhand.

„Dann gehst Du mal grob in die Richtung, die Dir Deine GARMIN-Uhr anzeigt. Irgendwo da hinten muss auch wieder ein Weg kommen!“ mache ich mir Mut.

So ist es dann auch. Nach 200 Metern bin ich wieder auf einem Pfad, allerdings mit ein paar fiesen Stolperfallen.

„Hier möchte ich nicht im Dunkeln lang müssen …“ denke ich insgeheim und stapfe weiter Richtung Warstein und somit Richtung Auto.

Noch ein kleiner Fotostop am Wegesrand

             

und dann stehe ich am „Hochwasserrückhaltebecken Widey“.

Ein paar Stufen hinauf

und dann erkenne ich SIE im langsam schwindenden Tageslicht – die Warsteiner Brauerei.

Hier wird lecker Bierchen gebraut 😍

Wieder ein paar Stufen hinab

und nun dem Sonnenuntergang entgegen.

 

„Nä, wat is dat schön!“

Kurz bevor die Sonne weg ist, geht es natürlich noch einmal über wildes Wasser.

Es wird dunkel

Gegen 17:30 Uhr ist die Sonne dann vollends verschwunden.

Da ich zu faul bin meine Stirnlampe herauszukramen, laufe ich die letzten 2 Kilometer als dunkler „Wanderschatten“ durch die Gegend.

Kurz vor 18:00 Uhr komme ich dort an, wo der heutige Wander-Spaß vor 9 Stunden begann.

Mittlerweile hat es sich auf minus 4 Grad abgekühlt und ich freue mich regelrecht auf die wohlige Wärme der Autoheizung.

„Jetzt schnell zurück in die Heimat!“

Das Navi wird eingeschaltet und es geht zurück an den Niederrhein.

Mit einer tiefen Dankbarkeit im Herzen, dass ich wieder einmal solch einen wunderbaren Wandertag erleben durfte, gleite ich über die Autobahn und denke unentwegt an ein Zitat, dass mir vor Kurzem begegnete.

„Wandern ist kinderleicht. Es ist allen zugänglich – jung, alt, arm, reich, männlich, weiblich. Einen persönlichen Stil bildet jeder Wanderer, jede Wanderin von selbst aus. Einfach losgehen. Entscheidend ist nicht das Logo an der Jacke. Offen sein, durchlässig werden für die Einflüsse von Natur und Landschaft und nicht zuletzt für die innere Stimme. Unterwegs die Pforten der Wahrnehmung möglichst weit öffnen. Für die Blickachsen, Duftfelder, Klangräume, in die man eintaucht. Unsere Sinne, die im urbanen Alltag verkümmern, wieder schärfen – darauf kommt es an. Strapazen und die Bereitschaft, manchmal bis an die eigenen Grenzen zu gehen, gehören durchaus dazu. Essenz des Wanderns ist das Erlebnis von Freiheit: Ich verfüge souverän über Raum und Zeit.“              (Ulrich Grober, deutscher Journalist und Autor)

In diesem Sinne,

Euer Schulle

Der Beitrag 45 km rund um Warstein (Sauerland) erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/45-km-rund-um-warstein-sauerland/feed 0 1546
Letzte Wanderung in 2018, Sauerland (Plettenberg) http://freiraumoutdoor.de/letzte-wanderung-in-2018-sauerland-plettenberg http://freiraumoutdoor.de/letzte-wanderung-in-2018-sauerland-plettenberg#respond Tue, 01 Jan 2019 14:12:36 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1449 Gegen 10:00 Uhr erreiche ich meinen Parkplatz in Böddinghausen, der gleichzeitig den Startpunkt meiner heutigen Wanderung darstellt. Der geplante Rundkurs wird mich in den nächsten Stunden die Gegend um Plettenberg erkunden lassen.  Knapp 35 km und 1.300 Höhenmeter warten auf mich und wollen unter die Füße genommen werden. Bevor es

Der Beitrag Letzte Wanderung in 2018, Sauerland (Plettenberg) erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Gegen 10:00 Uhr erreiche ich meinen Parkplatz in Böddinghausen, der gleichzeitig den Startpunkt meiner heutigen Wanderung darstellt.

Der geplante Rundkurs wird mich in den nächsten Stunden die Gegend um Plettenberg erkunden lassen.  Knapp 35 km und 1.300 Höhenmeter warten auf mich und wollen unter die Füße genommen werden.

Wanderung rund um Plettenberg

Bevor es allerdings losgeht, wird noch der obligatorische Kaffee im Auto getrunken. Meine Füße präpariere ich mit Hirschtalg-Creme. Dieses Eincremen der Füße vor einer Wanderung kann ich Euch wärmstens empfehlen. In Kombination mit guten sitzenden Socken und Schuhen, haben Blasen kaum eine Chance.

 letzte Vorbereitungen im Auto

Um 10:15 Uhr starte ich mein GPS-Gerät und es geht los.

Zum heutigen Wetter möchte ich ein Zitat von Mark Twain ins Feld führen.

Nichts kann einem die Tür zu sich selber besser öffnen als ein Spaziergang durch schlechtes Wetter.

Auch wenn es noch nicht regnet, so gibt es sicherlich schöneres Wanderwetter.

„Dann habe ich diese wunderschöne Gegend zumindest weitestgehend für mich alleine!“ denke ich mit einem Blick in den wolkenverhangenen Himmel.

Durch einen Hinweis am Wegesrand werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass anscheinend die eine oder andere „Tretmine“ auf mich warten könnte.

   

Nach einem Kilometer empfängt mich bereits die Natur mit offenen Armen. Die ersten Steigungen sorgen für ein angenehm warmes Klima unter meiner Jacke.

     

Zwischendurch schweift der Blick immer wieder in die Umgebung, wobei sich mir heute leider eine recht trübe Aussicht bietet.

Zwischen Kilometer 1 und 10 begegne ich keiner Menschenseele und kann mich völlig ungestört der Ruhe und Stille hingeben.

Folgend ein paar Impressionen dieses Teilstücks:

 

                 

 

Unterwegs fällt mir auf, dass es neben mir auch noch weitere einsame Gestalten in diesem Waldgebiet gibt.

  zwei einsame Gesellen in luftigen Höhen  

Nach ungefähr 2 Stunden erreiche ich das Randgebiet von Plettenberg.

Am heutigen Sonntag ist auf den Straßen des Städtchens nicht viel los.

Durch Zufall entdecke ich ein Relikt aus längst vergessenen Tagen meiner Kindheit.

Einen „Groschen“ eingeworfen und man konnte am schwarzen Schalter drehen. Es machte KLICK-KLACK und der Automat spuckte runde, harte Kaugummis aus. Es war immer eine kleine, aufregende Überraschung, wenn ich die kleine, silberne Klappe hob und entdeckte, welche Kaugummifarbe mir der Automat für meinen „Groschen“ bescherte.

Ein paar Meter weiter treffe ich auf den Weihnachtsmann, der anscheinend noch ein paar Nachsendungen zu tätigen hatte und sich nun auf dem Heimweg befindet.

radelnder Weihnachtsmann … bis nächstes Jahr!

Zwischenzeitlich geht es wieder stetig bergauf.

 endlich wieder bergauf … 😉

In einer hübschen Wohnsiedlung am Rande vom Plettenberg lasse ich meinen Blick etwas ausgiebiger schweifen.

 

Auch für meine kleine Hundeschilder-Sammlung finde ich wieder ein nettes Exemplar.

Ein kleines Stückchen weiter erhalte ich dann den Hinweise, dass ich mich im Gebiet der berühmt berüchtigten Plettenberger „WEED-Gang„ befinde.

   

Mittlerweile bin ich 3 Stunden unterwegs und mein nächstes Zwischenziel ist das Örtchen Pasel.

