BERGISCHE LAND – eine Tageswanderung

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Vor Kurzem unternahm ich eine kleine Niederrheinwanderung. Dort wurde mir viel geboten, jedoch fehlte eines – Höhenmeter. Somit sitze ich nun im Auto und fahre ins Bergische Land. Dort warten ein paar Hügel und viel Natur auf mich.

Vorab plante ich – wie immer – über GPSies meinen Wander-Track. Laut GPSies werden es heute ca. 30 km mit knapp 900 Höhenmetern.

Track Bergische Land

Um 09:30 Uhr fahre ich daheim los. Da heute Samstag ist, gleite ich ohne Stau über die Autobahn.

Rüggeberg ruft

Mein Start- und Zielpunkt ist heute der Ort Rüggeberg im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Navi lotst mich auf einen Parkplatz unweit der Kirche in Rüggeberg.

Ich creme mir meine Füße noch schnell mit Hirschtalg-Creme ein. Das kann ich jedem Wanderer wärmstens empfehlen!

Nachdem der Rucksack geschultert und die GPS-Uhr (in der Folge kurz EPIX genannt) gestartet ist, geht es los.

Natur pur                    

Nach ein paar Hundert Metern nimmt mich das Bergische Land bereits mit offenen Armen in Empfang. Die ersten 2 Kilometer laufe ich auf breiten, befestigten Wegen. Beim Anblick einer Tannenbaum-Plantage wird mir bewusst, dass wir bereits das letzte Quartal des Jahres 2018 erreicht haben. Warum rast die Zeit nur so schnell dahin?!

In Gedanken an die rasend vergehende Zeit versunken, weist mich meine EPIX darauf hin, dass ich nun den befestigten Weg verlassen muss. An weitläufigen Viehweiden entlang geht es in ein Waldgebiet. Ich komme an einigen Matsch-Passagen vorbei. Der Himmel hatte kürzlich anscheinend ergiebiger seine Schleusen geöffnet.

     

„Ein richtiger Wandersmann stampft einfach durch die Matsche!“ denke ich mir und freue mich über meine wasserdichten Schuhe aus GORE-TEX.

Einsam im Wald

Ich liebe es, einsam durch Waldgebiete zu streifen. Einzig die Geräusche Deiner eigenen Schritte untermalen die wunderbare Klangwelt des Waldes.

       

Der Wald – ein Ort, in welchem Du in völligem Einklang mit der Natur bist

Meine EPIX navigiert mich sicher über die Waldpfade.

Links und rechts des Weges fallen mir immer wieder wunderschöne Farbkleckse am Boden auf. Die Zeit der Pilze ist angebrochen …

    

Wald und Wiesen 

Das Bergische Land bietet einen steten Wechsel zwischen Wald und Wiesen.

Dieser Wechsel ist auch vom Empfingen her wunderbar. Im Wald schrumpft die Welt etwas zusammen und mein Blick ist meist auf den Weg oder die Bäume am Wegesrand gerichtet.

Streife ich wieder an Feldern und Wiesen entlang, schweift mein Blick in die Ferne. Die Welt ist weit und grenzenlos.

Der Blick schweift in die Ferne

Festmahl in Brenscheid

In Brenscheid nehme ich meine erste Verpflegung zu mir. Heute habe ich unter anderem die „Energie-Bombe“ und den „Energizer“ von Seitenbacher im Gepäck. Beide Riegel kenne ich noch nicht. Sie fielen mir bei meinem letzten Einkauf ins Auge und ich nahm sie versuchsweise mit. Beide Riegel bringen jeweils 50 Gramm auf die Waage und spenden knapp 230 kcal Brennstoff pro Riegel. Mit 1,49 EUR bewegt man sich im preislichen Mittelfeld. Geschmacklich sind sie keine Offenbarung, aber darum geht es mir auch nicht.

Energie-Bombe   

Das Bergische Land macht hungrig

Mein Motto lautet: “Energie rein, Wasser hinterher, Mund abwischen, weiter!“

Demnächst werde ich Euch allerdings ein klasse Rezept für selbstgemachte Energieriegel vorstellen.

Kurz vor Langscheid          

Ich staune unterwegs immer wieder, was alles an Bäumen hängt oder lehnt.

      

Auf dem Weg nach Langscheid läuft mir ein wohliger Schauer über den Rücken. Die Gegend ist einfach wunderschön. Ich laufe unter einem strahlend blauen Himmel und erblicke Natur pur.