Auf dem Weg dorthin streife ich erneut durch völlig stille Waldpassagen.

    immer wieder Interessantes am Wegesrand

  

Nach 4 Stunden überquere ich die Lenne und durchschreite Pasel.

Lenne bei Pasel

Am Wegesrand fallen mir verlockend ausschauende Beeren ins Auge, die ich mir allerdings verkneife und den Vögeln überlasse. Sicher ist sicher …

     

Nun wartet nochmals eine 10 Kilometer lange Waldpassage auf mich.

   urige Waldwege

Plötzlich bleibe ich wie angewurzelt stehen und blicke zu Boden.

„Ups, wem mag denn dieser Knochen gehört haben?“

Wie es zu einer zünftigen Wanderung gehört, dürfen natürlich auch matschige Passagen nicht fehlen.

 Matsch vs Gore-Tex

Bei Pfützen und Matsch freue ich mich jedes Mal über meine wasserdichten Gore-Tex Trailschuhe.

Ich benutze übrigens seit langer Zeit den ASICS FujiTrabuco GTX als Wanderschuh. Der FujiTrabuco ist nicht ganz billig, glänzt aber vor allem mit seinem bequemen Sitz und seiner sehr wertigen Verarbeitung. Er macht einfach Spaß am Fuß, was beim Wandern bekanntlich nicht ganz unwichtig ist.

            

Solltet Ihr Fragen zum Schuh haben, schreibt mich einfach an …

Auch wenn das Wetter heute leider nicht sonderlich mitspielt, bieten sich trotzdem immer wieder wunderbare Ausblicke.

Langsam zieht die Dämmerung auf. Da ich noch etwa 1,5 Stunden vor mir habe, werde ich mein Auto wohl erst im Dunkeln erreichen.

 langsam wird es finster im Walde

Pünktlich um 17:00 Uhr ist es dunkel und ein leichter Sprühregen setzt ein. Ich erreiche Eiringhausen und laufe ein Stückchen an der Lenne entlang.

Ich komme am Lennestadion vorbei, in welchem auch manch interessante Leichtathletik-Veranstaltung stattfindet.

Gegen 17:45 Uhr stehe ich glücklich und zufrieden wieder vor meinem Wagen.

Ich entledige mich meiner Wanderklamotten und mache es mir erst einmal im Auto gemütlich. Bei einem Tässchen Kaffee, selbstgemachten Müsliriegeln und einem Blick auf die Fotos der letzten Stunden, ruhe ich mich ein paar Minuten aus.

Wohltuende Erschöpfung und tiefe Zufriedenheit machen sich in mir breit. Ich genieße diesen Zustand ein paar Minuten.

„Jetzt aber schleunigst nach Hause!“

Das Navi wird gestartet und DerSchulle rollt wieder Richtung Niederrhein.

Auf der Fahrt in die Heimat fliegen meine Gedanken kurz ins bevorstehende Wander-/Trekkingjahr 2019.

Ende Juni 2019 werde ich erneut beim EXTREM-EXTREM an den Start gehen.

 

Ich habe mit diesem „Langstreckenmonster“ noch eine Rechnung aus diesem Jahr offen – siehe Bericht (hier).

Mitte Juli 2019 ist eine 1-wöchige Solo-Alpentour geplant.

Ansonsten ist für 2019 noch vieles offen und mir fallen bestimmt noch ein paar Schelmereien ein. 😉

Auf Eurem persönlichen Weg durch das kommende Jahr 2019 wünsche ich Euch viele schöne Erlebnisse.

„Wenn Du nach draussen gehst, um die Natur zu geniessen, lass alle Erwartungen hinter Dir. Sei spontan. Schaue alles mit gleicher Neugierde an. Gehe in den Wald, um des reinen Vergnügens willen, irgendetwas zu erleben. Dann wird alles eine Quelle des Staunens und der Freude sein.“ TOM BROWN

In diesem Sinne,

Euer Schulle

Der Beitrag Letzte Wanderung in 2018, Sauerland (Plettenberg) erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/letzte-wanderung-in-2018-sauerland-plettenberg/feed 0 1449
Energieriegel – Grundrezept (lecker und einfach) http://freiraumoutdoor.de/energieriegel-grundrezept-lecker-und-einfach http://freiraumoutdoor.de/energieriegel-grundrezept-lecker-und-einfach#comments Sat, 01 Dec 2018 17:03:54 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1369 Industriell gefertigte Energieriegel findet man mittlerweile in fast jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft oder Drogeriemarkt. Ein Blick auf die Zutatenliste solcher Energieriegel zeigt jedoch auch schnell deren Nachteil. Es finden sich häufig Zutaten, die man hinsichtlich ihres Nutzens bzw. ihres Risikos nicht richtig einordnen kann. Folgend ein Auszug aus der Zutatenliste

Der Beitrag Energieriegel – Grundrezept (lecker und einfach) erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Industriell gefertigte Energieriegel findet man mittlerweile in fast jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft oder Drogeriemarkt.

Ein Blick auf die Zutatenliste solcher Energieriegel zeigt jedoch auch schnell deren Nachteil. Es finden sich häufig Zutaten, die man hinsichtlich ihres Nutzens bzw. ihres Risikos nicht richtig einordnen kann.

Folgend ein Auszug aus der Zutatenliste eines beispielhaften Riegels:

  • Kollagenhydrolysat
  • Glycerin
  • Maltit
  • Sojalecithine
  • Aroma
  • Sucralose
  • Tapiokastärke
  • Maisdextrin
  • Palmöl

Es ist unbestreitbar sehr bequem auf Fertigriegel zurückzugreifen.

Mit einem Preis ab 0,45 EUR pro Stück sind industriell erzeugte Energieriegel äußerst günstige Snacks für zwischendurch.

Es gibt allerdings eine sehr interessante Alternative zu diesem „Industriefutter“.

 passend zur Winterzeit zusätzlich mit Apfel/Zimt …

Do it yourself!                       

Der unbestreitbare Vorteil von selbstgemachten Energieriegeln ist die Tatsache, dass ich selber bestimme, aus welchen natürlichen Zutaten meine Riegel bestehen sollen.

Ich stelle Euch heute das Grundrezept für meinen favorisierten „Selfmade-Energieriegel“ vor, den ich öfters mit auf meine Wanderungen nehme. Dieses Grundrezept könnt Ihr durch weitere Zutaten natürlich geschmacklich verändern und Euren Vorlieben anpassen.

Das Grundrezept für 4 Riegel mit je 300 kcal besteht aus folgenden Zutaten:

5 EL BASIS-Müsli

 (Basismüsli / 3-Korn, 4-Korn oder 5-Korn)

3 EL Amaranth  

 Amaranth (gepufft)

3 EL gehackte Mandeln

 gehackte Mandeln

2 EL Soja-Flocken

 Soja-Flocken

1 EL Sonnenblumenkerne

  Sonnenblumenkerne

1 EL Kürbiskerne

 Kürbiskerne

3 EL Honig

 lieber flüssigen anstatt cremigen Honig benutzen

2 EL Mehl

 ich nehme Dinkelmehl (Ihr könnt auch anderes Mehl verwenden)

2 EL Öl

 ich nehme meist Distelöl (anderes Öl funktioniert auch – wichtig: relativ geschmacksneutral)

2 EL Wasser

Zunächt werden die festen Zutaten nacheinander in eine Rührschüssel gegeben und gut miteinander vermengt. Ich mache dies immer mit einem normalen Esslöffel.

Nun werden das Wasser, das Öl und der Honig hinzugegeben.

Wieder wird alles gut miteinander vermengt.

so in etwa sollte die Masse nach dem Vermengen ausschauen

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Riegelmasse gleichmäßig mit einem Esslöffel darauf verteilen. Hierbei mit dem Löffel und/oder einem Pfannenwender eine rechteckige Form erzeugen.

Es ist wichtig, dass die Masse gut komprimiert (angedrückt) wird!

Zudem bitte darauf achten, dass eine relativ gleichmäßige Dicke entsteht (ca. 2 cm).

 

Bevor die Masse in den Ofen geschoben wird, sollten die einzelnen Riegel bereits zugeschnitten werden.

Nun wird die Riegelmasse ca. 20 Minuten auf mittlerer Schiene bei 180 Grad gebacken.

Das Ergebnis sieht dann folgendermaßen aus:

Die gebackene Riegelmasse gut auskühlen lassen. Hierdurch erhält der Riegel die notwendige Festigkeit. 

Zum Mitnehmen auf die Arbeit, zum Sport oder andere Aktivitäten könnt Ihr die Riegel entweder in Papiertüten oder in Backpapier einpacken.

Trocken gelagert, sind diese Energieriegel locker 2 Wochen haltbar.

Geschmackliche Varianten

Das obige Rezept ist ein Grundrezept. Mir schmecken die Riegel bereits so sehr gut.

Ihr könnt Euch geschmacklich allerdings noch austoben.

Egal ob Feigen, Datteln, Rosinen, Schokolade, Vanilleschote, Obst (Apfel, Banane, Granatapfel), Zimt oder andere Dinge, die Ihr mögt – vieles ist möglich. Testet es einfach …

Bei Obst solltet Ihr nur beachten, dass es einen gewissen Wasseranteil aufweist, der die Konsistenz des Riegels beeinflussen kann. Daher ggfs. mehr Mehl oder Flocken bzw. weniger Wasser verwenden. Einfach mal ausprobieren und Erfahrungswerte sammeln!

Energiegehalt     

Wir wissen nun zwar, dass der Riegel vollständig ohne Zusatzstoffe hergestellt wurde, jedoch wissen wir noch nicht, wieviele Kalorien (kcal) in unserem Riegel stecken.

Überschlagen wir doch einfach mal:

  • 5 EL BASIS-Müsli                              200 kcal
  • 3 EL Amaranth                                 140 kcal
  • 3 EL gehackte Mandeln                     200 kcal
  • 2 EL Soja-Flocken                              90 kcal
  • 1 EL Sonnenblumenkerne                   60 kcal
  • 1 EL Kürbiskerne                               60 kcal
  • 2 EL Mehl                                         70 kcal
  • 3 EL Honig                                      180 kcal
  • 2 EL Öl                                           180 kcal
  • 2 EL Wasser                                       0 kcal

SUMME                                            ca. 1.200 kcal

Wenn Du nun zum Beispiel jeweils 300 kcal als Zwischenmahlzeit zu Dir nehmen möchtest, musst Du das gebackene Rechteck einfach in 4 relativ gleich große Stücke schneiden.

Jedes dieser 4 Stücke hat dann ungefähr einen Energiegehalt von 300 kcal.

Nährstoffe                   

Neben dem Energiegehalt interessiert natürlich auch, in welchem Verhältnis die Nährstoffe (Kohlenhydrate/KH, Eiweiß/E und Fett/F) in unserem Riegel vorhanden sind.

  • 5 EL BASIS-Müsli                                30 g KH / 6 g EW /  4 g F
  • 3 EL Amaranth                                   20 g KH / 5 g EW /  3 g F
  • 3 EL gehackte Mandeln                         2 g KH / 7 g EW / 18 g F
  • 2 EL Soja-Flocken                              0,5 g KH / 8 g EW /   4 g F
  • 1 EL Sonnenblumenkerne                      1 g KH / 3 g EW /   5 g F
  • 1 EL Kürbiskerne                                0,1 g KH / 4 g EW /  5 g F
  • 2 EL Mehl                                           12 g KH / 2 g EW
  • 3 EL Honig                                          50 g KH
  • 2 EL Öl                                                                          20 g F

SUMME

  • Kohlenhydrate:          ca. 120 g
  • Eiweiß:                     ca.   35 g
  • Fett:                         ca.  59 g

Hast Du den gebackenen Riegel in 4 gleichgroße Teile geschnitten, enthält jedes dieser Stücke ungefähr 30 g KH, 8 g EW und 15 g F.

Energiebereitstellung

Bei den Kohlenhydraten ist zu bedenken, dass durch den Honig ein hoher Anteil an kurzkettigen Kohlenhydraten vorhanden ist. Diese Kurzkettigkeit führt dazu, dass die Kohlenhydrate aus dem Honig schnell vom Körper verstoffwechselt werden. Die hieraus resultierende Energie steht dem Körper somit recht schnell zur Verfügung.

Bei den Kohlenhydraten aus dem Getreide (Basis-Müsli, Amaranth, Mehl) handelt es sich hauptsächlich um langkettige Kohlenhydrate. Langkettige Kohlenhydrate können vom Körper nicht so schnell verstoffwechselt werden wie kurzkettige Kohlenhydrate. Aus diesem Grunde steht die Energie aus dem Getreide etwas zeitversetzt zur Verfügung.

Beides zusammen (kurz- und langkettige Kohlenhydrate) ist ein guter Mix und gewährleistet eine sinnvolle Energieversorgung.

Viel Spaß beim Herstellen Eurer „Selfmade-Energieriegel“ und guten Hunger!

Euer Schulle

Der Beitrag Energieriegel – Grundrezept (lecker und einfach) erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/energieriegel-grundrezept-lecker-und-einfach/feed 2 1369
Tag 3 – Wanderung vom Niederrhein ins Bergische Land http://freiraumoutdoor.de/tag-3-wanderung-vom-niederrhein-ins-bergische-land http://freiraumoutdoor.de/tag-3-wanderung-vom-niederrhein-ins-bergische-land#respond Thu, 22 Nov 2018 05:56:33 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1267 Mitten in der Nacht sucht mich das Murmeltier meiner Wanderung auf. Kennt Ihr diesen Film: Jeden Morgen um 6 Uhr wird Phil Connors durch seinen Radiowecker geweckt. Es ertönt der Song „I Got You Babe“. Anschließend kündigen die Radiomoderatoren den Murmeltiertag an, denn jeder Morgen im Leben von Phil Conners ist der

Der Beitrag Tag 3 – Wanderung vom Niederrhein ins Bergische Land erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Mitten in der Nacht sucht mich das Murmeltier meiner Wanderung auf.

Kennt Ihr diesen Film: Jeden Morgen um 6 Uhr wird Phil Connors durch seinen Radiowecker geweckt. Es ertönt der Song „I Got You Babe“. Anschließend kündigen die Radiomoderatoren den Murmeltiertag an, denn jeder Morgen im Leben von Phil Conners ist der 2. Februar.

Genau – es handelt sich um „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Mein persönliches Murmeltier taucht – wie bereits die Nacht zuvor – pünktlich um 03:00 Uhr morgens auf. Ich muss wieder dringend pinkeln …

Es ist halt insgesamt eine schlechte Kombination, wenn man abends noch einiges trinkt, sich um 20:00 Uhr ins Land der Träume begibt und die Blase bereits fast 50 Lenze auf dem Buckel hat. 😉

Diesmal sind die äußeren Umstände allerdings etwas anders als letzte Nacht am Duisburger Entenfangsee.

Zunächst horche ich im Dunkel meines Zeltes, ob Regen zu hören ist.

„Kein Regen – sehr schön!“ denke ich mir.

Noch tief in den Schlafsack gemummelt, setze ich meine Stirnlampe auf. Als der Lichtkegel auf den oberen Bereich meines Innenzeltes trifft, muss ich mir erst einmal erstaunt die Augen reiben.