  

Unterwegs komme ich an einer Bushaltestelle vorbei. In meinem Beitrag „Niederrhein – eine Wanderung in der Heimat“ schilderte ich bereits die sehr übersichtlichen Bus-Fahrpläne am Niederrhein.

Mit einem Blick auf den Fahrplan „Königsheide Dorf“ erkenne ich, dass das Bergische Land anscheinend noch eine Steigerungsform von „sehr übersichtlich“ parat hält.

   

3 x am Tag – und dann nur werktags – ist in der Tat höchst übersichtlich

Die Seele baumelt

Wie beschrieb es mein Freund Frank kürzlich so treffend: „Karsten, ich glaube Deine Wanderei ist eine Art Meditation für Dich.“

Da hat er Recht! Ich bin beim Wandern völlig bei mir. Die Gedanken sind nicht mehr im Alltag gefangen und durch Nebensächlichkeiten abgelenkt. Sie fliegen frei und ungefiltert durch Raum und Zeit. Seelenballast wird abgeworfen und verlässt mit jedem Atemzug meinen Körper. Am Ende einer Wanderung fühle ich mich immer irgendwie gereinigt.

Das ist jedes Mal ein sehr schönes Gefühl. Versucht es auch einmal – es lohnt sich!

2 Fremde werden Freunde

Irgendwo zwischen Langscheid und Eicken treffe ich auf einen Fremden. Er hat mir seinen Rücken zugewandt und nimmt mich zunächst nicht wahr. Als ich mich jedoch bis auf 3 Meter nähere, dreht er sich plötzlich erschrocken zu mir um und geht reflexartig in eine Abwehrhaltung. Unsere Blicke treffen sich. Wir sind uns aber auf Anhieb sympathisch. Nach einem kurzen Moment haben Mensch und Tier Freundschaft geschlossen.

Ziege
Mein neuer Freund

Über Stock und Stein

Meine EPIX dirigiert mich weiterhin sicher durch die Gegend. Über schmale Wege geht es erneut durch ein Waldgebiet.

        

An einzelnen Passagen ist etwas Trittsicherheit gefragt, jedoch läuft es sich größtenteils sehr angenehm. Ich bin im üblichen Wander-Flow und hänge meinen Gedanken nach.

Plötzlich bleibe ich unvermittelt stehen und wundere mich.

„Wo ist der Weg? Gerade war er doch noch da!“

im Wald
Bäume wohin man schaut – nur kein Weg …

Manchmal steht man eben mitten im Wald und alles sieht gleich aus.

Da mir solche Situationen mittlerweile aber nicht mehr fremd sind, folge ich grob der Richtungsvorgabe meines GPS-Gerätes. Nach ungefähr 300 Metern bin ich wieder auf meinem Track. Nun wartet noch die eine oder andere Bachquerung auf mich.

Bachquerung

Trockenen Fußes erreiche ich den Ort Eicken.

Welch wunderschöne Farbenpracht auch im Herbst noch in Gärten zu erblicken ist.

In Eicken wird mein geistiger Horizont um eine Botschaft erweitert.

An einem Gartentor stoße ich auf folgende, „freundliche“ Mitteilung:

nette Nachbarn

„Nach einem Glas Wasser würde ich hier wahrscheinlich eher nicht fragen.“ geht es mir durch den Kopf.

Peddenöde                     

Mittlerweile bin ich knapp 6 Stunden unterwegs. In Peddenöde warten nochmals eine Bachquerung und ein schöner, knackiger Treppenanstieg auf mich.

    

The End

Etwas über 30 km liegen hinter mir, als ich wieder in Rüggeberg einlaufe.

Es ist jedes Mal ein schönes Gefühl dorthin zurückzukehren, wo Stunden vorher alles begonnen hat.

Wieder einmal hat mich das Bergische Land mit all seiner Pracht empfangen und mir einen wunderschönen Wandertag beschert.

Mit einer tiefen Dankbarkeit im Herzen steige ich ins Auto und begebe mich auf die Heimfahrt Richtung Niederrhein.

Den heutigen Beitrag beende ich mit einem Zitat von Elizabeth von Arnim.

„Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.“

In diesem Sinne – schnürt die Wanderschuhe …

Euer Schulle

nettes Video, um das Bergische Land ein wenig in bewegten Bildern zu entdecken

 

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