„Was ist das denn? Hat es ins Zelt geregnet?“

feuchtes Innenzelt
überall Wassertropfen auf dem Innenzelt

Kleiner Exkurs – Kondensfeuchtigkeit im Zelt

Grundsätzlich bleibt kein Zelt von Kondesfeuchtigkeit verschont.

Kondensation ist das Gegenteil von Verdunstung.

Wenn in der warmen, feuchten Luft eines besetzten Zeltes verdunstete Wassermoleküle auf kaltes Zeltgewebe treffen, kondensieren sie auf der Oberfläche des Zeltes und bilden Wassertropfen.

Besonders stark zeigt sich dieses Phänomen bei kühleren Temperaturen. Denke an meine Erwähnung hinsichtlich der Temperatur am Ende des Beitrags zu Tag 2. Wir nähern uns heute Nacht dem Gefrierpunkt!

Ist die Luftfeuchtigkeit draußen höher als im Zelt, was hier am Unterbacher See eindeutig der Fall ist, verschärft die hereinströmende, feuchte Luft die Kondensationsproblematik eher noch.

Sobald es feucht und etwas kälter wird – wie zum Beispiel jetzt, Anfang November – ist das Zelt anfälliger für Kondensation. Eine Erfahrung, die man aus dem Alltag kennt: beschlagene Fensterscheiben in der Morgenfrische, wenn man sich ins Auto setzt.

Kondensation
Kondensation

Gerade in kleinen Zelten ist das Kondensationsproblem deutlich spürbarer als in größeren Zelten. Das liegt zum einen am engeren Innenraumvolumen und zum anderen an der körperlichen Nähe zu den Zeltwänden. Im größeren Zelt kann viel mehr Luft zirkulieren und die Zelttücher (und somit jede Kondensationsfläche) werden seltener berührt.

Kälte

Nachdem mir klar wird, dass es sich um keinen eingedrungenen Regen handelt, sondern „nur“ um Kondensfeuchtigkeit, atme ich tief durch.

Ich öffne den Reißverschluss meines Schlafsacks und fange auf der Stelle an zu frieren.

„Boah, ist das kalt!“        

Da ich zu faul bin mir etwas überzuziehen, schlüpfe ich nur schnell in meine Wanderschuhe. Dann geht es im Spurt und in langer Unterwäsche durch die eiskalte Nacht zum Sanitär-Haus.

Wieder zurück im Zelt springe ich förmlich in meinen Schlafsack und ziehe den Reißverschluss blitzschnell bis zur Kapuze hoch. Die Fleece-Mütze wird tief in die Stirn gezogen.

„So, jetzt noch ein paar Stündchen schlafen!“

Schlafsacktest      

Mein Schlafsack (Mountain Equipment „Starlight 2“) soll einem Mann in Unterwäsche bis minus 2 Grad einen angenehmen Schlafkomfort bieten. Soweit zumindest die offiziellen Infos des Herstellers und die Aussagen des Verkäufers.

Heute Nacht kommen wir ziemlich nah an diesen Temperaturbereich heran. Ich stelle fest, dass man mir beim Kauf keinen Mist erzählt hat. Ein großes DANKESCHÖN an Michael von UNTERWEGS in Wesel!

Der Schlafsack hält mich in meiner langen Unterwäsche angenehm warm. Einzig im Bereich des Reißverschlusses merke ich die umgebende Kälte ab und an minimal. Das stört aber nicht wirklich.

Morgenstund

Gegen 07:30 Uhr werde ich wach.   

Eigentlich möchte ich noch nicht aus dem warmen Schlafsack steigen. Es hilft aber nichts – es muss Kaffee gemacht werden und Hunger habe ich auch. Also raus aus der Furzmulde und schnell im kalten Zelt anziehen.

Bevor ich den Kocher anschmeiße, steige ich aus dem Zelt, damit die Knochen mal richtig gereckt und gestreckt werden.

„Ahhh – das tut gut!“ stelle ich zufrieden fest.

Ein Blick auf mein Zelt und den mit Laub bedeckten Boden zeigt mir deutlich, dass die Nacht sehr kalt war.

„Jetzt schnell etwas Warmes in den Körper!“

Wieder wird der Dienst meines Brenners benötigt.

OPTIMUS CRUX
CRUX im Einsatz

Ich benutze übrigens einen OPTIMUS CRUX. Damit komme ich super klar und 500ml Wasser sind wirklich im Nu erhitzt.

Gegen 10:00 Uhr ist mein Rucksack gepackt und das Zelt abgebaut.

Ich bin startklar.

 DerSchulle ist wieder weg

Es geht quer über den Campingplatz zur Rezeption.

Dort muss ich einen Chip abgeben, der mir gestern Abend ausgehändigt wurde.

In einem Kühlschrank entdecke ich eine einzelne Packung Kakao, die mich unverschämt anlacht.

„Wow – ein Kakao!“ entfährt es mir und schon halte ich ihn in Händen.

Kakao TUFFI
Hmmmm – ein zweites Frühstück

Die Wanderung beginnt

Nach Verlassen des Campingplatzes geht es zunächst ein Stückchen am Unterbacher See entlang.

Sofort begegnen mir wieder interessante Dinge.

Ich laufe durch den Hasseler Forst und komme an einem Waldspielplatz vorbei.

hier macht das Herumtoben sicherlich Spaß 😃

„Welch kleines, wunderbares  Paradies für Kinder, wenn sie mit Mama und Papa einen Spaziergang im Wald machen.“ Noch in diesen Gedanken versunken, steht plötzlich der imposante Wächter dieses  Spielplatzes vor mir.

 Ich gehe dann mal lieber weiter …

HILDEN

Nachdem auch der Benrather Forst hinter mir liegt, streife ich den äußeren Rand des Hildener Stadtgebietes.

Vorbei am Reich der „Gartenfreynde“ geht es Richtung Garather Forst.

 .

Auf dem Weg dorthin macht immer wieder mal ein netter Farbklecks auf sich aufmerksam.

Beinahe hätte ich es vergessen …

Das heutige Wetter ist erneut absolut klasse. Es ist trocken, kaum ein Lüftchen weht und beim Blick in den Himmel sind immer mehr tiefblaue Stellen zu entdecken. Angenehme 10 Grad Außentemperatur lassen mich bei der heutigen Wanderung weder frieren, noch ins Schwitzen kommen. Es ist einfach ein rundum stimmiges Wetter-Paket.

Einem gewissen Dankbarkeits-Ritual folgend, blicke ich in Himmel und denke:

„Was bin ich doch für ein kleiner Glückpilz! DANKE, DANKE, DANKE!“   

Wieder im Wald

Im Garather Forst will ich meinen Augen nicht trauen. Auch heute bewege ich mich auf Teilstücken unbewusst entlang des Neanderlandsteigs.

Neanderlandsteig … und immer wieder grüßt der Neanderlandsteig

In diesem Waldstück muss ich nun ein Wildgatter durchqueren. Ein Warnschild zieht meine Aufmerksamkeit auf sich.

 Wildtiere – das kann vieles sein … auch Wildschweine!

„Nur keine Wildschweine!“ geht es mir direkt durch den Kopf. In der Vergangenheit hatte ich bereits eine Begegnung mit diesen Waldbewohnern, die mich anscheinend etwas prägte und vorsichtiger macht. Von dieser Begegnung habe ich bereits in einem vorangegangenen Beitrag kurz berichtet (Link hier).

Es liegen nun 10 Kilometer hinter mir und ich erreiche den Orkkaussee.

Von hier führt mich mein Navigationsgerät über Feldwege Richtung Richrath.

RICHRATH

In Richrath bin ich zunächst etwas irritiert.

 Gladbach???

Soll ich mich denn so verlaufen haben, dass ich bereits Gladbacher Gefilde erreicht habe?!

Gut gelaunt durchquere ich das Richrather Stadtgebiet.

Dem Schulle geht es gut 😎

Seit meinem heutigen Start am Unterbacher See sind 3,5 Stunden vergangen.

Am Rande von Richrath führt mich die Route durch ein Gewerbegebiet.

Hier gibt es unerwartet viele, interessante Gebilde am Wegesrand zu begutachten.

Als nächstes steht die Querung der A3 an. Hiernach werde ich mich eine Zeit lang in der Gegend von Wiescheid aufhalten.

WIESCHEID

In Wiescheid begegnen mir endlich wieder ein paar Hundeschilder für meine Sammlung.

           

Interessant sind auch die Warnhinweise, welche auf spielende Kinder aufmerksam machen sollen.

 nicht zu übersehen

An Hausnummer-Schildern ist normalerweise nichts Besonderes festzustellen. Hier in Wiescheid begegnet mir aber ein sehr seltenes Exemplar.

41 mal anders

Begleitung

In Höhe des städtischen Waldfriedhofs stößt ein lieber Bekannter zu mir und begleitet mich ein Stück des Weges.

Diesem Bekannten habe ich übrigens auch das Ziel des heutigen Tages und somit den Endpunkt meiner 3-tägigen Wanderung zu verdanken.

Er empfahl mir im Vorfeld bereits die Übernachtungsmöglichkeit in „Casa N“. Hierbei handelt es sich um eine Privatunterkunft in der Gegend von Solingen. Laut meines Bekannten haben es sich die Betreiber von „Casa N“ zur Aufgabe gemacht, Weitwanderern eine luxuriöse und dennoch kostengünstige Übernachtungsmöglichkeit anzubieten.

„Casa N“ stellt für mich somit einen runden Anschluss meiner 3 Wandertage dar. Dort erwarten mich hoffentlich eine heiße Dusche, ein schmackhaftes Abendessen, ein paar leckere Getränke und ein weiches, warmes Bett.

Alleine der Gedanke an diese Dinge verleiht mir Flügel.

Der Müllerhof 

Zwischen Ziegwebersberg und Unterberg kommen wir an einem imposanten Anwesen vorbei.

Müllerhof
imposant, imposant …

Irgendwie schaut das alles aber danach aus, als ob jemand vor einiger Zeit mit einer Menge Kohle ein Bauprojekt begann, dieses aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht zum Abschluss bringen konnte.

Mein Bekannter geht mit seinem Smartphone schnell ins Internet. Nun wissen wir, dass es sich um den „Müllerhof“ handelt.

Dieses Anwesen kann eine lange, interessante Geschichte vorweisen (Link hier).

Folgend ein kurzes Video, in welchem man den Müllerhof aus der Vogelperspektive betrachten kann.

Auf den nächsten Kilometern entdecken wir immer wieder Dinge und Motive, die einfach nur schön sind.

     

Durch unsere angeregten Unterhaltungen fliegen die Kilometer nur so dahin. Zwischenzeitlich ist Kilometer 24 erreicht.

Wasserburg „Haus Graven“    

Vor uns liegt die Wasserburg „Haus Graven“.

Wasserburg "Haus Graven"

Auch „Haus Graven“ kann eine beeindruckende und umfangreiche Geschichte erzählen (Link hier).

Im Innenhof machen wir ein Päuschen und gönnen uns im dortigen Café einen leckeren Kaffee.

Durch Zufall ist die Betreiberin des „Haus Graven“ vor Ort und wir kommen mit ihr ins Gespräch. Sie teilt uns mit, dass abends noch eine größere Veranstaltung stattfindet. Eine Kölner Karnevalsgröße hat sich samt Gefolge zum Feiern angekündigt.

Nachdem wir unseren Kaffee genossen haben, brechen wir auf. Am Wegesrand können wir beobachten, wie Heißluftballons „angeblasen“ werden.

             

Es handelt sich offenbar um Vorbereitungen für den angekündigten Besuch der Kölner Karnevalsgröße. Halt ein typisch, kölscher Empfang … 😉

SOLINGEN

Wir kommen nun langsam in Solinger Gefilde.   

Die „neongrünen Jungs“ machen weiterhin auf spielende Kinder aufmerksam.

Für ein paar Kilometer umschließt uns nochmals ein traumhaftes Wald- und Heidegebiet.

     

An einem kleinen Weiher ist wunderbar zu erkennen, wie trocken und regenarm das Jahr 2018 war.

nur noch eine kleine Pfütze

Erinnerungen

Es geht am Solinger Vogel- und Tierpark vorbei und plötzlich offenbart sich uns ein denkwürdiger Anblick.

Wir befinden uns auf dem Hermann-Löns-Weg. 

Fußball-Liebhabern wird dieser Name etwas sagen. Mein Bekannter – selbst eine wandelnde Fußball-Enzyklopädie – gibt mir ein paar Hintergrundinfos zum Hermann-Löns-Stadion.

Das 1929 erbaute Stadion war unter anderem die Heimspielstätte der Fußballvereine SG Union Solingen und 1. FC Union Solingen. Der 1. FC  Union Solingen hatte zu seinen besten Zeiten Spieler wie Dirk Hupe, Werner Lenz, Helmut Pabst, Wolfgang Schäfer, Volker Diergardt und Demir Hotic unter Vertrag.

Aktuell bietet sich nur noch das Bild einer riesigen Baustelle.

Dort, wo damals regelmäßig Mannschaften wie Bayer Leverkusen, Schalke 04 sowie der SC Freiburg aufliefen, erinnert nicht mehr viel an ein Fußballstadion.

Bis 2020 werden hier neue Wohnhäuser ihren Platz gefunden haben.

Adieu, Du gute, alte Fußball-Zeit!  

Ankunft in Casa N

Nach den heutigen rund 30 Kilometern ist es vollbracht.

Ich bin am Ziel meiner 3-tägigen Wanderung angekommen.

Freudig werde ich von den Betreibern des „Casa N“ begrüßt.

Man zeigt mir zunächst meine Schlafstätte. Es handelt sich um ein wunderbares Dachzimmer mit tollem Ausblick.

Als nächstes darf ich mein nasses Zelt (die Kondensfeuchtigkeit der letzten Nacht war doch enorm!) auf der Dachterrasse aufbauen und dort über Nacht zum Trocknen stehen lassen.

„Ein Königreich für eine Dusche!“ denke ich mir nach dem Zeltaufbau und schlendere ins Badezimmer.

Nach 3 Tagen ohne richtige Körperhygiene, fühlt sich das Wasser auf der Haut paradiesisch an. Ich gönne mir wirklich eine sehr ausgiebige Duschsitzung.

Hiernach wird mir ein superleckeres Abendessen kredenzt.

Das Schöne an entbehrungsreichen Zeiten ist bekanntlich, dass man die „normalen“ Dinge im Nachgang wieder mehr zu schätzen weiß.

„Hach, wie köstlich doch frischer Salat und ein paar Spaghetti Bolognese schmecken können!“

Nach einem Absacker (oder waren es doch 3 – 4 😀) und einem netten Gespräch mit den Betreibern des „Casa N“, krabbele ich die steile Treppe in mein Dachzimmer hinauf.

Dort falle ich völlig erschöpft, aber sehr glücklich, auf mein Bett.

Ich bin einfach zu müde, um den Tag nochmals Revue passieren zu lassen.

„Das hole ich nach! Jetzt einfach nur noch die Augen zu und ab ins Land der Träume!“

Mit diesem Gedanken beende ich glücklich und zufrieden den letzten Tag meines kleinen Wander-Abenteuers. Augenblicklich fallen meine Augen zu und wohltuender Schlaf empfängt mich.

FAZIT

Ich betrat mit dieser mehrtägigen Wanderung wieder einmal persönliches Neuland. Es war kleines, überschaubares Neuland, aber immerhin Neuland.

Bisher war ich auf Wanderungen noch nie mit einem Zelt unterwegs. Durch die Komponente des Neuen und Unbekannten bekam diese Wanderung für mich eine besondere Würze.

Nun habe ich meinen Horizont um diese Erfahrung der Zeltübernachtung erweitert. Meinem Naturell entsprechend folgt in absehbarer Zeit der nächste Schritt – das Wildcampen.

Und danach dann … und danach dann … und danach dann …      

So funktioniert meine kleine Welt der Selbsterfüllung. Stillstand ist für mich in diesem Lebensbereich – meiner raren Freizeit – Rückschritt.

Bewegung ist mein persönliches Synonym von Leben und Freiheit.

Zudem liebe und brauche ich es, in meinem Leben simplen Grundsätzen zu folgen.

Für mich gilt beispielsweise:

  • Wenn sich mein Herz nicht mehr bewegt, es nicht mehr schlägt, bin ich körperlich tot.
  • Wenn mein Herz von nichts mehr bewegt und berührt wird, bin ich emotional tot.

Um zu leben benötige ich also Bewegung. Bewegung in den unterschiedlichsten Ausprägungen.

Nicht mehr und nicht weniger! Simpel und einfach, oder?! 😉

Gedankenspiele zum Schluss

Für jeden Einzelnen von uns geht es eigentlich nur darum, das „Drama“ des realen Lebens anzunehmen.

Drama des Lebens

Michel de Montaigne sagte einmal: „Unsere vornehmste Aufgabe ist es zu leben.“

„Mein Leben leben“ heißt: Man darf einen Lebensweg wählen, der nicht als Norm für Andere gelten muss.

Kein Lebensweg ist ein gerader Weg. Kein Lebensweg verläuft auf absolut sicheren Wegen. Leben ist Risiko, Leben ist Herausforderung, Leben ist BEWEGUNG!

Quelle: https://www.flickr.com/photos/h-k-d/
Unser Leben ist eine endliche, begrenzte Größe

Diese Endlichkeit des irdischen Daseins ist uns allen bekannt. Dennoch kommt es zu folgendem Phänomen:

Wir leben oftmals im täglichen Alltagstrott einfach nur vor uns hin. Ein ereignisloser Tag löst einen anderen ereignislosen Tag ab. Wir leben in Monotonie und Gewohnheit, ohne unserem zeitlich begrenzten Dasein neue, lebendige Impulse zu verleihen.

In der Folge scheint der Sand in unserer persönlichen Lebensuhr immer schneller durchzurieseln.

Sanduhr des Lebens

Irgendwann fragen wir uns: „Wo sind die Jahre geblieben?“

Zwangsläufig werden wir zum Ende unseres Lebens eine persönliche Lebensbilanz aufstellen müssen. Ein finaler Rückblick auf das Gewesene ist irgendwann unausweichlich. An diesem Punkt im Leben muss man sich selber schonungslos Antworten auf existenzielle Fragen geben. Fragen, die man sich eventuell einige Jahrzehnte früher hätte stellen sollen, um noch Richtungsänderungen auf dem eigenen Lebensweg vornehmen zu können.

  • Habe ich den Mut gehabt mein Leben so zu führen, wie ich es führen wollte oder habe ich mein Leben so gelebt, wie andere es von mir erwarteten?
  • War ich glücklich und zufrieden in meinem Leben bzw. habe ich mich überhaupt bewußt auf die Suche nach Glück und Zufriedenheit in meinem Leben begeben?
  • Kann ich mit tiefer Dankbarkeit auf mein Leben zurückblicken?

Kinder als Vorbild                              

Hinsichtlich der Art und Weise, wie man durch sein Leben gehen sollte, müßten wir uns viel mehr an unseren Kinder orientieren. Sie sind in dieser Hinsicht sehr nachahmenswerte Vorbilder!

Unsere Kinder probieren regelmäßig – auf spielerische und unbefangene Art und Weise – Dinge aus, die ihnen unbekannt und neu sind. Hierdurch entdecken sie die Welt und das Leben immer wieder aufs Neue. Unsere Kinder saugen diesen wunderbaren Zauber, der allem Neuem zugrunde liegt, förmlich in sich auf.

Das ist meines Erachtens ein wichtiges Puzzle-Teil auf dem Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben.

Wir alle haben zwei Leben. Das Zweite beginnt, wenn wir erkennen, dass wir nur Eines haben.“ Tom Hiddlestone 

In diesem Sinne,

Euer Schulle

 

Der Beitrag Tag 3 – Wanderung vom Niederrhein ins Bergische Land erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
http://freiraumoutdoor.de/tag-3-wanderung-vom-niederrhein-ins-bergische-land/feed 0 1267
Tag 2 – Wanderung vom Niederrhein ins Bergische Land http://freiraumoutdoor.de/tag-2-wanderung-vom-niederrhein-ins-bergische-land http://freiraumoutdoor.de/tag-2-wanderung-vom-niederrhein-ins-bergische-land#respond Thu, 15 Nov 2018 20:08:08 +0000 http://freiraumoutdoor.de/?p=1172 Der erste Tag meiner Wanderung liegt nun hinter mir. Zwei Tage Abenteuer warten noch auf mich. Von den 105 Kilometern, die ich insgesamt zurücklegen möchte, bewältigte ich gestern knapp 40 km. Die Schilderung des ersten Wandertages findet Ihr hier. Es schwirren mir aktuell einige Fragen im Kopf herum: Was für

Der Beitrag Tag 2 – Wanderung vom Niederrhein ins Bergische Land erschien zuerst auf freiraum outdoor.

]]>
Der erste Tag meiner Wanderung liegt nun hinter mir. Zwei Tage Abenteuer warten noch auf mich.

Von den 105 Kilometern, die ich insgesamt zurücklegen möchte, bewältigte ich gestern knapp 40 km. Die Schilderung des ersten Wandertages findet Ihr hier.

Es schwirren mir aktuell einige Fragen im Kopf herum:

  • Was für Erlebnisse und Überraschungen hält Tag 2 wohl für mich bereit?
  • Wird es wieder regnen?
  • Wird das recht hohe Gewicht des Rucksacks körperlichen Tribut verlangen?

Heute Abend werde ich vermutlich um ein paar Antworten klüger sein …

Mitten in der Nacht

Gegen 3: 00 Uhr wache ich auf und verspüre einen mittelschweren Drang zu pinkeln.

„Wenn Du jetzt nicht gehst, bist Du spätestens in 1 Stunde wieder wach und musst dann raus!“

Mit diesem Gedanken im Kopf krieche ich aus meinem kuscheligen Schlafsack heraus.

Lange Unterwäsche

Ich schlafe im Schlafsack nur mit langer Unterwäsche. Da ich Merinowolle nicht so gut auf meiner Haut vertrage, habe ich mir synthetische Unterwäsche besorgt. Diese feiert heute Premiere.

Mein Schlafsack weist eine Komforttemperatur (für Männer) von minus 2 Grad auf.   

Beides zusammen (Schlafsack und Unterwäsche) harmonieren bisher – bei positiven 5 Grad Außentemperatur – sehr gut miteinander.

Mir ist nicht zu warm und mir ist nicht zu kalt. So soll es sein!

AUA 

Kaum habe ich mich aus dem Schlafsack gepellt, machen sich auch schon die niedrigen Nachttemperaturen bemerkbar.

„Brrrrrrr – schnell alles erledigen und dann wieder ab ins warme Säckchen!“

Da ich zum Pinkeln wieder ins Sanitär-Haus gehen muss, schlüpfe ich schnell in meine Wanderschuhe. Beim Anziehen merke ich allerdings bereits, das die obere Sehne am rechten Fuß arg schmerzt.

Auch das Herauskriechen aus dem Zelt schmerzt. Hierbei allerdings das linke Knie.

„Auweia! Das kann nachher ein schöner, zweiter Wandertag werden!“

Ich male mir auf dem Weg zum Sanitär-Haus bereits gedanklich aus, wie ich mich in ein paar Stunden unter Schmerzen zum Unterbacher See aufmache.

„Egal – erst einmal pinkeln, anschließend noch ein wenig schlafen und danach etwas frühstücken. Erst dann mache ich mir Gedanken, wie es heute wandertechnisch weitergeht.“

Mit diesem Gedanken im Kopf humpele ich wieder zurück zum Zelt. Erst beim Hineinkriechen in meinen Schlafsack fällt mir auf, dass es nicht mehr regnet.

„Sauber – so kann es weitergehen!“   

Mit dem Wissen, dass in einigen Stunden der Aufbruch in die zweite Runde ansteht , schlafe ich wieder ein.

Im Halbschlaf nehme ich ab und zu die Geräusche eines oder mehrerer Güterzüge wahr.

Das Rauschen der Autobahn stört erstaunlicherweise nicht mehr so stark.

Morgenstund

Gegen 07:30 Uhr werde ich wach. Ich spitze die Ohren und was höre ich?

Regentropfen – dicke Regentropfen, die auf mein Zelt prasseln.      

Das wird heute bestimmt wunderbar!

Es ist noch immer recht kühl. Schnell ziehe ich meine lange Unterwäsche aus und schlüpfe in meinen Wanderdress. Die Katzenwäsche will ich nach dem Frühstück hinter mich bringen.

Es folgt das Koch-Ritual. Gaskartusche nehmen, Brenner oben auf die Kartusche schrauben, Wasser in den Titantopf füllen, Topf auf den Brenner stellen und letztlich das Gas anzünden.

Innerhalb von ein paar Minuten steht ein leckerer Instant-Kaffee und später eine Portion Müsli vor mir.

Frühstück Wanderung Kann ein Morgen schöner beginnen?

Packen

Nach dem Frühstück und der Katzenwäsche steht das Packen des Rucksacks auf dem Programm.

Zunächst werden alle Ausrüstungsgegenstände in wasserdichten Packsäcken verstaut.

Dann wartet die Herausforderung, alle Packsäcke einigermaßen sinnvoll im Rucksack zu verstauen.

Das muss alles wieder in den Rucksack!

Mein persönliches Packsystem sieht vor, dass die Isomatte und die Kleidung ins untere Bodenfach kommen. Ins Hauptfach wird zunächst der Schlafsack gestopft. Darauf folgen dann die restlichen Packsäcke, wobei die schweren Dinge möglichst nah am Rücken positioniert werden. Außen am Rucksack wird das Zelt befestigt.

Mein Zelt (Modell „Merlin“ der Firma ROBENS) hat den Regentest der letzten Nacht tadellos bestanden. Im Innenzelt ist alles trocken geblieben.

Einzig am Fußbereich des Schlafsacks gibt es eine kleine, klamme Stelle. Das liegt aber wohl eher daran, dass ich im Schlaf mit den Füßen ans Innenzelt gekommen bin. Hierdurch wird vermutlich Kondensationsnässe an den Schlafsack gekommen sein.

Aufbruch

Nachdem alles verpackt ist, zeugt nichts mehr davon, dass DerSchulle diese paar Quadratmeter bewohnte. So soll es sein!

Hat hier jemand genächtigt?

Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen.

Ich wuchte den Rucksack auf meine Schultern und stelle erfreut fest, dass er sich eine Idee leichter anfühlt als gestern. Das kann nur daran liegen, dass ein wenig Proviant verzehrt wurde und nun nicht mehr mitgeschleppt werden muss.

Noch mehr freue ich mich jedoch, dass ich beim Gehen kaum noch Schmerzen an Fuß, Knie oder Hüfte verspüre. Das sah heute Nacht noch  anders aus.

Nächtlicher Reparaturservice

Da hat der nächtliche Reparaturservice meines Körpers wirklich einen tollen Job gemacht!

Richtung LINTORF 

Auf asphaltierten Wegen geht es zunächst einmal Richtung Süden.

Nach einer halben Stunde überquere ich die A524 und komme in ein sehr schönes Waldgebiet. Dort begegnet mir das erste Mal eine Wegmarkierung des Neanderlandsteigs.

           

Am Wegesrand finden sich häufiger kleine Bachläufe. Deren Bewohner scheinen recht  zutraulich zu sein.

              Kröte

Immer wieder höre ich unverkennbare Flugzeuggeräusche. Der Düsseldorfer Flughafen scheint nicht weit entfernt zu sein.

Zwischenzeitlich ist die Sonne herausgekommen und lässt die Natur um mich herum in den schönsten Herbstfarben erstrahlen.

 Ist das nicht schön?!

Wer hätte das gedacht, nachdem es heute in den frühen Morgenstunden noch regnete!

Auf teils schmaleren Pfaden führt mein Weg durch Waldgebiet.

    

Ich habe wirklich nicht erwartet, dass mich zwischen dem Duisburger Süden und Ratingen eine solch wunderschöne Gegend erwartet.

TIEFENBROICH          

 Autobahnschild als Wegweiser

Nach 8 km befinde ich mich in unmittelbarer Nähe von Tiefenbroich.

Plötzlich geht es nicht mehr weiter. Eine Schranke versperrt mir den Weg.

         

Ich drücke also den „Knebel“ und bitte um Durchlass. Welch Wunder der Technik – die Schranke geht nach einer kurzen Wartezeit tatsächlich auf.

Die nächsten Kilometer streife ich durch ein sehr einsames Waldgebiet. Mit einem Blick in den strahlendblauen Himmel erkenne ich, dass über mir die Einflugschneise des Düsseldorfer Flughafens verläuft.

Einflugschneise Flughafen Düsseldorf

RATINGEN

Nach 2,5 Stunden erreiche ich ein Randgebiet von Ratingen.

Ich folge den Anweisungen meines Navigationsgerätes und erfreue mich am wirklich bombastischen Wanderwetter.

Unter anderem komme ich an einem sehr schönen Fachwerkhaus vorbei. Es handelt sich um die „Brücker Mühle“ aus dem 18. Jahrhundert.

      

Mein Weg führt mich auch durch Ratinger Stadt- und Wohngebiet.

     

Hier entdecke ich ein paar interessante Gesellen.

      

An Ratingens Stadtgrenze zeichnet sich am Himmel eine etwas beunruhigende Wetterentwicklung ab.

Da braut sich doch wohl nichts zusammen?!

„Nur kein Regen!“ flehe ich gen Himmel und hoffe, dass der leichte Wind die aufziehenden, dunklen Wolken vertreibt.

Plötzlich stehe ich vor riesigem Mutanten-Obst.

Wow – was für Obst!

„Ein Obstsalätchen wäre jetzt auch etwas Feines!“

Ein paar Meter weiter ziehen orangene und andersfarbige Farbklekse meine Aufmerksamkeit auf sich.

            

Ob man hier auch Kürbisse erhalten kann? 😀

Im Bauerngarten Benninghoven scheint sich in der Tat einiges um Kürbisse zu drehen!

Da sich an den Hofladen ein kleines Café anschließt, lege ich eine kurze Rast ein.

Am Waschbecken der dortigen Toiletten fülle ich meine Wasserflaschen auf und bestelle mir dann einen leckeren Kaffee.

Das tut gut …

KNITTKUHL

Vom Café aus führt mein Weg Richtung Knittkuhl.

Hier warten auch endlich mal ein paar Höhenmeter auf mich. Es sind keine steilen Anstiege, sondern schöne, langgezogene Bergaufpassagen.

Mit meinem „Leichtgewicht“ an Rucksack auf dem Rücken läuft es sich bergauf erwartungsgemäß nicht ganz so fluffig leicht.

Unterwegs stelle ich erneut fest, dass mich noch immer der Neanderlandsteig verfolgt. Oder folge ich ihm vielleicht unbewußt?

Markierung Neanderlandsteig Markierung Neanderlandsteig

Etwas irritiert bin ich dann von diesem Schild:

Vor Pferden wurde ich bisher noch nie gewarnt.

Auf abwechslungsreichen Wegen geht es weiter.

Die Gegend rund um Knittkuhl ist ebenfalls wunderschön.

         

LUDENBERG

Der nächste Ort heißt Ludenberg.

Hier darf ich mich an einem schicken Wohngebiet der etwas betuchteren Ludenberger erfreuen.

      

Auch in Ludenberg war anscheinend vor zwei Tagen Halloween.

Mit einem Blick auf meine GPS-Uhr stelle ich fest, dass bereits 21 km zurückgelegt sind. Wenn meine Planung stimmt, warten bis zu meinem Nachtlager am Unterbacher See nur noch knapp 14 weitere Kilometer auf mich.

GERRESHEIM

Ich nähere mich nun Gerresheim.

Unterwegs finde ich natürlich auch heute ein paar Hundeschilder für meine Sammlung.

        

Endlich darf ich wieder ein Stück auf unbefestigten Wegen wandern. Das ist jedes Mal eine Wohltat für die Füße.

         

Zwischendurch ist allerdings ein wenig Obacht gefragt, da eine Hühner-Mama anscheinend ihre Kleinen ausführt.

 Immer schön achtsam sein …

Ein weiteres Schild weckt meine Aufmerksamkeit und bringt mich zum Schmunzeln.

 Der Friedhof als Sackgasse … was für eine Schilder-Kombination! 😉

Die Nachmittagssonne läßt Dinge in der Landschaft immer wieder in einem interessanten Licht erscheinen.

irgendein Türmchen

Mein Weg führt mich dann tatsächlich am Gerresheimer Friedhof vorbei. Dort gelange ich in ein Waldstück und werde sofort auf kleine, eklige Blutsauger aufmerksam gemacht bzw. vor ihnen gewarnt.

              

ERKRATH

Nun bin ich bereits über 5 Stunden unterwegs und komme an Erkrath vorbei.

Auch hier soll ich anscheinend wachsam sein.

Wenn man sich offenen Auges durch die Gegend bewegt, entdeckt man links und rechts von sich wirklich viele, viele Kleinigkeiten.

Vor einem Gegenstand bleibe ich stehen und schaue ihn mir etwas genauer an.

 wie alt mag dieses Teil wohl sein?

An diesem Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen lässt sich wunderbar erkennen, mit welch „simplen“ Dingen unser Leben lange Zeit wunderbar funktionierte. Man benötigte für den Transport mit solchen Fuhrwerken neben Zugtieren vor allem eines – Zeit.

Ich stehe vor diesem Fuhrwerk und gebe mich einem kleinen Tagtraum hin.

Vor meinem geistigen Auge rumpelt dieses Fuhrwerk einen unbefestigten Feldweg entlang. Auf der Ladefläche türmen sich knallig orangene Kürbisse. Die beiden Zugpferde trotten gemächlich daher. Ein junger Bursche sitzt oben auf und lenkt das Fuhrwerk. In einer Stunde will er mit seinen Kürbissen im Nachbarort sein und diese dort auf dem Wochenmarkt unters Volk bringen. Gut gelaunt pfeift er ein Liedchen vor sich hin.

Gedankenspiel     

Mir kommt bei dieser Träumerei  folgender Gedanke in den Sinn:

„Es war früher sicherlich nicht alles leichter und schöner als heute. Das Leben stellte damals – vor allem körperlich – oftmals harte Anforderungen an die Menschen. Hektik und Gehetztheit waren allerdings weitestgehend noch Fremdworte. Man lebte früher sicherlich entschleunigter und weniger gestresst, als es heute der Fall ist.“

Ich glaube, dass gerade diese Entschleunigung ein elementarer Grund dafür ist, dass mir das Wandern so viel Spaß bereitet und mir so viel gibt.

Wenn ich alleine durch die Gegend streife, bin ich aus der normalen Alltagswelt herausgerissen. Niemand will und erwartet etwas von mir. Nichts stresst oder nervt.

Das Hier und Jetzt zählt, wobei die Gedanken auch immer wieder mal um Vergangenes und Zukünftiges kreisen.

Vieles kann und darf – nichts muss. Es überkommt mich oftmals das Gefühl, mitsamt der Umgebung zu verschmelzen. Alles ist irgendwie im Fluss.

UNTERBACH

Über einige unbefestigte Wege nähere ich mich unaufhaltsam dem Ort Unterbach.

Am Ortsrand liegt der Unterbacher See, welcher das Ziel des heutigen Tages darstellt.

Langsam zieht die Dämmerung auf und ich muss im Wald genauer hinschauen, wo ich hintrete.

               

An einigen Stellen liegt verdammt viel Astwerk auf dem Boden herum.

Stolperfallen

Ich verlasse den bewaldeten Bereich und erhalte nun unübersehbare Hinweise hinsichtlich meines heutigen Zieles.

„Unterbach, ich komme!“ feuere ich mich innerlich an.

„Spätestens in einer Stunde steht Dein Zelt. Dann kannst Du lecker Happa-Happa zu Dir nehmen.“ Dieser Gedanke lässt mich ein bisschen schneller gehen.

Trotzdem entgehen mir die interessanten Dinge am Wegesrand nicht.

Zum Beispiel die leckere „Gans in der Ente“ … 

Oder ein Fortuna Düsseldorf Fan, der vor Wut rot angelaufen ist …

     

Zwischenzeitlich ist es dunkel geworden. Farbkleckse fallen aber trotzdem noch auf.

Im Lichtkegel meiner Stirnlampe erreiche ich den Campingplatz am Unterbacher See bzw. das Strandbad, welches direkt an den Campingplatz angrenzt.

An der Rezeption des Campingplatzes überreiche ich meine Platzgebühr von 14,50 EUR und erhalte eine kurze Einweisung auf dem Lageplan. Heute werde ich nicht persönlich zu meinem Zeltplatz geführt. Man kann halt nicht alles haben.

Ich durchquere den Campingplatz einmal der Länge nach und suche mir am äußeren Randbereich ein schönes Plätzchen für mein Zelt.

Dann heißt es wieder: Unterboden auslegen und Zelt aufbauen.

So langsam wird es Routine.

Auch das Auspacken meines Rucksackes und das Verteilen der Gegenstände im Zelt geht einfacher von der Hand als gestern. Ständiges Wiederholen ist manchmal sehr hilfreich …

     

Mittlerweile ist es empfindlich kühl geworden. In der Nacht sollen die Temperaturen auf + 1 Grad hinuntergehen. Da ich mich direkt am See aufhalte, ist die Luft zudem recht feucht.

„Jetzt erst einmal etwas Warmes in den Magen!“

Ich hole den Kocher hervor und erhitze mir wieder Wasser für meine Asia-Nudeln. Dazu gibt es die restlichen Falafel.

 mal wieder etwas Herzhaftes

Es ist 19:30 Uhr, als ich mein Abendessen beende.

„Jetzt noch schnell den Abwasch des Geschirrs und